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FBI und FIFA

Turbulente Tage für die Welt des Fußballs: Der schon lange bestehende Korruptionsverdacht gegen die FIFA wird jetzt sehr konkret verfolgt. Spektakuläre Festnahmen von hochrangigen Funktionären erfolgen in der Schweiz durch Schweizer Behörden. Alle spekulieren wild über die Wiederwahl des umstrittenen Sepp Blatter. Vielleicht wird ja Kaiser Franz ein „würdiger“ Nachfolger.

Was mich sehr an der Sache wundert und weniger Thema in den Medien ist: Auslöser für die Ermittlungen sind die USA, die Schweizer haben im Auftrag des FBI gehandelt. Seit wann liegt der Weltfußball so sehr im Interesse des FBI, wo sie doch sonst nur ihr Super Bowl kennen und das Interesse für unser Kicken zwar in den letzten Jahren zugenommen hat, aber trotzdem sehr niedrig ist? Die Amerikaner jetzt auch als Weltpolizist für Korruption? Da schau her! Die FIFA ist „lediglich“ ein in der Schweiz eingetragener Verein und dafür ist das FBI zuständig?

Das ist die Gelegenheit, um mal meine eigene Verschwörungstheorie zu schmieden:
Man muss nur in den WM-Kalender schauen, in welcher Reihenfolge die nächsten Turniere sind: 2018 in Russland, 2022 in Katar. Da würde es mich nicht wundern, wenn das Turnier in Russland heftig von dem Skandal in Mitleidenschaft gezogen wird. Entweder es wird als das „durch Korruption verseuchte Turnier“ in die Geschichte eingehen, oder teilweise boykottiert, oder vielleicht sogar ganz abgesagt werden, weil es „unrechtmäßig“ zu Stande gekommen ist, Verträge hin oder her. Der wirtschaftliche Schaden und ganz sicher auch der Image-Schaden wäre für Russland enorm. Schon in Sotschi haben die Medien versucht, die Veranstaltung in ein negatives Licht zu tauchen, mit diesem Skandal wird das auch für eine statt findende und gut funktionierende WM in Russland kein Problem sein. Ist das vielleicht der Grund für das Interesse und vor allem Timing des FBI?

Wir werden sicher die nächste Zeit reichlich Gelegenheit haben, den Prozess in den Medien über viele Meldungen und Enthüllungen weiterer Details zu verfolgen. Warten wir ab, was am Ende stehen wird.

PS. Postillon dazu:

http://www.der-postillon.com/2015/05/sepp-blatter-aus-vollig-unerfindlichen.html

http://www.der-postillon.com/2014/06/weltmeisterschaft-2022-in-katar-kam.html

http://www.der-postillon.com/2015/03/wm-2018-in-russland-soll-ebenfalls-im.html

Verschlüsselung funktioniert

Zu den häufigsten Nebelkerzen in der IT gehört die Behauptung, Verschlüsselung funktioniere nicht, sei für den Laien nur umständlich zu machen und letztendlich doch wieder leicht zu knacken. Alle diese Behauptungen sind falsch, es wird aber einiges dafür getan, dass sie sich in der Praxis bewahrheiten. Dennoch: eine End-zu-End-Verschlüsselung wäre komfortabel machbar, sicher und auch von Laien zu bedienen. Das Pretty Good Privacy (PGP)-Plugin Enigmail für das Email-Programm Mozilla Thunderbird zeigt dies schon sehr lange. Dies hilft aber nicht, wenn Microsoft Outlook Express und Outlook ebenso wie die Clients auf Mobiltelefonen und Webclients diesen Standard nicht unterstützen und ignorieren. Eine Mehrzahl der Benutzer liest Emails (wenn überhaupt noch, in Zeiten von WhatsApp) auf solchen Programmen. Wäre dem nicht so, und die Programme würden Verschlüsselung anbieten, wäre dies auch für Privatleute und Laien eine gute Sache. Warum sich Firmen und Mittelständler diesen Fragestellungen nicht mehr zuwenden, ist für mich sowieso ein Rätsel.

Apple und Google und Yahoo haben aber angekündigt, Verschlüsselung in Ihre Dienste mit zu integrieren. Ein begrüssenswerter und wichtiger Schritt, wenn er denn technisch sauber umgesetzt wird. Dass diese Technologien auch für Geheimdienste und andere Überwacher nicht so leicht knackbar und unangenehm sind, zeigen die folgenden Artikel über Forderungen des FBI zu einem neuen Calea-Gesetz:

http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2014-10/fbi-hintertueren-verschluesselung-cryptowars

http://www.heise.de/newsticker/meldung/iOS-und-Android-FBI-Chef-will-Vordereingang-in-verschluesselte-Geraete-2426948.html

Man kann nur hoffen, dass sich das FBI und andere der großen Brüder nicht mit Ihren Forderungen durchsetzen und die Vorhaben von Google, Apple und yahoo von den Nutzern auch als der große Vorteil, den sie darstellen, erkannt werden.

Update 20.01.2014: Braucht es einen stärkeren Beleg dafür, dass Verschlüsselung funktioniert? Kaum findet sie mehr Verbreitung, will US-Präsident Obama sie aufweichen:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Obama-will-Verschluesselung-aufweichen-2520434.html