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Solarthermie in die Nische gedrückt

Seit über 10 Jahren benutze ich eine Solarthermie-Anlage auf dem Dach meines Einfamilienhauses zur Warmwasserbereitung. Von April bis September liefert diese das warme Wasser nahezu ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe. An sonnigen Tagen könnte ich mit der Kollektorfläche von 6qm auch drei Haushalte versorgen. Bis auf 2-3 Monate im Hochwinter liefert die Anlage gute Leistung.  Ich bin damit sehr zufrieden und würde so eine Anlage wieder installieren lassen.

Ganz billig war die Anlage allerdings nicht und bei der Angebotserstellung von manchen niederbayerischen Installateuren konnte man deutlich spüren, dass sie mich für einen Öko-Spinner gehalten haben und das Geschäft eher vermeiden wollen. Dieses Gewerk habe ich immer als sehr konservativ erlebt, am liebsten teure Kessel verkaufen und kilometerweise Rohre verlegen, alles andere wird als Störung empfunden. Den Betrieb, der die Anlage installiert hat, nehme ich davon aber aus, das war eine gute Erfahrung. Von der Preisbildung, den Margen und Rabatt-Gebaren im Sanitärfachhandel will ich hier nicht reden, das wäre einen eigenen Post wert.

So wundert mich auch nicht, dass Solarthermie als „schwierig“, „zu teuer“, „weniger lohnend“ als Solarstrom empfunden wird, und sogar wieder rückläufig ist. Wer die Fakten bedenkt, wird natürlich sehen, dass diese Einschätzung durch Subventionen und Fehlsteuerungen menschgemacht ist, aber keine fundamentalen Ursachen hat. Nichts ist einfacher, als ein schwarzes Blech aufs Dach zu setzen, in frostfreien Regionen wie Zypern sind die Thermosiphonanlagen so einfach, dass sie sogar ohne die stromfressende Pumpe funktionieren. Wenn man das „keep it simple“ beachtet und nicht unbedingt damit heizen will, was gerade im Winter in unseren Breiten nicht funktionieren wird, ist das ganze durchaus lohnend. Warum nicht einfach so eine preiswerte Anlage im Sommer nutzen und im Herbst entleeren, wie man es ja mit dem Garten-Wasserhahn auch macht? Auf einem Flachdach gar kein Problem. Im Gegensatz dazu wurde von der Wirtschaft versucht die Kollektoren und Schichten-Speicher zu High-Tech-Produkten mit hohen Preisen und Margen zu stylen. So steht auch auf der Website des Herstellers: „HINWEIS: Für den deutschen Markt steht das Warmwassersystem SECUterm nicht zur Verfügung.“

Auch hier wäre eine Gelegenheit für die Politik, diese Fehlentwicklung zu korrigieren und helfend einzugreifen. Wie weit es in dem Bereich fehlt, zeigt auch der folgende Artikel:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Solarthermie-unnoetig-teuer-2054166.html

Geheimnisvolle Subventionen in der Energiebranche

Jetzt nach der Wahl kommt es wieder: Stets gibt es einen Hinterbänkler oder Experten, der die Verbraucher darauf „vorbereitet“, dass die Strompreise stark steigen werden. Neben ernsthaften Warnern sind die meisten davon Gehirnwäscher, die die Empörungskurve dazu abmildern wollen. Immer wird dabei betont, dass es nur die erneuerbaren Energien sind, die dazu führen. Dass das nicht stimmt hat der sehenswerte Dokumentarfilm „Preistricks beim Strom“ gezeigt: Es sind nicht die erneuerbaren Energien, die den Strom verteuern, sondern nur die Gesetze dazu.

Das wird auch in dem EU-Bericht deutlich, den EU-Kommissar Oettinger jetzt korrigieren ließ:

http://sz.de/1.1793957

Link

Gestern auf Phönix gesehen, eine gute Doku, die die Entstehung und Verteilung der Kosten der Energiewende beleuchtet. Das ist leider Im Bundestagswahlkampf viel zu wenig Thema gewesen.

Preistricks beim Strom
Wer für die Energiewende bezahlen muss

http://www.phoenix.de/preistricks_beim_strom/752512.htm

Wer seinen Videorekorder nochmals programmieren will:
Di. 08.10.13, 18.00 Uhr
Mi. 09.10.13, 17.15 Uhr

Offshore Windparks als Strompreistreiber

Große Zweifel habe ich an der Rentabilität von Offshore-Windparks, die technischen Probleme werden die Erträge schmälern. Nur durch staatliche Garantien auf unsere Kosten wird das ganze ein Geschäft. Billigere Alternativen an erneuerbaren Energien, sind für die Stromkonzerne nicht so interessant, das es kleinzelliger Strukturen sind, nicht wieder monopolartige, wie es die Groß- und Atomkraftwerke waren. Da käme ja wirklich mal Markt auf.

Das Handelsblatt berichtet, dass der Netzbetreiber Tennet die Ziele der Bundesregierung für die Errichtung von Offshore-Windparks nicht für realisierbar hält.

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/untersuchung-zur-energiewende-windausbau-ziele-auf-see-unerreichbar/8480694.html

Obwohl die Regierung behauptet das EEG wäre der Grund für die Erhöhung der Strompreise, sind es doch wesentlich mehr die Regelungen für die neuen Investments der großen Stromkonzerne:

Durch ein Verfehlen der Ausbauziele könnten weitere Kosten anfallen: Dem Bericht zufolge drohen ab 2016 „Leerkosten“ von 500 Millionen bis eine Milliarde Euro für Netzanschlüsse, durch die mangels Windparks aber kein Strom fließt. Diese Kosten würden über die Netzentgelte ebenfalls die Strompreise zusätzlich belasten. „Wir fordern realistische Ziele, damit wir nicht ineffizient Leitungen auf Kosten der Konsumenten bauen“, sagte Tennet-Chef Lex Hartman.

Aus meiner Sicht sind die Offshore-Parks eh nur Subventionsprogramme zum Trost für den Wegfall der Atomstrom-Milliarden, es ginge auch ohne:

http://www.handelsblatt.com/technologie/energie-umwelt/energie-technik/windenergie-mehr-platz-an-land-statt-auf-hoher-see/8335076.html

Offshore-Geldmaschinen

Eine Montagsmeldung (eigentlich Osterdienstagsmeldung) von heute kommt von den Verbraucherschützern, die die Rentabilität von Offshore Windanlagen in Zweifel ziehen:

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ausstiegs-forderung-verbraucherschuetzer-halten-offshore-windkraft-fuer-irrtum/8007926.html

Zurecht meine ich. Wir erleben gerade eine Revolution: Die Zentralisierte Energiewirtschaft wird gerade dezentralisiert: Viele Windräder, Solarfarmen und vielleicht auch Wasserkraftwerke (die ich kritisch sehe) erzeugen überall in der Fläche Strom. Die Unternehmer und Profiteure sind dabei nicht nur die großen Stromkonzerne, sondern vielerlei Anbieter, auch der einzelne Landwirt oder die Genossenschaft einer Gemeinde. Da könnte vielleicht sogar ein Markt entstehen 😉

Siehe auch http://www.oeko.de/oekodoc/1512/2012-077-de.pdf

Da die Energie überall erzeugt wird, muss man sie auch nicht erst durch ganz Deutschland leiten. Und das beste: Die Anlagen stehen schon überall, die Einstiegsinvestition ist schon getan, auch wenn das EEG hier natürlich noch fordert.

Ganz anders die Offshore-Windparks: Sie sind die Renaissance des Zentralismus: Aufgrund des absurden Aufwandes können das natürlich wieder nur die Konzerne leisten, die sich von uns dafür bezahlen lassen. Die Anlagen liegen fernab von den Verbrauchern, allein der Anschluss an die Küste ist eine Herausforderung, die Weiterleitung nach Baden-Würtemberg ein Schildbürgerstreich. Aber irgendwie muss doch auch nach der Atomkraft eine Geldmaschine erhalten bleiben.

Hier muss ich nochmals auf die sehr gute Glosse des BR hinweisen, die ich in „Schlappe Energiewende“ schon gepostet habe.

Stromkonzerne zocken Haushalte ab

Strompreise in 2012 für Industrie minus 3%, für Haushalte plus 20%: Gerade eben in Bayern2 Notizbuch: gutes Interview mit Prof. Volker Quaschning, Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin. Der Experte erklärt sehr schön, wie mit den Strompreisen durch kontraproduktive Politik Schindluder getrieben wird. Wen das Thema interessiert, unbedingt alle drei Teile anhören!

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/gespraechspartner-03-01-13-notizbuch-volker-quaschning-100.html

  1. http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/volker-quaschning-strompreis-teil-1-100.html
  2. http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/volker-quaschning-strompreis-teil-2-100.html
  3. http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/volker-quaschning-strompreis-teil-3-100.html

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Altmaier: „Schwer nachvollziehbar“

Die Stromkonzerne geben Verteuerungen im Einkauf doppelt, Verbilligungen aber gar nicht weiter, sagt http://www.energieverbraucher.de/de/Energiebezug/Strom/News__1094/#con-13069. Deswegen fallen Erhöhungen doppelt so hoch aus wie rechnerisch nötig.

Bundesumweltminister Altmaier bezeichnet diese Erhöhung als schwer nachvollziehbar, denn die Einkaufspreise seien dank mehr Wind- und Solarstrom deutlich gesunken, so der Minister.

„Schwer nachvollziehbar“, da hat sich unser Umweltminister Peter Altmaier aber weit aus dem Fenster gelehnt, das wird sicherlich viele Konsequenzen haben 😉

Aber der hat ja gerade auch das neue Stromsparportal eröffnet, http://www.die-stromsparinitiative.de, das uns klar macht, das wir nur nicht richtig sparen, und einen neuen Kühlschrank kaufen müssen, am Preis liegt es also gar nicht.