Gabriel bremst Ökostrom an der falschen Stelle

Unsere umweltgerechteste und billigste Energiequelle ist derzeit Windstrom an Land, insbesondere in den küstennahen Regionen. Ein Windrad dort ist technisch bewährt, billig aufzustellen, leicht an das Netz anzubinden, beeinträchtigt landwirtschaftlich nutzbare Flächen kaum und liefert gute Erträge. Wer sagt, Kohle- und Atomstrom ist billiger, hat zwar vordergründig recht, aber wenn man die Subventionen abzieht und die waren Kosten ansetzt gilt dies nicht mehr.

Jetzt hat Energieminister Gabriel eine Eckpunktepapier veröffentlicht, das genau diese Energiequelle weniger und dafür Kohlestrom (NRW und Frau Kraft freuen sich) und die aufwendigen Investitionen der großen Energiekonzerne mehr fördert. Strom soll „professioneller“ werden, also weniger Möglichkeiten für Bürger und Genossenschaften, mehr für die  etablierten Player. Als Grund wird die „Preisbremse“ für den Bürger angeführt, für die Preissteigerungen werden mal wieder nur die bösen erneuerbaren Energien verantwortlich gemacht. Dabei liefern gerade die bestehenden Windräder den billigen Börsenstrom, von dem die großen Stromverbraucher profitieren, aber an dessen Ausbau sie sich wegen der vielen Ausnahmen nicht beteiligen. Diese Konstruktion und ihre inherente Ungerechtigkeit ist die Ursache für die hohen Preise der Haushalte, nicht dass wir mehr und neue Möglichkeiten haben, den Strom zu produzieren. Die Richtung, die Gabriel einzuschlagen scheint, ist deswegen zu kritisieren. Die passiert aus den eigenen Reihen, wie der SZ-Beitrag im folgenden zeigt. Hörenswert auch die Einwände der Grünen in dem DLF-Interview von heute mit Simone Peter im Audio unten.

http://www.sueddeutsche.de/politik/energiewende-spd-ministerpraesident-albig-kritisiert-gabriels-windkraft-plaene-1.1866717