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In meinem Post „Der Russe wars“ bin ich auf den Umgang der Medien mit dem „Feind Russland“ eingegangen. In dem guten Artikel  Spiel ohne Regeln stellt Michael Jäger im Freitag dies in einen größeren Zusammenhang, das Ringen um eine neue Weltordnung. Er zeigt darin, dass die Vergleiche mit dem „kalten Krieg“ hinken.

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Ein Interview mit Kurt Gritsch als Werbung für sein bei telepolis erscheinendes Buch enthält viele gute Gedanken, weswegen ich es hier verlinken möchte:

„Im Nachrichtengeschäft geht es um Interessen, nicht um Wahrheit“
Der Zeithistoriker Kurt Gritsch zum Krieg in Syrien und über die Rolle der Medien

http://www.heise.de/tp/artikel/47/47062/1.html

Divide et impera

Das Prinzip „teile und herrsche“ gibt es ja schon länger, es wird aber in der Weltpolitik nach wie vor gerne angewendet: Man nehme einen Staat, der durch verschiedene ethische Gruppen und Machtblöcke heterogen und fragil ist, aber strategisch (Jugoslawien, Ukraine) oder wirtschaftlich (Libyen) interessant. Wo man kann fördere man Regierungsgegner so lange, bis es zu ernsten Konflikten oder gar zum Bürgerkrieg kommt. Dann beklage man die „humanitäre Katastrophe“ und mildere sie durch Bombardements. Zurück bleibt schlimmstenfalls ein failed state, immer aber ist es für die Menschen dort für lange Zeit weniger lebenswert als vorher. Der Staat ist entweder lange mit dem Wiederaufbau und sich selbst beschäftigt und kann sich nicht mehr einmischen, oder man kann gewogene Regierungen einrichten, die kooperieren, immer kann man gut Geschäfte machen, da das Land geschwächt ist und Geld braucht.

Sabine Kebir schreibt in „der Freitag“ einen guten Artikel zur Anwendung in Syrien:

freitag.de Zerstückeln heißt zerstören

In Syrien ist die Strategie bislang für „den Westen“ denkbar schief gegangen, er hat verseppelt:

  1. Das Land ist zwar instabil, aber keiner der Regierungsgegner gefällt als Nachfolger oder ist dazu wirklich in der Lage. Hat man sich das nicht vorher überlegt?
  2. Das Land mit seiner Lage im nahen Osten für die Türkei, Russland, Saudi-Arabien und Israel so bedeutend, dass man deren Interessen nicht außer Acht lassen kann. Das macht die Situation viel brisanter.
  3. Der IS hat sich sozusagen als lachender Dritter des Vakuums in Irak und Syrien bemächtigt, den will man nun schon gar nicht haben. Und er ist nicht nur Terrorismus, sondern schon auch eine Portion Staat, auch wenn man darüber nicht viel redet.
  4. Geld verdienen kann man dort bislang auch nicht, statt dessen stellen die syrischen Flüchtlinge eine Herausforderung für die europäische Solidarität dar.

Auch wenn man „westlich“ denkt, ist die Lage wahrlich kein strategisches Ruhmesblatt.

Kosovokrieg

Im Zusammenhang mit der Ukrainekrise wird sehr häufig das Völkerrecht bemüht. So wurde am Anfang noch durchaus dialektisch und kontrovers diskutiert, ob man im Falle der Krim von einer „Annektion“ sprechen könnte, inzwischen ist das vergessen und gibt es kaum einen Nachrichtenbeitrag in den Medien, wo das Wort „Annektion“ nicht gleich hinter Ukraine und Putin (nicht Russland!) kommt. Neulich habe ich von einem Vorschlag gelesen, die Krim doch nochmals unter neutraler Beobachtung abstimmen zu lassen, gute Idee, aber davon hört man schon deutlich weniger.

Da ist es durchaus mal wieder sinnvoll, sich die Erinnerung an die Auslegung des Völkerrechts „des Westens“ im Kosovokrieg wachzurufen, wie dies im folgenden Artikel auf den Nachdenkseiten fundiert passiert:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=26525

Jetzt könnte man natürlich sagen, wer ist der Autor Reinhard Lange, was macht ihn kompetent für diesen Artikel? Ich habe auch nichts über ihn gefunden. Liest man aber die selben Ereignisse im Wikipedia Artikel (https://de.wikipedia.org/wiki/Kosovokrieg) nach, kommt der Konflikt aber nicht besser weg. Für die, die jetzt reflexartig „Verschwörungstheorie“ ausrufen, sei die folgende Grafik über die Herkunftsländer der Asylbewerber in Deutschland empfohlen, wegen deren großer Anzahl die Betroffenen Kommunen wie zum Beispiel Passau leiden:

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/154287/umfrage/hauptherkunftslaender-von-asylbewerbern/

Hier sind die Kosovaren deutlich führend vor den Syrern und Serben, dieser Fakt wird immer gerne übersehen, wenn wir uns Sorgen um die „Schleuserbanden“ in Libyen machen. Die Afrikaner müssen ja alle in Süditalien und Griechenland bleiben, beides sehr wohlhabende Regionen.