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PGP bei GMX und web.de

Ein wirksames Mittel zum Schutz unsere Kommunikation vor Ausspähung ist die Verschlüsselung von Emails und Dateien mit Pretty Good Privacy (PGP). Bereits im Post „Verschlüsselung funktioniert“ habe ich dargestellt, dass die Maßnahme gar nicht so schwierig und unbequem sein muss, wie immer gerne behauptet wird.

Das zeigen jetzt auch die Freemail Anbieter GMX und web.de, da sie es in ihren Web-Clients ermöglichen, mit PGP zu verschlüsseln. Mit ein bisschen Einlesen geht das leicht und bequem. Es geht allerdings nur mit Firefox und Chrome, da für diese Browser geeignete Plugins zur Verfügung stehen.

Im Interview der taz bewertet das der c’T Experte durchaus positiv:

http://www.taz.de/Technikexperte-ueber-PGP-Verschluesselung/!5221921/

Bei c’T wird es auch ausführlich beschrieben, wie GMX und web.de das realisieren:

http://www.heise.de/ct/ausgabe/2015-19-GMX-und-Web-de-integrieren-PGP-in-ihre-Mail-Dienste-2783359.html

Edward Snowden: Auch für die, die wie immer „nichts zu verbergen“ haben, ist IMHO die Nutzung von PGP zu empfehlen!

Verschlüsselung funktioniert

Zu den häufigsten Nebelkerzen in der IT gehört die Behauptung, Verschlüsselung funktioniere nicht, sei für den Laien nur umständlich zu machen und letztendlich doch wieder leicht zu knacken. Alle diese Behauptungen sind falsch, es wird aber einiges dafür getan, dass sie sich in der Praxis bewahrheiten. Dennoch: eine End-zu-End-Verschlüsselung wäre komfortabel machbar, sicher und auch von Laien zu bedienen. Das Pretty Good Privacy (PGP)-Plugin Enigmail für das Email-Programm Mozilla Thunderbird zeigt dies schon sehr lange. Dies hilft aber nicht, wenn Microsoft Outlook Express und Outlook ebenso wie die Clients auf Mobiltelefonen und Webclients diesen Standard nicht unterstützen und ignorieren. Eine Mehrzahl der Benutzer liest Emails (wenn überhaupt noch, in Zeiten von WhatsApp) auf solchen Programmen. Wäre dem nicht so, und die Programme würden Verschlüsselung anbieten, wäre dies auch für Privatleute und Laien eine gute Sache. Warum sich Firmen und Mittelständler diesen Fragestellungen nicht mehr zuwenden, ist für mich sowieso ein Rätsel.

Apple und Google und Yahoo haben aber angekündigt, Verschlüsselung in Ihre Dienste mit zu integrieren. Ein begrüssenswerter und wichtiger Schritt, wenn er denn technisch sauber umgesetzt wird. Dass diese Technologien auch für Geheimdienste und andere Überwacher nicht so leicht knackbar und unangenehm sind, zeigen die folgenden Artikel über Forderungen des FBI zu einem neuen Calea-Gesetz:

http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2014-10/fbi-hintertueren-verschluesselung-cryptowars

http://www.heise.de/newsticker/meldung/iOS-und-Android-FBI-Chef-will-Vordereingang-in-verschluesselte-Geraete-2426948.html

Man kann nur hoffen, dass sich das FBI und andere der großen Brüder nicht mit Ihren Forderungen durchsetzen und die Vorhaben von Google, Apple und yahoo von den Nutzern auch als der große Vorteil, den sie darstellen, erkannt werden.

Update 20.01.2014: Braucht es einen stärkeren Beleg dafür, dass Verschlüsselung funktioniert? Kaum findet sie mehr Verbreitung, will US-Präsident Obama sie aufweichen:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Obama-will-Verschluesselung-aufweichen-2520434.html