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„Beitragsservice“ stockt Personal auf

Seit die Rundfunkgebühr keine Gebühr mehr ist sondern eine Zwangssteuer und die ungeliebte GEZ Beitragsservice heißt, ist alles besser geworden, sagen die Werbespots.

Besser nur für die, die die 7,5 Milliarden Euro verbrauchen, aber nicht für die, die sie zahlen:

  • Früher konnte der, der nichts konsumiert sich auch legal abmelden. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Ob das legitim ist, da der öffentlich rechtliche Auftrag so wichtig ist, mag jeder für sich entscheiden
  • Viel junge Leute leben heute nur noch über das Internet ohne Radio, Fernsehen oder Festnetz-Telefon. Auch diese werden zwangsbeglückt.
  • Die Behauptung, das alles sei Beitrags-neutral, stimmt nur begrenzt: Viele Schwarzseher und Firmen, die nicht gemeldet hatten, zahlen jetzt zusätzlich.
  • Ich bin auch für einen öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag und ein definiertes Qualitätsniveau. Wie aber die Prioritäten bei den Programm-Planern gesetzt werden und wie die Programminhalte auf Quote schielend gestaltet werden wird dem bereits heute nicht gerecht.
  • Bei dieser Gestaltung als Zwangsabgabe ist jeder Sparzwang in den Anstalten weg, aus den 7,5 Milliarden Euro wird mit Sicherheit regelmäßig mehr werden, wenn sich der Rauch gelegt hat.
  • Muss es wirklich diese gewaltige Summe sein, um den Bildungsauftrag zu erfüllen? Wie viele Programm-Monate Bayern 2 Radio oder Deutschlandfunk kann man vom Budget einer „Wetten Das“ Sendung machen? Braucht es dafür aufwendige 5-teilige Produktionen, wie die „Kommissarin Lund“, die dann wenig Geschichte mit viel Geld dehnen wie Kaugummi? Wie viel geht in Pensionen von gut bezahlten Posten und wie viel bleibt für das Programm?
  • Die GEZ-Organisation bekommt umfangreiche Handhabe auf Meldedaten ohne dem Datenschutz Rechnung zu tragen, stockt dafür sogar noch Personal auf wie im Artikel unten beschrieben:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Beitragsservice-Kein-Haustuerbesuch-keine-Vorratsdatenspeicherung-1819931.html

Quo vadis, öffentlich rechtlicher Rundfunk?

Gerade aktuell das Urteil zur Tagesschau App:

Ich teile die Meinung der ARD-Vorsitzende Monika Piel:

„Ich sehe mich in meiner Einschätzung bestätigt, dass diese Auseinandersetzung im Grunde nur medienpolitisch und nicht juristisch zu lösen ist.“

Das ganze geht zurück auf die unsägliche Änderung des Rundfunkstaatsvertrages von 2008, wo festgelegt wurde, dass der Rundfunk im Internet nicht den Verlegern Konkurrenz machen darf. Seither dürfen Internet-Streams von Sendungen nur mehr 7 Tage und Sport nur 24h veröffentlicht werden, alles andere muss inhaltsleer und mit Sendungsbezug sein. Kurz: Im Medium der Zukunft darf der Rundfunk nur kastriert auftreten, damit er nicht zu attraktiv ist. Was habe ich mich darüber schon geärgert.

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