Nicht nur Fremdenfeindlichkeit

Die Schweizer Abstimmung gegen die Freizügigkeit ist mit Ihrem Votum eine Zäsur in Europa und darf nicht unterschätzt werden. Für mich steht sie in einer Reihe mit der ebenso überraschenden Sieg der Gegner gegen die dritte Startbahn des Flughafens München.

Dabei ist das Ergebnis im Kern eben nicht nur eine ausländerfeindliche Haltung, auch wenn sie bedauerlicherweise natürlich auch aus diesen Motiven und Ängsten heraus Stimmen bekommen hat. Sie ist nicht nur ein Reflex von Angst vor Fremden sondern auch ein Bremsklotz  vor der Beliebigkeit im Vorgehen der Wirtschaft.

Für große Teile der Bevölkerung ist es eben nicht mehr attraktiv, wenn sie auf dem sogenannten „Arbeitsmarkt“ von Kräften aus dem Ausland bedrängt wird, aber andererseits wenig Nutzen davon hat. Wer Medikamente oder Autos billiger aus dem Ausland beziehen will, merkt schnell, dass diese Vorteile ihm nicht nahe gelegt werden. Die Kosten und Lasten für die Öffnungen trägt aber die Allgemeinheit.

Für mich ist es auch nicht transparent, wenn man uns jahrelang erklärt, dass die Türkei nicht reif für Europa ist, Rumänien und Bulgarien aber handstreichartig aufgenommen werden. Mag der Arbeitsmarkt davon profitieren und es geopolitisch Vorteilhaft für den Westen sein, aber profitiert der Bürger im Saldo wirklich davon?

Nochmal: Dieser Post will nicht zur Ausländerfeindlichkeit beitragen und keine Mauer um Deutschland bauen, sondern lediglich die anderen Aspekte des Ergebnisses beleuchten, wie der folgende SZ-Kommentar:

http://sz.de/1.1891554

Differenziert betrachtet das auch der folgende Artikel:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=20701