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Während die „Presseschauen“ zum Teil über „falsche Vorstellungen“ der Azubis berichten, weiß es der Postillon mal wieder besser. Nachrichten sind Satire und Satire sind Nachrichten 😉

Was ist nur mit der Jugend von heute los? Trotz mieser Bezahlung und lausiger Arbeitszeiten wird laut dem Entwurf für den Berufsbildungsbericht 2018 mehr als jede vierte berufliche Ausbildung in Deutschland abgebrochen. In bestimmten Branchen liegen die Abbrecherquoten sogar noch deutlich höher. Die Arbeitgeber sind ratlos.

Quelle: Der Postillon: Trotz mieser Bezahlung und lausiger Arbeitszeiten: Immer mehr Azubis brechen Ausbildung ab

Legendenbildung in der Tagesschau

Bereits in dem Post „Fachkräftemangel oder Fachkräfte in der Mangel“ habe ich am Fachkräftemangel, einer modernen Legende der Wirtschaft, gezweifelt.

Der Telepolis Artikel „Fachkräftemangel: Mehr Schein als Sein?“ zeigt, dass sich auch die Tagesschau zum Sprachrohr arbeitgebernaher Thinktanks macht und die Legende weiter transportiert. Die Faktenlage ist, so zeigt der Artikel wunderbar, jedoch eine andere.

Fachkräftemangel oder Fachkräfte in der Mangel

Schon oft habe ich in privaten Diskussionen die Ansicht vertreten, der sogenannte Fachkräftemangel kann nicht so groß sein, sonst würden marktwirtschaftlich die Löhne für diese Tätigkeit steigen und mehr Menschen diesen Beruf ergreifen. Hätten die Altenpfleger und Erzieher ein Jahresgehalt von 100000 Euro, wäre der Mangel schnell behoben 😉 Das passiert aber nicht. Statt dessen hört man eher von Putzkräften, die nebenbei noch eine bisschen Altenpflege machen, wenn gerade keine ausgebildete Kraft da ist. Es ist wohl eher so, dass man diesen Berufen so wenig zahlt, dass es zu wenige Menschen machen wollen und können, da die Mieten und Autos auch nicht billiger werden. Hat man dann zu wenige Kräfte, kommt der geringe Personalstand zusätzlich noch billiger. Die Bedauernswerten, die gerade beschäftigt sind, müssen eben mit der hohen Belastung in dieser „Ausnahmesituation“ leben und es kompensieren, die Empfänger der Leistungen wie Kinder und Pflegebedürftige leiden darunter. Hat man schon mal gehört, dass ein Pflegeplatz im Heim billiger wird, da zu wenig Pfleger da sind und die Pflege darunter leidet? Trotzdem wird immer vom „Arbeitsmarkt“ gesprochen, einem Markt, der so gar nicht existiert, schon gar nicht für Hartz IV Empfänger.

Ähnliches in der Informatik, meinem Metier. Da werden immer wieder Green- und Blue-Card Aktionen verkündet um angeblich dringend gebrauchte ausländische Softwareentwickler ins Land zu holen. Nur die Farbe der Card wechselt, damit nicht auffällt, dass es der selbe Unsinn ist wie vor Jahren und von der damaligen Regierung anderer Couleur. Diese IT’ler kommen aber nicht, weil sie gar nicht unbedingt nach Deutschland wollen und wohl auch gar nicht so gebraucht werden. Macht wohl auch nichts, da stets darauf verwiesen wird, dass Entwicklung in Deutschland kaum mehr stattfindet, da zu teuer. Zwei widersprüchliche Aussagen. Worum geht es dabei? Sollen die Gehirne der Entwickler für die nächste Gehaltsverhandlung gewaschen werden, da doch jetzt die Blue-Card Entwickler kommen?

Mit solchen Propaganda-Mechanismen setzt sich der folgende Telepolis Artikel sehr schön auseinander:

http://www.heise.de/tp/artikel/40/40189/1.html