Archiv für den Monat: November 2012

Altmaier: „Schwer nachvollziehbar“

Die Stromkonzerne geben Verteuerungen im Einkauf doppelt, Verbilligungen aber gar nicht weiter, sagt http://www.energieverbraucher.de/de/Energiebezug/Strom/News__1094/#con-13069. Deswegen fallen Erhöhungen doppelt so hoch aus wie rechnerisch nötig.

Bundesumweltminister Altmaier bezeichnet diese Erhöhung als schwer nachvollziehbar, denn die Einkaufspreise seien dank mehr Wind- und Solarstrom deutlich gesunken, so der Minister.

„Schwer nachvollziehbar“, da hat sich unser Umweltminister Peter Altmaier aber weit aus dem Fenster gelehnt, das wird sicherlich viele Konsequenzen haben 😉

Aber der hat ja gerade auch das neue Stromsparportal eröffnet, http://www.die-stromsparinitiative.de, das uns klar macht, das wir nur nicht richtig sparen, und einen neuen Kühlschrank kaufen müssen, am Preis liegt es also gar nicht.

Patriot nahe Syrien

Bevor die Türkei richtig gefragt hat, sagt unser Verteidigungsminister de Maizière schon Ja zur Stationierung von Patriot Raketen an der türkisch-syrischen Grenze.

http://www.sueddeutsche.de/politik/patriot-luftabwehrsystem-an-tuerkisch-syrischer-grenze-tuerkei-vereinbart-raketen-stationierung-mit-nato-partnern-1.1528007

Die Türkei wird zwar aus der Luft gar nicht bedroht, sondern wenn dann nur von Mörsergranaten getroffen: Nicht so wichtig.

Wer schießt diese Mörsergranaten überhaupt? Wer einen Zeitungsartikel findet, der diese Frage stellt, möge einen Kommentar hinterlassen, ich habe keinen gefunden, der hier nur annähernd eine Information oder Mutmaßung liefert. Reichlich Raum für weniger seriöse Verschwörungstheorien. Das Grenzgebiet ist für die Frage, wer in Syrien in Zukunft regiert sicherlich nur von nachrangiger Bedeutung. Würde die Regierung Assad wirklich Ihren Streitkräften befehlen, durch einzelne Beschüsse die Türkei solange zu provozieren, bis der Nato-Bündnisfall ausgerufen wird? Was hätte sie davon? Wer diese Fragen stellt, dem dürfte schnell klar sein, dass dieser Beschuss nur von den sogenannten Rebellen kommen kann.

Ich spiele mal den Wahrsager: Es wird sich bald ein Anlass für eine Flugverbotszone über Syrien finden, wie praktisch, wenn dann unsere Patriots schon da sind. Diese Flugverbotszone wird natürlich nur zum Schutz der syrischen Bevölkerung vor Gräueltaten da sein. Dass in Ihr auch Nato-Flugzeuge prima fliegen können: Nicht so wichtig.

Update 21.11.2012: Guter Artikel in freitag.de:
http://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/hinein-ins-vergnuegen

Einseitige Berichterstattung über Israel

Die Berichterstattung über die kriegerischen Auseinandersetzungen bei Gaza sind in den meisten Medien einseitig und betonen die Verfehlungen der Hamas überproportional. Ein schönes Beispiel ist der aktuelle BR Nachrichtentext:

In der israelischen Metropole ist wegen Luftangriffen erneut Alarm ausgelöst worden. Kurz darauf war eine schwere Explosion zu hören. Die radikal-islamische Hamas hatte von Gaza aus zwei Raketen auf Tel Aviv abgefeuert. Nach Informationen der Polizei gab es aber keine Verletzten und keine Schäden. Bereits gestern hatten radikale Palästinenser zwei Raketen auf Tel Aviv abgeschossen. Auch die Feuerpause, die während des Besuchs von Ägyptens Regierungschef Kandil im Gazastreifen gelten sollte, hielt nur kurze Zeit. Mehr als 50 Raketen wurden auf Israel abgefeuert. Sie trafen unter anderem Häuser im südisraelischen Aschkelon. Die israelische Armee reagierte ihrerseits mit Luftangriffen. Außerdem hat sie damit begonnen, 16.000 Reservisten einzuberufen. Die israelische Regierung macht damit deutlich, dass sie auch zu einer Bodenoffensive bereit ist.

Viel Raum für die Ereignisse in Tel Aviv, doch was wissen wir darüber? Luftangriffe? Hörensagen von „schwerer Explosion“, nach Informationen von“ ohne Schäden? Natürlich enden diese Raketen im Meer, ohne Beweise, aber stets mit „schwerer Explosion“. Die Raketen heute sind sogar genau gezählt worden: „über 50“. Die massiven Luftangriffe der Israelis sind nur einen kurzen Hauptsatz wert, natürlich nicht ohne das Wort Reaktion.

Ich will dabei nicht die Raketen der Hamas entschuldigen, die der Bevölkerung im Süden Israels viel Schrecken bringen, aber dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird kann man erkennen ohne die Worte genau zu zählen.

Dass die verwendeten Qassam-Raketen nicht etwa High-Tech Gebilde aus ausländischer Lieferung sind, die problemlos Tel Aviv erreichen können, sondern Bastel-Lösungen, deren Erfolg eher zufällig ist, kann man leicht nachlesen, wird aber auch nie erwähnt. Würde man die Verletzten auf beiden Seiten zählen und angeben, und nicht die Raketen, so wäre das Bild schnell ein anderes.

Dass israelische Geschosse nicht so leicht ins Meer fallen, zeigt zum Beispiel das Foto des BBC-Korrespondenten Jon Williams des Hamas Innenministeriums.

Dieser Konflikt lässt sich wegen der langen Vorgeschichte und Komplexität eben nicht nur auf das natürlich gegebene israelische Recht auf Selbstverteidigung reduzieren, das von Politikern und Medien so gerne zitiert und betont wird und stets nur die Hamas-Raketen zählt. Er muss breiter diskutiert und wirklich mal angepackt werden, aber auf der Verhandlungsebene und nicht mit Waffen wie dies Israel gerade getan hat.

Palästina anerkennen

Gerade unter dem Eindruck der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und den Palästinensern wäre eine Anerkennung von Palästina in den UN ein wichtiger Schritt.

Da jetzt schon über Kriege getwittert wird, scheint mir der Link auf eine Seite mit einer Online-Petition vertretbar, auch wenn ich solche Petitionen nicht für das Maß aller Dinge halte. Den dort genannten Forderungen kann ich mich aber anschließen:

http://www.avaaz.org/de/palestine_worlds_next_nation_a/

Bitte unterstützen Sie die rechtmäßige Forderung nach einer Anerkennung des palästinensischen Staates und einer Achtung der Rechte des palästinensischen Volkes. Nach Jahrzehnten gescheiterter Friedensverhandlungen ist es an der Zeit, dass sich das Blatt wendet, die Besatzung beendet und eine friedliche Zweistaatenlösung angestrebt wird.

Total eclipse

http://blogs.wsj.com/scene/2012/11/15/pictures-total-eclipse-of-the-sun/tab/slideshow/

Ein wunderschönes Bild von Brian Cassey in der SZ hat Australier bei der Beobachtung der der totalen Sonnenfinsternis in Queensland am Ellis Beach, einem romantischen Palmenstrand gezeigt. So würde ich mir die Beobachtung einer Sonnenfinsternis auch vorstellen.

Ich kann mich noch gut an die Sonnenfinsternis vom 11.08.1999 erinnern, die direkt über meinen damaligen Wohnort Freising hinweg zog, wir machten extra auf einer Wiese eine Beobachtungsparty mit vielen anderen Menschen. Einer der stärksten Eindrücke in meinem Leben.

Skurril fand ich, dass die Medien ständig vom Weltuntergang zur Jahrtausendwende schrieben und dieses Naturschauspiel fast nicht würdigten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenfinsternis_vom_11._August_1999

Völkerrecht nach Israels Lesart

Nach einer Meldung des BR lässt Israel über seine Botschafter für den Fall einer Anerkennung von Palästina durch die UN drohen, sogar mit Annexion von Siedlungsgebieten und Sturz von Abbas. Eine doch sehr eigenwillige Lesart des Völkerrechts. Es wäre zu hoffen, dass die traditionellen Unterstützer Israels sich hier auch einmal zu einer maßvolleren Gangart durchringen. Ein Prüfstein für Obama in seiner zweiten Amtszeit.

http://www.sueddeutsche.de/politik/vor-anerkennung-als-un-beobachterstaat-israel-droht-palaestinensern-mit-annexion-1.1522746

http://www.handelsblatt.com/politik/international/vor-un-antrag-israel-droht-mit-dem-sturz-der-palaestinensischen-regierung/7389124.html