Tatort: „Machtlos“

Gestern ein sehr experimenteller, aber trotzdem guter Tatort. Eher philosophisches Kammerspiel als Lösen eines Falles. Alles an diesem Film nimmt sich zurück: Die Polizeieinsätze, die Stimmen der Schauspieler, die Darstellung des Polizeiapparates. Keine gewohnten Bilder: Keine hysterische Mutter, keine Telefonzurückverfolgungs-Ritual, keine rüden Drohungen durch den Entführer, kein good-cop, bad-cop Spiel, kein Klischee wird benutzt und ausgefüllt. Erleichterung: Auch kein Versuch die Ermittler foltern zu lassen wie etwa im Fall Metzler/Gäfgen/Dascher.

Die Machtlosigkeit auf allen Ebenen wird schön gezeigt und auch zum Schluss nicht mit einem Patentrezept gelöst, sondern nur unspektakulär zu Ende geführt: Dem Zuschauer bleibt viel Raum und Zeit zum Nachdenken, der Fall ensteht im Kopf und nicht auf der Mattscheibe, was mir sehr gut gefällt. Andere wie die Spiegel Kritik finden das langweilig. Ich schließe mich da eher den lobenden Seiten an:

http://www.sueddeutsche.de/medien/berlin-tatort-machtlos-wer-die-stille-ertraegt-1.1565558

http://www.freitag.de/autoren/mdell/ein-rentner-aus-spandau