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Die Süddeutsche Zeitung verdünnt sich

Wer diesen Blog liest, weiß dass ich die SZ gerne als Medium zitiere. Das rührt schon aus Schul- und Studentenzeiten her. Meiner Deutschlehrerin war es ein besonderes Anliegen zwischen Boulevard- und Qualitäts-Zeitungen zu unterscheiden und hat dies im Unterricht auch herausgearbeitet. Lange Jahre hatte ich die SZ abonniert und auch wirklich relativ vollständig gelesen.

Als ich nach Altdorf zog, habe ich das beibehalten, oft zum Stauen meines neuen Bekanntenkreises, sehen sie doch die „Landshuter Zeitung“ als lokal unverzichtbares Heimatblatt, dessen Lektüre ebenso wie ein Strom- oder Wasseranschluss hier dazu gehört. Mein Stauen war immer dann groß, wenn ich des LZ dann wirklich gelesen habe und neben den vielen lokalen Meldungen wie Vorstandswahlen von Schützenverein und Frauenunion dann vor allem auch noch die stringente Unterstützung von CSU und Katholizismus wahrgenommen habe, in einer Eindeutigkeit, die sehr Sendungs-bewusst ist, vom Verleger Martin Balle auch so gewollt. Da war ich immer sehr froh um meine Süddeutsche.

Um so mehr muss ich in letzter Zeit mit Bedauern feststellen, dass die SZ Ihr Gesicht und Niveau von Früher nicht mehr halten kann und will. Zwar lese ich sie nur noch Online ohne Abo, was eh nur ein sehr reduziertes Angebot darstellt. Aber auch dieses ist, was die Politik betrifft, oft gefärbt und unglaubwürdig. So war ich auch nicht überrascht, als beim Aufdecken der Transatlantischen Beziehungen vieler Zeitungschefs durch die Kabarettisten der „Anstalt“ Führungspersonal der SZ mit dabei war. Ich frage mich, ob diese Ausrichtung unbedingt Konsequenz der Verlustes des Einflusses der Printmedien ist, oder nicht auch inzwischen schon Ursache dafür. Ein ausführlicher Artikel auf Telepolis nimmt diese Entwicklung zum Thema und schildert auch den erfolgreichen Versuch der SZ die missliebigen Leserforen abzuschaffen:

http://www.heise.de/tp/artikel/43/43237/1.html