Archiv für den Monat: Juni 2013

Attac rechnet vor

Wer nur Bildzeitung liest, glaubt die Griechen sitzen nur alle von dem Geld in der Sonne, das die fleißigen Deutschen erarbeiten. Mit anderen Quellen kann man sehr gut sehen, dass Länder wie Griechenland nur ein Durchlauferhitzer für Steuergelder sind, die an Anleger und Investoren verteilt werden. Zuvor hat man hat Griechenland das Geld wider besseres Wissen auch geliehen, damit sie uns die schönen Sachen abkaufen können, die wir als Exportweltmeister produzieren. Zur Erinnerung: Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur und Griechenland der beste Kunde.

Vorgerechnet hat das jetzt dankenswerterweise attac Österreich: „77 Prozent flossen in den Finanzsektor“ ist das Ergebnis des Berichts.

Im SZ Artikel dazu (http://sz.de/1.1698066) wird die Frage gestellt, was ohne die Rettung passiert wäre, die stets unbefriedigend beantwortet wird. Hier gibt es nur die düsteren Weltuntergangsszenarien der Rettungsbefürworter. Schade, dass sich hier nie jemand zu einer alternativen Prognose bewegen lässt.

Homöopathie für Rosen

Gerne gebe ich es zu, ich habe keinen Drang zu Esoterik und auch mit der Homöopathie habe ich so meine Probleme. Um so erstaunter habe ich gerade den Notizbuchbeitrag soeben vernommen, dass es Homöopathie auch für Rosen geben soll. Da werden zwei weiblich besetzte Themen, die Rose und die Homöopathie geschickt verbunden. Da fällt mir immer nur der Spruch von Else Kling aus der Lindenstraße ein: „Wenn’s schee macht“.

http://www.narayana-verlag.de/Homoeopathie-fuer-Rosen/Christiane-Maute/b13520

Notizbuchbeitrag zum Buch vom 13.06.2013

Java EE 7 ist fertig

Oracle hat Java EE 7 gelauncht:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Oracle-gibt-Java-Enterprise-Edition-7-offiziell-frei-1887250.html

http://www.oracle.com/us/corporate/press/1957557

Ich habe es mit Netbeans 7.3.1 bereits im Test, aber habe wie immer bei einem Upgrade noch so kleinere Probleme, meine Anwendungen darauf zum Laufen zu kriegen. Viele Warnings around CDI.

Mollath bleibt in der Psychiatrie

Gustl Mollath bleibt in der Psychiatrie, weil der Psychiater, der das letzte Gutachten verfasst hat, keine Lust hat, noch was dazu zu sagen. Er fühle sich „extrem beeinträchtigt“ von den negativen Reaktionen auf seine Arbeit. Ein anderer darf nichts sagen, da man innerhalb des alten Verfahrens bleiben muss. Schlimm für den Betroffenen. Es bleibt weiter spannend, die Untersuchung dieses wahrscheinlichen Justizirrtums zu beobachten. Wenn sich der Verdacht des Mißbrauchs der Justiz bestätigt, wäre das ein großer Skandal, die schlimmsten Ängste bestätigend.

http://sz.de/1.1694933

Update vom 13.06.2013: Kommentar von Heribert Prantl

 

PRISM aufgehübscht

Über das Daten-Durchforstungs-Projekt PRISM der USA habe ich in Maßloser Überwachungsstaat geschrieben. Ein pfiffiger Anbieter, Emiland de Cubber,  hat die Folien, die der Beleg der Aufdeckung waren, aufgehübscht, weil er sie so hässlich fand. Zwei Dinge kann man sehen:

  1. Die Folien im Original erleichtern die Bewertung von Prism, weil sonst ja alles geheim ist.
  2. Der Mann versteht sein Handwerk, seine Folien sind auf jeden Falle ansehlicher und zeitgeistiger. Intelligente Werbung für seine Dienstleistung.

Link

In der Augsburger CSU gibt es beleidigte Leberwürste: Wegen einer in meinen Ohren vergleichsweise harmlosen Behauptung in einem Leserbrief, deren Personalpolitik wäre von Interessen geleitet, ist eine Rentnerin von Augsburger Politikern auf EUR 5000 abgemahnt worden. Unglaublich.

http://sz.de/1.1693304

Glassfish 4.0 erschienen

Oracle führt nach ziemlich schlechter Presse in letzter Zeit mal wieder was Positives in die Java Welt ein: Schon einen Tag vor dem morgigen Java EE 7 Launch ist Glassfish 4.0 Online verfügbar. Dieser Applikationsserver ist die Referenzimplementierung für Java EE 7 und wird von mir intensiv benutzt.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/GlassFish-4-0-als-Referenzimplementierung-von-Java-EE-7-1886255.html

http://www.heise.de/developer/meldung/Referenzimplementierung-fuer-Java-EE-7-GlassFish-4-0-erschienen-1886175.html

https://glassfish.java.net/

Das war tödlich

Gestern habe ich mich mal wieder sehr über den Tatort „Er wird töten“ aus Bremen geärgert: Hohes Aufregerpotential, gerade für Eltern, wenig erzählte Geschichte. Eigentlich nichts zu ermitteln, bis auf die Wendung vom Schluss, aber die war nach 25 Minuten schon klar. Inga Lürsen in ihrer altersbedingt bewegungslosen, aber doch stets sehr emotionalen und Frauen-verstehenden Rolle wäre für mich ganz oben auf der Pensionierungsliste der ARD-Tatort-KommisarInnen.

Die Szenen zur Afghanistan-Bewältigung waren, wieder mal, politisch diktiert, man hätte sie ohne Probleme herausschneiden können und in jeden anderen Film einsetzen, ohne dem Film und der Handlung was zu nehmen. Das braucht es schon die Gemeinsamkeit der Federn in den Szenen, um das ganze überhaupt anzubinden. Wahrscheinlich sind es die selben Politiker, die erst entscheiden, dass Deutschland am Hindukusch verteidigt wird und unsere Soldaten da hin schicken, und nachher solche Szenen erwirken, damit „Volk“ versteht, wie schwierig das für unsere Jungs dort ist.

Herrlich wieder die Rezension von Matthias Dell auf freitag.de:

http://www.freitag.de/autoren/mdell/zapf-eure-quellen-an

Maßloser Überwachungsstaat

Jetzt scheint ein bisschen herauszukommen, was jeder misstrauische  IT-ler schon immer geahnt hat: In den USA wird der gesamte Datenverkehr systematisch überwacht, seit dem 11. September und dem unseligen Patriot Act ist nichts mehr heilig. Egal, ob Microsoft, Google, Apple, Facebook, DropBox… alles ist interessant, relevant, nichts ist unverdächtig.

Geheim ist bei diesem Programm PRISM nur die Vorgehensweise, schon die Diskussion darüber durch eingeweihte ist Verrat und damit strafbar. Unverständliche Andeutungen von Senatoren lassen diese jetzt schon als heldenhafte Mahner erscheinen. Alles in allem ist dieses große Land keine Vorbild mehr für Freiheit und Offenheit, eher für ein Ungleichgewicht zwischen dem Staat und den Bürgerrechten. Dies benennt der Spiegel-Artikel auch erstaunlich unverblümt und schonungslos. Ich zitieren den letzten Absatz:

Grundrechte sind aber keine Frage der Technik und des Marktes. Das US-Überwachungssystem läuft in vielen Punkten demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien zuwider. Davon sind Menschen weltweit betroffen, weil die amerikanischen Online-Riesen so viele Kunden haben. Die Bundesregierung und die Europäische Union haben dieser Entwicklung bislang tatenlos zugesehen. Eine Studie im Auftrag des EU-Parlaments warnt vor Datentransfers in die USA wegen der möglichen Überwachung. Politische Konsequenzen hatte das bislang nicht. Weder die EU noch die Bundesrepublik setzen sich dafür ein, dass US-Dienste die Grundrechte ihrer Bürger achten.

Man stelle sich mal vor, dass man durch falsche Ergebnisse dieser Überwachung in Guantanamo landet. Dann bringen einen geheime, untransparente Erkenntnisse in ein entlegenes Gefängnis ohne Möglichkeit von Rechtsbeistand und anderer rechtlicher Schritte. Das hätte sich Franz Kafka nicht besser ausdenken können. Ist das die Demokratie und Freiheit, die wir Länder wir Ländern wie Afghanistan, Libyen e.a. lehren wollen?

http://sz.de/1.1691630

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/project-prism-die-cyberspionage-der-nsa-a-904391.html