Archiv der Kategorie: Wissen

Wissen ist Macht, wir wissen nichts, macht nichts.

Dieter Tremel

2. November 2018

kraniche

Überflug Kraniche Landshut 02.11.2018 17:00

Gerade hatte ich ein neues Erlebnis: Eine größer Menge Kraniche hat meinen Wohnort heute gegen 17:00 in Richtung Norden überflogen. In Hessen habe ich schon mal Kraniche ziehen gesehen, in Bayern aber noch nie. Und die Zugrichtung nach Nord kann ich mir nur mit Schlafplatzsuche erklären.

Ich habe deswegen an meiner Beobachtung gezweifelt, konnte sie aber auf den Seiten des NABU klären: Unter https://naturgucker.de kann man Beobachtungen mit allen Attributen eintragen, zwei andere haben die Beobachtung dort kundiger als „Grus grus“ mit Ortsangabe, Richtung und Uhrzeit bestätigt.

Erst neulich gab es im Wetterthema der Tagesschau eine gute Seite zum Kranichzug.

Nachtrag 3.11.2018:
Auf der NABU-Website hat mir Gerhard Hubert die Kraniche nochmals per Kommentar bestätigt. Er schreibt „Vermutlich sogenannter Umkehrzug wegen der heftigen Unwetter in Nord-Italien„. Interessant.

Aktionsplan Wolf

„Wer hat Angst vorm bösen Wolf?“. Fast jeder, lautet wohl die Antwort. Seit den Gebrüdern Grimm wissen wir, dass da auch schon mal die Großmutter gefressen wird. Nach der Mehrheitsmeinung der Bevölkerung sollten „unerwünschte wilde Tiere“ in unserer Welt nur noch im Fernsehen vorkommen, in der Realität aber schon gleich gar nicht. Das gilt, wenn der Biber den nahe gelegenen Bach umgestaltet und sich der Biberberater sich dann den Zorn der Anrainer anhören muss. Es galt und gilt Medienwirksam bei Bären, wir erinnern uns alle noch an „Bruno, den Problembären“. Und angeblich gibt es auch noch zugewanderte (Problem?)-Luchse.

Aktuell ist mehr der Wolf im Fokus, wo kämen wir da hin wenn sich die Steckerlgeher vor wilden Tieren fürchten und die Schafzüchter ihre Tiere mit Zäunen, Hunden und Eseln schützen müssten. Dass die Schäfer staatliche Unterstützung für die Zäune kriegen und zudem meist andere Probleme haben, wird dabei unterschlagen. Schafwolle wird nicht mehr gebraucht, da wir uns in Plastik kleiden, und muss daher oft entsorgt (verbrannt) werden. Extensiv genutzte Flächen für Schafweide gibt es nicht mehr viele, das Wechseln von einer Fläche zur anderen ist bei unserem Verkehr ein großes Problem. Trotzdem ist das „Wolfs-Problem“ bei Schafzüchtern und bei Jägern ein hoch emotionales Thema.

Unser neuer bayerischer Ministerpräsident Markus Söder hat dafür natürlich ein Gespür und kündigt den „Aktionsplan Wolf“ an, spricht von einem Neustart und auch Richtungswechsel. Das läuft auf einen Abschuss von „verhaltensauffälligen Wölfen“ hinaus, mit dem Ziel „die Größe der Wolfspopulation auf das artenschutzrechtlich Erforderliche zu begrenzen“. Wer sich noch an Bruno erinnert, weiß, wie schnell so eine „Verhaltensauffälligkeit“ herbei definiert wird.

Man könnte das auch entspannter sehen, was aber wohl in Bayern und anderswo keine Wählerstimmen bringt. Da ist ein Beitrag wie der heutige im DLF von Dieter Bub mal wohltuend:

http://www.deutschlandfunkkultur.de/wildtiere-wer-hat-angst-vor-dem-boesen-wolf.1005.de.html?dram:article_id=415839

Ergänzung 18.04.2018:
Auch die Schafzüchter halten den Wolf nicht für ihr drängenstes Problem.

Sonntagsfrage en détail

Nochmals David Kriesel, der Mann ist eine Fundgrube! In meinem Blog habe ich ja schon eigene Charts zu den Wahlen präsentiert, in dem die Nichtwähler wie eine Partei dargestellt werden.

David macht ähnliches mit den Daten zu Sonntagsfrage, natürlich wieder nahezu perfekt, da bin ich als Blogger schon fast neidisch:

http://www.dkriesel.com/sonntagsfrage

 

All about that bass

Als Smartphone-Spätberufener habe ich immer noch so meine Entdeckungen: Radio on Demand. Während die „Welt am Morgen“-Nachrichten-Magazin-Sendungen, wie sie in Bayern2 und im Deutschlandfunk morgens laufen, mangels Themenvielfalt immer weniger mein Interesse finden, kann ich mit Anwendungen wie der DLF Audiothek viel selektiver meiner Leidenschaft für das Radio nachgehen. So höre ich inzwischen statt des laufenden Programms morgens beim Zähneputzen damit ausgewählte Sendungen. Ironischerweise habe ich früher verächtlich von Leuten gesprochen, die „mit dem Smartphone in die Dusche gehen“, genau das mache ich jetzt fast.

Dabei entdecke ich immer wieder tolle Sendungen und Features, die mich informieren, meinen Horizont erweitern und mich gleichzeitig amüsieren. Hier also mal so ein subjektiv ausgewähltes Beispiel: Eine knappe Stunde über den Bass in der Musik in der Reihe „Freistil“, wie für mich gemacht, mit einem ganzen Bausch von Themen vom Basso continuo des Barock bis Reggae, Drum and Bass und Dubstep, musikalisch, historisch und technisch betrachtet. Empfehlung!

http://www.deutschlandfunk.de/die-kultur-der-tiefen-toene-bass-ist-boss.866.de.html?dram:article_id=407415

Die Kultur der tiefen Töne

Bass ist Boss

Booom! Basstöne sind wie Detonationen. Sie fahren in die Magengrube und lassen Kirchen, Kinos und Clubs erzittern. Als ästhetisches Ausdrucksmittel haben die tiefen Frequenzen ihre Spuren am deutlichsten in der Musik hinterlassen.

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Der Butter auf die Semmel

Drei Kinder haben von mir leider kein Bayerisch gelernt, obwohl ich es im Alltag durchaus gerne spreche, wenn ich vertraut bin teilweise auch mit Kunden. Bei meinen Kindern habe ich wohl eine Ausnahme gemacht, schade, dass es nicht gelungen ist.

Mein Partnerin kommt aus Hessen, deshalb ist es bisweilen schwierig. Bei „der Butter“ oder „die Butter“ zum Beispiel bin ich tolerant, aber beim „Schiiiimsee“ für das große bayrische Gewässer kenne ich kein Pardon, das muss „Kiemsee“ heißen 😉

Es gibt keinen, der das so schön erklären und belegen kann, wie Gerald Huber vom Bayrischen Rundfunk, schon oft habe ich seine Beiträge genossen. Heute wurde mal wieder ein 16 Minuten langer Beitrag mit Klassikern (Semmel, der Butter, die Stranizn, …) gesendet, der viele Sachen fundiert klärt. Sogar, wo das „Hochdeutsche“ herkommt…

Als Patriot und Zuagroasta umbedingt anhören! (Den Brustton der Überzeugung von manchen der Straßeninterviews, dass nur Bayern Menschen seien, muss man sich halt wegdenken.)

Quelle: BR Podcast Zeit für Bayern

Ophelia hitting Porthleven

Der Fotograf Mike Lacey ist auf Wellen spezialisiert. Davon gab es reichlich, als Sturm Ophelia auf Porthleven in Cornwall traf. Schöne Bilder für Meeresliebhaber wie mich.

Storm Ophelia hitting Porthleven today

Little video from Ophelia hitting Porthleven today. Crazy to have a Portuguese man of war hit our gallery window. Hope you all stayed safe in Porthleven. By Mike Lacey Photography

Posted by Beautiful Cornwall on Dienstag, 17. Oktober 2017

Wahl absolut

In einem guten Post „Die Wahl in absoluten Zahlen“ zeigt Paul Schreyer, dass ein Blick auf Prozentpunkte relativ zu den abgegebenen Stimmen irreführend ist, ein Ansatz, den ich auch schon in meinem früheren Beitrag „Wer sind die Nichtwähler?“ gemacht habe.

Hier die aktualisierte Grafik für die absoluten Zweitstimmenergebnisse 1990 bis 2017 (klicken zum Vergrößern):

Zweitstimmen mit Nichtwählern bezogen auf Gültige

Zweitstimmen mit Nichtwählern bezogen auf Gültige

Dass die Verwendung des Begriffes „Volksparteien“ sehr fraglich geworden ist, zeigt der folgende Chart:

Zweitstimmen 2017

Zweitstimmen 2017

Nur kurz als Ergänzung, für diejenigen die immer noch an Rot/Rot/Grün glauben:

Bürgerliche Parteien (CDU/CSU, FDP, AfD), % bezogen auf Gültige Stimmen:

1990 1994 1998 2002 2005 2009 2013 2017
54.9 48.4 41.4 45.9 45.0 48.4 51.0 56.3

Rot Rot Grün (SPD, Linke, Grüne), % bezogen auf Gültige Stimmen:

1990 1994 1998 2002 2005 2009 2013 2017
40.9 48.0 52.7 51.1 51.1 45.6 42.8 38.7

Man kann leicht sehen, dass da kein Weg hinführt, die Gesellschaft rückt nach rechts. Dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass man die Grünen heute eigentlich schon zu den bürgerlichen zählen müsste. Und die SPD?

Siebenschläfer

Wetterkunde: Heute ist Siebenschläfer. Oder doch erst am 7. Juli? Was kann man daraus ableiten? Der Artikel im tageschau Wetterthema erklärt es vortrefflich. Die Rubrik ist immer einen Blick wert.

Für den heutigen 27. Juni gilt eine der wohl bekanntesten Bauernregeln: „Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag“. Kann man mit dieser Regel tatsächlich eine Aussage treffen, oder ist sie bedeutungslos?

http://wetter.tagesschau.de/wetterthema/2017/06/27/der-siebenschlaefer.html

Bildungstrichter

Bildungstrichter des Studentenwerks

Bildungstrichter der 20. Erhebung des Studentenwerks

Kaum weiß ich, was der Bildungstrichter ist, wird er auch schon abgeschafft. Es ist eine Grafik des Studentenwerks, die die Ungleichheit der Chancen auf einen akademischen Abschluss in Abhängigkeit von der sozialen Herkunft illustriert. In Zahlen:

Von 100 Akademiker-Kindern studieren 77. Von 100 Kindern aus Nicht-Akademiker-Elternhäusern schaffen dagegen nur 23 den Weg in Hochschule und Studium.

Da diese Erkenntnis aber in Zeiten der Aushöhlung von Bafög etc. unangenehm ist, wird sie nicht mehr propagiert, wie der folgende Artikel darstellt:

Universitäten ǀ Aufstieg für wenige — der Freitag

Das Thema liegt mir am Herzen, ich war der erste Student in meiner Familie und weiß, dass es nicht selbstverständlich ist und man einige Widerstände überwinden muss. Von Bafög und Studentenwerk habe ich sehr profitiert, ebenso natürlich von meinem Abschluss.