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Nouripour spricht

Hier mal wieder ein Beitrag zur Medienkompetenz. Heute lautet ein Nachrichtenbeitrag des DLF:

„Nouripour fordert „Frühwarnsystem“ gegen Rechtsextremismus bei Polizei“

Die Überschrift lässt aber kaum vermuten was hinter den Dingen steckt: Bei der Ermittlung eines Drohbriefes an eine Staatsanwältin, der im Brief mit der Ermordung ihrer Tochter gedroht wurde, wurde ein Frankfurter Polizeicomputer als Adressquelle ermittelt und so auch gleich ein Polizistenzirkel, der auf Whatsapp gerne Hitlerbilder und Hakenkreuze verschickt. Kann man das aus dieser Überschrift herauslesen? Wohl kaum. Da ist es nicht im Interesse etwas Negatives über die Polizei zu schreiben, selbst wenn es nachweislich ist. So brauchen sich Medien, wie der seriöse Deutschlandfunk, nicht wundern, wenn das Vertrauen auch in sie schwindet.

Der Tagespiegel macht das deutlich besser, er titelt:

„Rechtsextremismus-Verdacht erschüttert Frankfurter Polizei“

Der Artikel nennt auch viel mehr Details, wie es sein sollte. Und Blogger Fefe liefert wie gewohnt zu den Geschehnissen einen besseren Link und auch eine deutliche Meinung ab.

Ich bin froh, dass es möglich ist, sich im Netz vielfältig zu informieren und hoffe das bleibt auch so, trotz aller „Faktenfinder“ und Zensurversuche.

Beppe Grillo Bashing

In Italien ist noch nichts passiert, was einer Regierungsbildung gleich kommt, da bleibt immer noch Raum für das Verunglimpfen des Newcomers Beppe Grillo.

Gerade hat Jan Fleischhauer in seiner Spiegel-Kolumne „Der schwarze Kanal“ hingelangt und Ihn als antidemokratisch und Benito Mussollini vergleichbar dargestellt. Bei der Gelegenheit hat er gleich nachgewiesen, dass der Faschismus im Kern sowieso eine linke Bewegung ist. Zitiert hat er dabei den Mussolini Biographen Nicholas Farrell, einen Journalisten, der Berlusconi unterstützt. Auch wenn die Spiegel-Kolumne durchaus intentional etwas provokativer sein soll, ist das schon harter Tobak.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/italiens-wahlsieger-grillo-der-gefaehrlichste-mann-europas-a-888851.html

Dass er damit nicht allein ist, zeigt der Artikel im Tagesspiegel, der die Systematik auch in Grillos Heimatland darstellt:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/ex-komiker-beppe-grillo-der-mann-dem-das-lachen-verging/7869708.html

Es ist nicht schwer zu prophezeien: In Europa werden noch viele „sogenannte Clowns“ gewählt werden, und nicht alle werden zugleich Populisten, Faschisten, Linke und antidemokratisch sein.