Archiv der Kategorie: Wirtschaft

Marx und die Akkumulation

Wieder ein interessanter Beitrag aus dem Politischen Feuilleton des DLF, seit Smartphone und DLF Audiothek höre ich konzentrierter „Radio on demand“ 🙂

Wo die Bourgeoisie regiert, gebe es kein Band mehr zwischen Mensch und Mensch und es herrsche das nackte Interesse an gefühlloser, barer Zahlung, heißt es in Marx‘ Kommunistischem Manifest. 

Quelle: Marx und die „Akkumulation“ – Die große Verwertung geht immer weiter

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Die Diskussion, ob Hartz IV zu hoch ist soll die Diskussion verdecken, ob nicht viele Löhne zu niedrig sind. Das wird wahrscheinlich wieder mal funktionieren. Guter Artikel in freitag.de dazu.

Die Inszenierung des Sozialschmarotzers hat Methode. Durch Spaltung soll die Gesellschaft wieder auf Kurs gebracht werden

Quelle: Hartz IV – Armut, die sich lohnt

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Während die „Presseschauen“ zum Teil über „falsche Vorstellungen“ der Azubis berichten, weiß es der Postillon mal wieder besser. Nachrichten sind Satire und Satire sind Nachrichten 😉

Was ist nur mit der Jugend von heute los? Trotz mieser Bezahlung und lausiger Arbeitszeiten wird laut dem Entwurf für den Berufsbildungsbericht 2018 mehr als jede vierte berufliche Ausbildung in Deutschland abgebrochen. In bestimmten Branchen liegen die Abbrecherquoten sogar noch deutlich höher. Die Arbeitgeber sind ratlos.

Quelle: Der Postillon: Trotz mieser Bezahlung und lausiger Arbeitszeiten: Immer mehr Azubis brechen Ausbildung ab

Was für die EU gilt, gilt für Griechenland noch lange nicht

Die unselige Privatisierung der Wasserversorgung ist die Gelddruckmaschine schlechthin. Für die Stadtpolitiker und die privaten Firmen, die übernehmen, ein Gewinn, für den Verbraucher und Steuerzahler ein Desaster. So gut wie nie wird in das Leitungsnetz investiert, immer die Preise erhöht, und wenn die Wasserqualität mangels Wartung des Netztes schlechter wird, dann fügt man reichlich Chlor zu, das ist das billigste. Ein Rückkauf wie in Berlin bringt dann Faktor 5 im Verkaufspreis.

Nach schlechten Erfahrungen hat die EU aus gutem Grund vor 4 Jahren Regeln erlassen, die eine Privatisierung der Wasserversorgung ausschließen. Doch für die gebeutelten Griechen gelten diese Regeln natürlich nicht: Die Wasserwerke von Athen und Thessaloniki sollen auf Druck der Gläubiger verkauft werden. Die taz meint dazu „es brechen alle Dämme“:

Die EU schließt eine Privatisierung der Wasserversorgung aus. Doch in Athen regieren die Gläubiger. Investoren dürfen jetzt zuschlagen.

Quelle: Privatisierung der Wasserversorgung: In Griechenland brechen alle Dämme – taz.de

Metallindustrie – Längere Beschäftigung von Zeitarbeitern ermöglicht

„Vorbildliches“ Verhalten der Gewerkschaft: Für unser Klientel in Stammbelegschaft handeln wir was heraus, für das Heer der Leiharbeiter sind wir nicht zuständig. Wer so leichtfertig die Zeitspanne für Leiharbeit von 1,5 auf 4 Jahre verlängert, hat die Bezeichnung Arbeitnehmervertreter nicht verdient.

In der Metall- und Elektroindustrie ist einem Medienbericht zufolge künftig eine deutlich längere Beschäftigung von Zeitarbeitern möglich.

Quelle: Metallindustrie – Längere Beschäftigung von Zeitarbeitern ermöglicht

Rote Linien hinter der Torlinie

In einem wunderbaren Beitrag wird in Deutschlandradio Kultur die derzeitigen Mediendarstellung der „Autobahnprivatisierung“ geschildert. Ganz toll das Bild im vorletzten Absatz:

Also habe die SPD „zwei dicke rote Linien gezogen: die doppelte Privatisierungbremse. (…) Wenn das jetzt Fußball wäre, dann hätten die die beiden Linien hinter der Torlinie gezogen. Und da steht jetzt Gabriel und sagt: Ich fange den Ball auf. Und er fängt ihn auch auf, aber ein Tor ist es trotzdem.“

Ein Interview mit Carl Waßmuth, Sprecher der Initiative „Gemeingut in BürgerInnenhand“

Europoly

Europoly, so heißt die medial gekonnt aufbereitete Studie zur Situation in den Ländern wie Portugal und Griechenland, die derzeit unter dem Einfluss der Troika stehen und kaum Aussichten haben, als Gewinner aus der Krise zu kommen.

Etwas sarkastisch wird die Analogie zum Spiele-Klassiker Monopoly aufgezeigt. Sehenswert!

http://europoly.tagesspiegel.de/

 

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In Filmberichten und Diskussionen wird oft der „kleine Mann“ als wesentlicher Teil unserer Gesellschaft erwähnt und über dessen Befindlichkeiten und Bedürfnisse spekuliert. Nur selten wird dieses Stereotyp aber definiert, hinterfragt und analysiert.

Nils Markwardt macht das in einem guten Artikel auf freitag.de sehr durchdacht:

https://www.freitag.de/autoren/nils-markwardt/kleiner-mann-warum