Die Invasion der Barbaren

Diese Woche habe wir einen bemerkenswerten Film gesehen: „Die Invasion der Barbaren“ von Denys Arcand, einem franko-kanadischen Regisseur. Der Film hatte vieles was ich schätze: er war emotional sehr bewegend, intellektuell fordernd mit mit anspruchsvollen Dialogen, über die man Nachdenken kann, und frech und provokant mit kritischen Szenen zur Rolle von Staat, Gewerkschaft und Kirche auch wenn ich nicht jede Aussage teilen würde. Meine Empfehlung!

http://www.imdb.com/title/tt0338135/http://www.rottentomatoes.com/m/barbarian_invasions/

Den Film hatte ich ohne Vorwissen und Erwartungen von der Konserve ausgesucht und war in vielerlei Hinsicht überrascht: Von der Qualität und wie er mir gefiel, auch dass ich ihn gar nicht kannte, obwohl von 2003 und mit Oscar und vielen andere Auszeichnungen auch kein Geheimtipp. Auch: er war ein spätes Sequel von „Der Untergang des amerikanischen Imperiums“ von 1986, den ich ebenfalls verpasst habe und jetzt unbedingt mal sehen muss. Ist aber wegen des Alters und Inhalts (sehr offene Gespräche über Sex) wohl gar nicht einfach, der Regisseur ist wohl weder bei den öffentlich rechtlichen (zu respektlos), noch den privaten Sendern (zu intellektuell) beliebt. Auch DVD, Streaming etc. ist nicht so leicht zu bekommen. Als weiterer Film von Arcand  passt auch der „Jesus von Montreal“ in diese Reihe, prämiert und bekannt, aber noch nie von mir beachtet. Schade!

Neulich haben wir im ZDF Montagskino die Krimi-Action „Contraband“ gesehen, das krasse Gegenteil zu den Filmen von Arcand: Obwohl aufwendig und mit guten Schauspielern handwerklich ordentlich produziert, ist er langweilig, da sehr schematisch dem Genre folgend und kein Klischee auslassend. Mit dem Gehirn eines Regenwurms zu verstehen und wohl auch für schlichte Gemüter gemacht. Größer könnte der Unterschied nicht sein.

Update 05.04.2016: Heute Di, 5. Apr · 20:15-21:50 · ZDFkultur wird „Die Invasion der Barbaren gesendet.