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Exponentialfunktion und Wirtschaftswachstum

Stets wird nach Wachstum für unsere Wirtschaft gerufen, angeblich allein schon der Arbeitsplätze wegen. Dass ein stetiges Wachstum von zum Beispiel 7% aber eine Verdoppelung alle 10 Jahre bedeutet, ist nicht allen Menschen dabei wirklich klar. Wenn man das noch in Relation zur Endlichkeit von Ressourcen sieht, ist offenbar, dass diese Wachstumsideologie nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann. Auch ein Wachstum auf Kosten der Konkurrenten, wie es jeder Manager gerne als Ziel herausstellt, läuft letztendlich auf Oligopole und Monopole hinaus, wie wir ja auch bereits aus der Praxis wissen, auch nicht gut für uns.

Schön dazu eine lehrreiche amerikanische Vorlesung, die die an sich einfachen Zusammenhänge von Mathematik und Wirtschaft hier anschaulich erklärt. Leider englisch und in mäßiger Qualität, aber trotzdem wertvoll.

Postwachstumsökonomie

Jeder, der nur halbwegs logisch denken kann, begreift, dass das Wachstum begrenzt sein muss, wenn es begrenzende Ressourcen gibt. Auf der Erde gibt es natürlich auch diese Grenzen, wie Fläche, Menge von Rohstoffen, Eingehende Energie von der Sonne.

Trotzdem ist heute das Maß aller Dinge das sogenannte Wirtschaftswachstum, von dem wir angeblich abhängig sind wie der Junkie vom nächsten Schuss. Immer wieder stellen sich Politiker vor die Mikrophone und behaupten, wenn wir nur mehr Wachstum hätten, werde alles gut. Das ist natürlich eine Lüge, wie die Geschichte zeigen wird.

Einer derer, die das gut und erfolgreich erklären, ist Niko Paech, Ökonomieprofessor aus Oldenburg, der Bereits in meinem Post „Wohlstand auch ohne Wachstum“ vorgestellt wird.

Anscheinen hat er einen guten Draht zu Bayern2 Radio, denn er kam jetzt wieder in 2 Sendungen, einem Feature und einem Portrait ausführlich zu Wort:

Wirtschaftswachstum: Darf’s ein bisschen weniger sein? – 03.07.2013
Um das Wirtschaftswachstum ist ein ideologischer Streit entbrannt. Die einen fordern zum Verzicht auf, wir sollten eher schrumpfen als wachsen. Andere sagen, wir brauchen Wachstum, sonst haben wir keine neuen Ideen mehr und allen wird es schlechter gehen. Aber brauchen auch Unternehmen immer mehr Wachstum? Oder können sie auch kreativ sein, ohne immer mehr haben zu wollen?
Nico Paech, Wirtschaftswissenschaftler – 05.07.2013
Nico Paech kritisiert das ständige Ziel des Wirtschaftswachstum. Und daher setzt sich der Ökonom damit auseinander, wie eine ökologisch verträgliche Lebensweise aussehen könnte. „Befreiung vom Überfluss“ heißt sein aktuelles Buch. Moderation: Stephanie Heinzeller
Link

Noch im Feiertagszyklus von Bayern2 Radio: Hörenswerter Beitrag zum Thema „Wie wir leben wollen, Postwachstumsökonomie„:

Die eigentliche Religion unserer Tage ist doch der Glaube an das Wachstum, diesem darf man nicht ketzerisch widersprechen, doch der Beitrag tut es.

Update 08.01.2013: Schön auch der Anfang der Radiospitzen Live aus Aschaffenburg Teil 2 von Volker Pispers dazu.