Kein Kurswechsel in Israel

Zwei eigentlich sehr verschieden gelagerte aber gleich extreme Vorfälle in Israel bewegten stark, als sie gemeldet wurden:

Als Maßnahme der Regierung wird jetzt gefeiert, dass erstmals gegen einen Juden die sogenannte Verwaltungshaft verhängt wurde, eine Haft, die es ermöglicht, verdächtige Personen ohne Anklage oder Urteil praktisch uneingeschränkt festzuhalten und die bislang meist gegen Palästinenser eingesetzt wurde. Als ob es ein Fortschritt wäre, dass so etwas Ungesetzliches jetzt auch gegen Juden eingesetzt wird. Diese Denkweise erinnert an die Satire zur Amerikanischen Polizeigewalt beim Postillon.

In einem DLF Interview findet Moshe Zuckermann, Historiker an der Universität Tel Aviv, deutliche kritische Worte: Er nennt die Maßnahmen der Israelischen Regierung ein Lippenbekenntnis, da auch dort der religiöse Fundamentalismus systematisch verankert ist und fordert einen Kurswechsel der Regierung und ein Umdenken in der Bevölkerung. Ich hoffe, seine Position findet auch in Israel Gehör.

http://www.deutschlandfunk.de/extremisten-in-israel-zuckermann-religioeser.694.de.html?dram:article_id=327453