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Der größte Fehler ist die Wahl der Eltern

Tolles Interview mit Arbeitsmarktforscher Gerhard Bosch, der darlegt, dass Chancengleichheit in der Bildung oft behauptet wird, aber in der Realität eben nicht existiert. Lesenswert! Neulich habe ich eine Studie gelesen, die darlegt, dass nicht nur, wie bestens bekannt, Arbeiterkinder weniger studieren als Akademikerkinder, sondern darüber hinaus auch noch andere Fächer wählen. Während klassische Fächer wie Medizin und Jura fast nur aus Akademikerfamilien bestückt werden, wählen studierende Arbeiterkinder von sich aus bestimmte Fächer wie Elektroingenieur und Sozialpädagogin. Wenn man sich dann überlegt, wie sich ein Rechtsanwalt in die Problemwelt eines Hartz-IV Mandanten hineindenken soll, das kann wahrscheinlich problematisch sein.

http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/interview-mit-arbeitsmarktforscher-gerhard-bosch-der-groesste-fehler-ist-die-wahl-der-eltern,10808230,29312100.html

 

Bayerischer Rundfunk als Regierungssender

Bereits als ich kleiner Bub war, war der Bayerische Rundfunk nicht für für seine Neutralität und Ferne zur regierenden Partei bekannt, wohl aber für die Qualität mancher Beiträge. Hörte man dann mal wieder Nachrichten vom ORF, war man baff erstaunt, das das dort alles etwas anders klang.

Diese politische Färbung war jedoch zumindestens am Ende der Amtszeit des Intendanten Thomas Gruber nicht sehr stark, das Programm war für mich als regelmäßigen Hörer von Bayern2 Radio auch von einer gewissen Liberalität und Offenheit gekennzeichnet.

Leider hat sich dies seit der Amtsübernahme durch Ulrich Wilhelm am 6. Mai 2010 grundlegend geändert. Man merkt der politischen Grundfärbung des bayerischen Rundfunks jetzt wieder an, woher der Wind weht: Wilhelm hat ein CSU-Parteibuch, war Pressesprecher von Edmund Stoiber, Regierungssprecher von Angela Merkel und hätte Chef der Bayerischen Staatskanzlei werden können.

Seither ist die Nachrichtenlage und Darstellung wieder sehr von diesem Blickwinkel bestimmt, meine frühere Frühstücksendung „Welt am Morgen“ wurde mir dadurch oft zum Ärgernis. Dadurch höre ich in dieser Zeit den Deutschlandfunk, der wesentlich neutraler informiert und bei längeren Interviews den Politiker auch mal etwas auf den Zahn fühlt.

Einen erneuten Höhepunkt hat dies nun in der Berichterstattung über das Volksbegehren gegen Studiengebühren genommen: In einer Sendung des Magazins Kontrovers hat nicht nur der eingespielte Beitrag sondern auch die Moderation einen Tag vor dem Start des Volksbegehrens eindeutigst und explizit Position für die Studiengebühren bezogen: http://sz.de/1.1575884. Will man dies vor Volksbegehren wirklich in dieser Form haben? Ist das der Auftrag der öffentlich rechtlichen Grundversorgung? Wenn man bedenkt, dass gerade die Rundfunkgebühr zum Zwangssteuer geworden ist, da dieser Auftrag ja so wichtig ist, ist das sehr bedenklich. Weiterlesen