Archiv für den Monat: Juni 2018

Das Ende des Internets, wie wir es kennen

Wieder ein guter Beitrag im politischen Feuilleton des DLF, diesmal zur Umgestaltung des Internet, wie sie gerade mal wieder mit Aufhebung der Netzneutralität und EU Leistungsschutzgesetz betrieben wird.

Als Blogger betrifft mich das auch, Links auf andere Beiträge wie dieser könnten kostenpflichtig werden. Hoffentlich gibt es das Internet, so wie ich es schätze, noch lange.

Wikileaks, Piratenpartei und die wilden Onlinejahre sind vorbei. Stattdessen diskutieren wir über Upload Filter und die Datenschutzgrundverordnung. Dafür gebe es gute Gründe, aber die Regulierung habe auch ihren Preis, meint der Informatiker Enno Park.

Quelle: Zeitenwende – Das Ende des Internets, wie wir es kennen

Digitaler Nachlass

Der Bundesgerichtshof beschäftigt sich heute mit der Frage, ob Angehörige einen Facebook-Account erben können. Eltern wollten auf den Facebook-Account ihrer verstorbenen Tochter zugreifen, um deren Tod besser aufklären zu können. Facebook hatte das aus vermeintlichen Datenschutzgründen verweigert.

Zuvor hatten zwei Vorinstanzen unterschiedlich entschieden, zuletzt das  Kammergericht in Berlin hatte Facebook recht gegeben und den Eltern keinen Zugriff gewährt. Mit diesem Urteil war ich nicht einverstanden: Wenn ein Erbe Zugriff auf den materiellen Teil hat und dabei auch zum Beispiel auf die Geheimnisse eines Tagebuchs, so muss dies IMHO in gleicher Weise auch für den digitalen Nachlass gelten. Ein Testament kann den Schutz dieser Daten ja auch regeln und den Eltern, wenn gewünscht, den Zugriff verwehren.

Aber vielleicht zeigt ja dies generell das Problem der sozialen Netzwerke: Ich erstelle auf Facebook in meinem Account ein Bild meiner selbst mit umfangreichen Daten, aber wem gehören diese Daten dann? Mir oder Facebook? Das ist schon zu Lebzeiten ein Problem, erst recht nach dem Ableben. Aus diesem Grund habe ich keinen Account mehr und führe statt dessen diesen Blog, da ist die Sache klar, wo die Daten liegen und wem sie gehören. Aber auch der Lösch-Button ist bei facebook nicht so leicht zugänglich, und wo Kopien diese Daten herumgeistern weiß man ja seit der Affaire um Cambridge Analytica auch nicht mehr so genau.

Welche Fragen sich ergeben, und was man schon zu Lebzeiten tun kann, beleuchtet ein ausführlicher Beitrag im DLF:

https://www.deutschlandfunk.de/digitaler-nachlass-wenn-tote-auf-facebook-sind.724.de.html?dram:article_id=420871

 

Telefon-Links mit Grav

Meine Begeisterung für das flat-file CMS Grav steigt stetig. In einem Twig-Template habe ich gerade relativ leicht tel: links generiert:
<a href="tel:+49{{ person.telefon|regex_replace(['/[^0-9]/', '/^0/'], ['', '']) }}">{{ person.telefon }}</a>

In einem Template werden in einer for-Schleife Adressen ausgegeben. Da es alles deutsche Telefonnummern sind, kann ich sie leicht mit Ersetzungen mit regulären Ausdrücken auf das gewünschte Zielformat +4989123456 bringen. Die Telefonnummer ist im obigen Ausdruck in person.telefon gespeichert, in einem Format wie 089-123456. Sie wird zweimal verwendet, einmal im Klartext des Links, einmal verändert im href-Attribut.

Da Twig regex-Ersetzung nicht von Haus aus mitbringt, muss die php-Funktion durchgereicht werden. Meine Annahme, das habe Grav bestimmt schon gemacht, war richtig: mit regex_replace ist ein entsprechender Twig-Filter definiert. Der macht alles mit zwei Ersetzungen: Alle Nicht-Ziffern werden entfernt, die führende 0 wird entfernt. Das tel:+49 wird statisch davor gesetzt.

Nach vielen Erfahrungen mit TYPO3 und contao ist Grav für mich eine Offenbarung, da ich hier flexibel im Code arbeiten kann, aber nicht auf niedrigste php-Ebenen gehen muss. Und dies bei der Aufbereitung von Inhalten genauso wie bei der Gestaltung mit Themes. So, wie es eines Entwicklers würdig ist 🙂