Volker Pispers über die Medien

Volker Pispers wie immer nicht zimperlich in der Wortwahl und, wie zum Beispiel bei seiner Bemerkung über Helmut Kohl, auch gerne unter der Gürtellinie. Trotzdem gut, weil gut recherchiert und unglaublich viele Beispiele und Fakten seinem Text zugrunde liegen.

Seine Einschätzungen über die Medienlandschaft kann ich auch hier in Niederbayern bestätigen. Hier um mich herum wird vorausgesetzt, dass jeder die Landshuter Zeitung liest, ein Blatt, das viel Lokales berichtet, das heißt Taubenzüchterverein und Polizeibericht, aber auch Weltgeschehen und Politik gewürzt mit Boulevard. Die Redaktion lässt aber dabei nie außer Acht, dass das gesunde Volksempfinden treu zu Katholizismus, Wirtschaftsvertretern und dem, wie man in Bayern Politik definiert, stehen sollte. Neben vielen anderen Zeitungen der Zeitungsgruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung gehörte dem Verleger Martin Balle auch noch die Münchner Abendzeitung und das Lokalfernsehen Isar TV, sein Einfluss ist in der Region nicht zu unterschätzen und er nutzt ihn auch nach Kräften. In Niederbayern gibt es zwar auch noch die Passauer Neue Presse und die Mittelbayerische Zeitung, aber aufgrund der Wertschätzung der Leser für die Lokalnachrichten ist die Konkurrenzsituation überschaubar. Eine zusätzliche überregionale Tageszeitung wie die Süddeutsche Zeitung lesen hier nur wenige, insofern ist das vermittelte Weltbild aus den Printmedien sehr einheitlich.