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Ist die OPEC verrückt geworden?

Man reibt sich die Augen: Die Ölpreise sind seit dem Sommer im freien Fall: waren es im Juni noch 113,3 $ pro Barrel, so sind es heute, 27.11.2014 nur noch 75,6 $, also ein Rückgang von 33% in einem halben Jahr. Grund ist die hohe Fördermenge der OPEC, bei eher geringerer Nachfrage wegen einer schwachen Weltwirtschaft. 2008 waren es sogar schon einmal 147,40 $.

Die Heizölpreise in Deutschland sind in diesem Zeitraum immerhin um 19% gesunken. Die Dieselpreise von Juni bis Oktober leider nur um ca. 6%, da freuen sich die Mineralölkonzerne. Als Erdgaskunde frage ich mich: Wo bleibt die Kopplung an den Ölpreis? Nach oben hat das immer gut funktioniert, aber jetzt hat mich noch keine Senkung erreicht 😉 Aber das nur am Rande, ist eigentlich nicht das Thema dieses Posts.

Wie würden sie als Ölanbieter bei solchem Preisverfall reagieren, wenn die Fördermenge hoch ist? Weniger verkaufen und dafür teurer? So hat das in der Vergangenheit schon öfter funktioniert, diesmal aber nicht: Die OPEC fördert weiter auf Teufel komm raus, hat heute eine Drosselung abgelehnt, rational sehr schwer erklärbar.

Manche, auch Russland, sagen, das ist so gewollt, um Russland die Geldquelle abzudrehen und es so zu destabilisieren. Die wird aber meist sofort als krude Verschwörungstheorie abgetan, ein Begriff den man in letzter Zeit sehr oft und schnell als Etikett an missliebige Deutungen anheftet. Den Vogel abgeschossen hat heute morgen der „ARD Energieexperte“ Jürgen Döschner im Deutschlandfunk, der das ganze als Aktion von Saudi-Arabien und anderen gegen die USA deutete, um deren heimische Erdölgewinnung mit Fracking unrentabel zu machen. Erst im weiteren Verlauf des Beitrages hat er Russland mal so nebenbei erwähnt. Unglaublich, wie man im ÖR-Rundfunk für dumm verkauft wird. Nebenbei gesagt: Venezuela war für eine Drosselung der Förderung, Saudi Arabien als Verbündeter der USA dagegen. Ist doch logisch, dass es gegen die USA geht, oder?