Archiv der Kategorie: Radio

Kritik an israelischer Politik gleich Antisemitismus

Immer wieder wieder kann man beobachten, dass Kritik an israelischer Politik gewollt pauschal mit Antisemitismus gleich gesetzt wird und mit dieser großen Keule gegen jede Stimme, gleich welche Argumente sie führt, gekämpft wird. In der Vergangenheit wurden auch viele Politiker, die sonst durchaus als moralisch gefestigt angesehen werden, mit diesem Vorwurf konfrontiert, wie zum Beispiel Norbert Blüm.

Auch ich fühle mich diesem Vorwurf ausgesetzt, da ich in diesem Blog auch die Ereignisse im Nahen Osten kommentiere, dies meist kritisch gegenüber israelischer Politik, aber mich selbst, nicht nur durch den Geburtsjahrgang bedingt, sondern auch nach Gewissenserforschung, gar nicht als Antisemit einordne.

Deswegen macht mir ein Beitrag wie der folgende aus der wöchentliche Sendung „Schalom“ des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden Angst. Die Sendung wird Freitags in Bayern 2 Radio nach den von mir geschätzten Radiospitzen ausgestrahlt, deswegen höre ich bisweilen mit rein. In der hier verlinkten Folge wird schon in den ersten 10 Minuten jeder Kritiker zum Antisemiten gestempelt, jegliches Recht zur Kommentierung der Politik verweigert und statt dessen mit Judenhass und Holocaust(Shoa)-Leugnung nahezu gleich gesetzt. Besonders abstoßend finde ich die Betrachtungsweise, dass auch intellektuelle Menschen Israel-kritisch sein können, wo die es doch auf Grund Ihrer geistigen Fähigkeiten besser wissen müssten. Der nahe liegende Umkehrschluss, dass nur dumme Menschen Kritik an Israel äußern bzw. äußern dürfen, befremdet mich. Interessanterweise wird das Sendungsthema von einem Leserbrief eingeleitet, der eine aktuelle und differenzierte Betrachtung der Ereignisse fordert und dessen Zitat für mich durchaus vernünftig und legitim klingt. Dies wird jedoch nur als Aufhänger benutzt, um genau jenes als ungehörig und fehlgeleitet darzustellen. Zitat: „gerne wird die israelische Regierung angegriffen, und wenn man dann hinter die Kulissen schaut, geht aus gar nicht um Israel, sonder um uns Juden im Allgemeinen“. Bei dieser Art der Darstellung bekomme ich Angst, und frage mich, ob ich hier Beiträge wie diesen überhaupt schreiben kann, ohne der schlimmsten Dinge verdächtigt zu werden.

 

Update vom 22.07.2014:

Zum gleichen Thema ein gutes Interview im DLF mit Rolf Verleger, ehemaliges Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland:

Wer hat Angst vor Dschihadisten?

Als echter Christoph Süß Fan kann ich natürlich den guten Süßstoff von letzter Woche nicht auslassen. Gruseligen Stimmen von Innenministern und weiblichen Verteidigungsministern…

Isis – die neue Terrorgefahr

Die Entwicklung im Irak ist besorgniserregend. Die Terrorgruppe Isis treibt dort gerade ihr Unwesen. Doch wir hier, im weit entfernten Westen, haben keine Angst vor dem Terror.

Hagen Rether in Österreich: Auftritt Online

Hagen Rether exklusiv auf Ö1 mit „Liebe“ (live aus dem Wiener Konzerthaus)

Im April ist Hagen Rether wieder auf Österreich-Tournee. Und es ist eine kleine Sensation, dass Hagen Rether, der sich den Medien seit Jahren konsequent verweigert, für Ö1 eine Ausnahme macht und zugestimmt hat, dass sein Auftritt im Mozartsaal des Konzerthauses in Wien live in Ö1 in der Reihe „Kabarett direkt“ übertragen wird.

Ö1 Kabarett direkt

Update 22.04.2014: Das Audio ist nicht mehr verfügbar, nur noch der Artikel und ein paar Schnipsel.

Jenny Marx

Jenny Marx

Jenny Marx

Gerade im Radio gehört:

Radio-Zeitreisen auf Bayern2 Radio stellt das Leben von Jenny Marx, der Frau von Karl Marx dar, die Ihm 7 Kinder gebar, seine Sekretärin war, und sehr unter dem entbehrungsreichen Leben der Familie litt.

Ein schöner Beitrag, der zum Nachdenken anregt und als erster einer Reihe von sechs die Leistungen der Frauen von berühmten Männern betont, die im Hintergrund mehr wirken, als oft wahr genommen.

Postwachstumsökonomie

Jeder, der nur halbwegs logisch denken kann, begreift, dass das Wachstum begrenzt sein muss, wenn es begrenzende Ressourcen gibt. Auf der Erde gibt es natürlich auch diese Grenzen, wie Fläche, Menge von Rohstoffen, Eingehende Energie von der Sonne.

Trotzdem ist heute das Maß aller Dinge das sogenannte Wirtschaftswachstum, von dem wir angeblich abhängig sind wie der Junkie vom nächsten Schuss. Immer wieder stellen sich Politiker vor die Mikrophone und behaupten, wenn wir nur mehr Wachstum hätten, werde alles gut. Das ist natürlich eine Lüge, wie die Geschichte zeigen wird.

Einer derer, die das gut und erfolgreich erklären, ist Niko Paech, Ökonomieprofessor aus Oldenburg, der Bereits in meinem Post „Wohlstand auch ohne Wachstum“ vorgestellt wird.

Anscheinen hat er einen guten Draht zu Bayern2 Radio, denn er kam jetzt wieder in 2 Sendungen, einem Feature und einem Portrait ausführlich zu Wort:

Wirtschaftswachstum: Darf’s ein bisschen weniger sein? – 03.07.2013
Um das Wirtschaftswachstum ist ein ideologischer Streit entbrannt. Die einen fordern zum Verzicht auf, wir sollten eher schrumpfen als wachsen. Andere sagen, wir brauchen Wachstum, sonst haben wir keine neuen Ideen mehr und allen wird es schlechter gehen. Aber brauchen auch Unternehmen immer mehr Wachstum? Oder können sie auch kreativ sein, ohne immer mehr haben zu wollen?
Nico Paech, Wirtschaftswissenschaftler – 05.07.2013
Nico Paech kritisiert das ständige Ziel des Wirtschaftswachstum. Und daher setzt sich der Ökonom damit auseinander, wie eine ökologisch verträgliche Lebensweise aussehen könnte. „Befreiung vom Überfluss“ heißt sein aktuelles Buch. Moderation: Stephanie Heinzeller

König David und President Obama

Normalerweise bin ich kein Typ für Morgenandachten und Sendungen die mit „Gedanken zu …“ beginnen, sehr häufig sind die Worte der Priester nicht für mich gemacht.

Heute hat im DLF mich der Vergleich von König David mit Obama von Angelika Obert aber erreicht, da er recht konkret auf Sicherheit, Überwachung und auch PRISM eingeht.