Gewinne privatisieren, Risiken sozialisieren

So würde ich auch gerne Geschäfte machen: Man investiert, und wenn was nicht klappt, übernehmen die, die ich später mangels echtem Markt ausnehmen werde, die Haftung. Warum bin ich eigentlich kein Stromkonzern?

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/offshore-windenergie-regierung-plant-milliarden-belastung-fuer-buerger-a-869669.html

Diese Politik ist unbeschreiblich unverschämt.

Zudem erschließt sich die Notwendigkeit der Offshore Windparks für mich nicht so klar wie behauptet. Strom aus erneuerbaren Energien wird in der Fläche erzeugt, dort auch verbraucht und sollte bei Ausbau und Einsparungen für die Haushalte auch gut reichen. Die Netze müssen damit auch nicht quer durch Deutschland ausgebaut, sondern nur anders strukturiert werden.

Wenn die süddeutsche Industrie in den Boom-Ländern Bayern und Baden-Württemberg mehr braucht, warum sollten Ihnen die Haushalte dann den Ausbau zahlen, damit diese Betriebe sich an der Strombörse dann wieder den billigsten Strom einkaufen können. Dies politisch anzustoßen, den kleinen Verbraucher zahlen lassen, die großen befreien und dann wie Herr Altmaier den Hartz-IV Empfängern neue Kühlschränke zu empfehlen ist doch sehr dreist.

Aber diese Dreistigkeit nimmt in der Politik immer mehr zu, auf der anderen Seite die Respektlosigkeit und die Kraftausdrücke in der Satire und im politischen Kabarett. Ich würde mir auf beiden Seiten weniger davon wünschen.

Politiker verarschen Ihre Wähler weniger, die haben mehr Respekt vor Ihren Politikern, was für eine schöne Utopie 😉

Update 29.11.2012:

Jetzt hat sich auch die EU gegen die Ausnahmen für große Betriebe ausgesprochen:

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/eeg-eu-kommission-greift-deutsche-energiepolitik-an/7455210.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/energiewende-eu-stellt-ausnahmen-fuer-deutsche-stromfresser-in-frage-a-869902.html

Da hat Herr Öttinger wieder viel Arbeit, das für Deutschland zu verhindern 😉