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Regelmäßig lese ich die Nachdenkseiten, die eine willkommene Alternative zur Mainstream-Meinung darstellen und gute Artikel aus der Presse- und Blogger-Landschaft zitieren. Täglich geschieht dies neben Buchvorstellungen und Essays zu einzelnen Themen in den Hinweisen des Tages. Die heutigen (22.11.2016) erscheinen mir besonders lesenswert, mit vielen guten Artikeln, Aufsätzen, Interviews und Radiobeiträgen, so dass ich hier mal wieder darauf hinweisen möchte.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=35930

Naturgemäß kann ich nicht allem zustimmen: Punkt 9 befasst sich mit dem bedingungslosen Grundeinkommen, einer Idee der ich viel abgewinnen kann. Die Nachdenkseiten – mit ihrem Schwerpunktthema Renten – bekämpfen die Idee aber mit einer für mich nicht immer nachvollziehbaren Vehemenz.

Verbergung statt Enthüllung

Thema Panama-Papers: Als ich am Sonntag Abend die Nachricht hörte hatte ich das Gefühl, das die Veröffentlichung der Briefkastenfirmen-Unterlagen etwas wirklich Wichtiges ist. Inzwischen bin ich sehr ernüchtert. Das ICIJ, also das „Internationale Konsortium investigativer Journalisten“ veröffentlicht die Daten nicht wirklich, sondern sucht sich aus, was veröffentlicht wird und was nicht. Das schreit nach Zensur und Meinungsmache. Wie kann ich ohne die Rohdaten wissen, ob die wesentlichen Nutzer der Briefkastenfirmen genannt werden oder nur Interessen durch selektive Veröffentlichung verfolgt werden? Gar nicht!

Wenn man es mit so einer Veröffentlichung wirklich ernst meint muss man die Rohdaten auf Wikileaks oder einer anderen geeigneten Plattform der Weltöffentlichkeit uneingeschränkt zur Verfügung stellen, alles andere hat keinen Wert. Journalismus darf so etwas nicht zensieren, er muss informieren und Sekundär-Recherche zulassen.

Und so kommt es auch, dass in manchen Medien, zum Beispiel Spiegel Online, Putin in Wort und Bild genannt wird, obwohl sein Name gar nicht vorkommt, sondern nur „Vertraute“ von ihm. Seltsamerweise sind aus Deutschland und USA gar keine Namen dabei, sind diese Länder so sauber oder liegt es daran, dass die federführende Süddeutsche Zeitung Personen schützt?

Jens Berger hat diesen Mangel auf den Nachdenkseiten sehr schön dargelegt:

Panama Papers – nicht Jahrhundertscoop, sondern Jahrhundertflop