Schlagwort-Archive: Beschneidung

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SZ-Interview mit Wolfgang Nešković zum Alternativvorschlag eines Gesetzes zur Regelung der religiösen Beschneidung:

http://www.sueddeutsche.de/politik/gesetzentwuerfe-zur-beschneidung-auch-religioese-gruppen-muessen-sich-verfassungsrechtlichen-werten-beugen-1.1529170

Viele gute Argumente gegen die Wischi-Waschi Regelung der Regierung.

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Beschneidung aus Mediziner-Sicht: http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/keine-heilung

Der Artikel diskutiert für und wider der Beschneidung aus Mediziner Sicht auf gutem Niveau. Siehe auch die Kommentare, dort auch Politiker.

Berufene Einwände gegen Beschneidung

Als Ergänzung zum Artikel zur Beschneidungsregelung ein gutes Interview im Deutschlandfunk mit Reinhard Merkel, Strafrechtler und Rechtsphilosoph an der Universität Hamburg und Mitglied des Deutschen Ethikrats.

Auch als Audio on Demand.

Beschneidungsrecht: Thema verfehlt

http://www.sueddeutsche.de/wissen/gesetzentwurf-des-bundesjustizministeriums-beschneidungsrecht-fuer-alle-1.1480166

Da wollte sich mal wieder mal beim Waschen keiner nass machen: Ein Gesetzentwurf, der das Problem leugnet und ein einfaches „Weiter so“ ermöglicht, ohne eine Position zu beziehen.

Da hat ein mutiger Richter ein Urteil gefällt, das eine wichtige Diskussion angestoßen hat, die damit wieder vom Tisch soll. Nach meiner Überzeugung ist es durchaus zu diskutieren, ob das religiöse Selbstbestimmungsrecht so weit gehen darf, kleinsten Kinder körperlich Veränderungen irreversibel und schmerzhaft zuzufügen.

Im Kern sehe ich eine Machtdemonstration der Priester darin: Der Lebensbeginn muss vom Priester abgesegnet werden, für Kind und Eltern ehrfurchtgebietend und beindruckend, sonst wird es kein richtiger Mensch. Die Religion und die Priester besetzen diese wichtigen Zeitpunkte im Leben der Menschen mit Ihren Ritualen.

Deswegen ist es auch so wichtig, dass es ein Priester und nicht ein Arzt macht, dann wäre diese Wirkung nicht gegeben. Die schwammige Formulierung „medizinisch fachgerecht“ ermöglicht dies ganz elegant, das kann ja jeder, ohne Arzt zu sein.

Das hat auch nichts mit Antisemitismus oder Muslimfeindlichkeit zu tun, sondern mit dem Setzen von Prioritäten: Individuelles Persönlichkeitsrecht vor religiösem Gruppenzwang. Deswegen sind auch alle Religionen, auch die christlichen, hier so einig in Ihrem Wehklagen.

Ich hoffe, es finden sich genügen Organisationen, die weiter dagegen juristisch vorgehen, damit dieses Thema noch in der Diskussion bleibt.

http://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/mein-koerper-gehoert-mir
http://pro-kinderrechte.de/wp-content/uploads/2012/08/faq_beschneidung.pdf