Archiv für den Monat: Februar 2013

Pearson Verlag gibt Computerbücher auf

EDV-Grundwissen

Buch EDV-Grundwissen

Da ich (vor einiger Zeit) Ko-Autor des IT Fachbuches „EDV-Grundwissen“ vom Addison-Wesley Verlag war, interessiert mich die folgende Meldung natürlich besonders, die besagt, dass der Pearson-Verlag keine IT-Fachbücher mehr verlegen will:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Pearson-streicht-IT-Fachliteratur-aus-dem-Programm-1807126.html

Dies zeigt nicht den Niedergang der Themen, aber den Niedergang des Computerbuchs, da die Leserschaft dieser Bücher heute vor allem Quellen im Web nutzt, um sich zu informieren und fortzubilden. Weiterlesen

Reality-TV in der Reality

Nein, ich schaue nicht regelmäßig Privatfernsehen, habe kein HD+ abonniert und mein Anteil an gesehenen Sendungen aus dem Privatfernsehen wird immer geringer. Aber manchmal zappt man halt doch rein 😉 und wundert sich, was die Protagonisten von Reality-Shows in „Extrem Schön“, „Frauentausch“ etc. aushalten müssen. Ich frage mich dann immer, wie hoch die Beträge sind, die man dafür bekommt, damit es sich für die meist bedauernswerten Menschen, die sich dafür zum Affen machen, wenigstens auch rentiert. Das es nicht so lukrativ ist wie gedacht, zeigen Prozesse die geführt werden:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/reality-fernsehen-die-klappe-faellt-der-kandidat-geht-pleite-12086231.html

Rechner kaputt, Office weg

Früher kamen solche Meldungen bei Heise am 1. April, heute sind sie Realität: Wenn der Rechner kaputt geht, verfällt die Office Lizenz, weil sie seit Neuestem an die Hardware gebunden ist. Das wäre in etwa so, wenn ich das Autoradio nach einem Motorschaden auch neu kaufen müsste.

Die Industrie ist gerade dabei, dem Verbraucher den Besitz abzugewöhnen: Alles ist an eine gewisse Hardware, einen gewissen Account oder an eine gewisse Nutzungsart gebunden. Am besten Konsum nur aus der Cloud und nur per Streaming. Auch wenn das teilweise mit einer gewissen Bequemlichkeit verbunden ist, werden die Risiken dahinter unterschätzt: Geht der Anbieter insolvent, sind alle Inhalte weg, geht der Verbraucher Hartz IV, besitzt er nichts mehr und streamt auch nichts mehr.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/MS-Office-2013-Lizenz-auf-Gedeih-und-Verderb-an-einen-PC-gebunden-1805255.html

Dokumentarfilmerin klagt gegen Antisemitismusvorwurf

Mit dem Vorwurf des Antisemitismus wird gerade verhindert, dass der Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ von Stefanie Landgraf und Johannes Gulde in Schulen gezeigt wird. Der Film zeigt eine Reise einer Jugendgruppe in die Krisenregion im Nahen Osten und wird vom freikirchlichen Pastor Hansjürgen Kitzinger als antisemitisch eingestuft, weshalb ein Bürgermeister die Verwendung in den Schulen gleich mal untersagt hat. Dabei wird der Film gerade auch von evangelischer Seite namhaft unterstützt und gefördert:

Schirmherr des Projekts: Landesbischof Dr. Johannes Friedrich
Gefördert von: 
Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, Robert Bosch Stiftung, Auswärtiges Amt
Gesamtleitung und Durchführung: 
Pfarrer Eckart Bruchner, Interfilmakademie München/Antwerpen und Stefanie Landgraf & Johannes Gulde, Terra Media Corp., München.

Trotz des Streits wird der Film weiter von der Evangelischen Medienzentrale Bayern empfohlen.

Diesen Vorgang hat die TAZ in einem Artikel geschildert, ebenso die NRhZ, die Produktionsfirma Terramedia wehrt sich dagegen mit einer Erklärung und einer Klage gegen den Priester. Diese ist nun leider in erster Instanz gescheitert. Die Filmemacher wollen aber weiter klagen. Weiterlesen

Bravo Benedikt

Papst Benedikt (wikipedia)

Papst Benedikt (wikipedia)

Papst Benedikt hat mit seinem Rücktritt seiner Amtszeit noch eine revolutionäre Note gegeben, indem er die Kirche und insbesondere seinen Nachfolger angeregt hat, das Papstamt neu zu definieren. Dies verdient höchsten Respekt.

Ich habe die lebenslange Amtszeit immer als unübersehbaren Anachronismus empfunden: Wie soll jemand in hohem Alter eine solch komplexe Organisation wie die katholische Kirche mit der im verliehenen riesigen Machtfülle und der damit verbundenen Verantwortung leiten, wenn er gebrechlich ist? Bereits in der Kindheit habe ich viel mit alten Menschen zu tun gehabt, und kann es mir einfach nicht vorstellen, dass lebenslanges Wirken dem Amt dient. Zweifelsohne werden in solchen Phasen körperlicher und geistiger Schwäche andere die Macht ausüben und die Kirche prägen. Dies ist ein größerer Widerspruch zur Definition des Papsttums als er sich jetzt durch den Rücktritt ergibt.

Noch ganz genau ist mir die lange Qual in Erinnerung, die Johannes Paul II. durch die Kombination von Krankheit und Amt erleiden musste. Dies war der Würde des Amtes und der Fülle der Aufgaben unangemessen. Viel schlimmer noch: Es hat den Ritualen der Kirche und den repräsentativen Auftritten ein unmenschliches Antlitz gegeben.

Vielleicht war ja Josef Ratzinger in dieser Zeit als Chef der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre schon ein bisschen Papst, so dass er nur noch die Bürde des Amtes durch die Wahl bekommen hat. Diese Bürde hat er nun wieder abgeschüttelt. Die Amtszeit wird wohl vor allem mit Ihrem Anfang, der „Wir sind Papst“ Euphorie, und ihrem Ende, der Neudefinition des Papsttums durch Benedikts Rücktritt, in Erinnerung bleiben.

Ich schließe mich mal wieder Heribert Prantl an, der lesenswert in der SZ schreibt:

In dieser Größe liegt aber etwas sehr Bitteres, ja Tragisches – weil die Kraft sich eben erst im Abschied zeigt. Nur mit seinem Rücktritt sprengt Benedikt die Ketten der Tradition, überall sonst hat er an den Ketten der Tradition nicht gerührt, da und dort hat er sie sogar verstärkt; nur dieses eine Mal wächst er über sich, über sein Herkommen, sein traditionelles Verständnis von Kirche, nur dieses eine Mal wächst er hinaus über das, was schon immer galt in der Kirche.

Sehr viel beissender und kirchenferner drückt dies die taz in Ihrem „Nachruf auf Papst Benedikt“ aus, doch auch solche Stimmen haben angesichts der Amtsführung ihre Berechtigung.

Keine Werbe-Toolbar beim Java Update

Oracle leistet sich die Unsitte, beim Java-Update eventuell die unerwünschte Werbe-Toolbar von ask.com zum installieren. Dagegen regt sich ganz zurecht Widerstand in Form einer Petition. Andere Freeware wie zum Beispiel Avira Free Antivirus machen auch so einen Schmarrn, aber bei einem Update, das der Benutzer lobenswerterweise aus Sicherheitsgründen einspielt, ist es besonders verwerflich.

Auch die Interessengemeinschaft der Java User Groups (iJUG) begrüßt die Petition. Daher: Petition unterschreiben

Link

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