Einseitige Berichterstattung über Israel

Die Berichterstattung über die kriegerischen Auseinandersetzungen bei Gaza sind in den meisten Medien einseitig und betonen die Verfehlungen der Hamas überproportional. Ein schönes Beispiel ist der aktuelle BR Nachrichtentext:

In der israelischen Metropole ist wegen Luftangriffen erneut Alarm ausgelöst worden. Kurz darauf war eine schwere Explosion zu hören. Die radikal-islamische Hamas hatte von Gaza aus zwei Raketen auf Tel Aviv abgefeuert. Nach Informationen der Polizei gab es aber keine Verletzten und keine Schäden. Bereits gestern hatten radikale Palästinenser zwei Raketen auf Tel Aviv abgeschossen. Auch die Feuerpause, die während des Besuchs von Ägyptens Regierungschef Kandil im Gazastreifen gelten sollte, hielt nur kurze Zeit. Mehr als 50 Raketen wurden auf Israel abgefeuert. Sie trafen unter anderem Häuser im südisraelischen Aschkelon. Die israelische Armee reagierte ihrerseits mit Luftangriffen. Außerdem hat sie damit begonnen, 16.000 Reservisten einzuberufen. Die israelische Regierung macht damit deutlich, dass sie auch zu einer Bodenoffensive bereit ist.

Viel Raum für die Ereignisse in Tel Aviv, doch was wissen wir darüber? Luftangriffe? Hörensagen von „schwerer Explosion“, nach Informationen von“ ohne Schäden? Natürlich enden diese Raketen im Meer, ohne Beweise, aber stets mit „schwerer Explosion“. Die Raketen heute sind sogar genau gezählt worden: „über 50“. Die massiven Luftangriffe der Israelis sind nur einen kurzen Hauptsatz wert, natürlich nicht ohne das Wort Reaktion.

Ich will dabei nicht die Raketen der Hamas entschuldigen, die der Bevölkerung im Süden Israels viel Schrecken bringen, aber dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird kann man erkennen ohne die Worte genau zu zählen.

Dass die verwendeten Qassam-Raketen nicht etwa High-Tech Gebilde aus ausländischer Lieferung sind, die problemlos Tel Aviv erreichen können, sondern Bastel-Lösungen, deren Erfolg eher zufällig ist, kann man leicht nachlesen, wird aber auch nie erwähnt. Würde man die Verletzten auf beiden Seiten zählen und angeben, und nicht die Raketen, so wäre das Bild schnell ein anderes.

Dass israelische Geschosse nicht so leicht ins Meer fallen, zeigt zum Beispiel das Foto des BBC-Korrespondenten Jon Williams des Hamas Innenministeriums.

Dieser Konflikt lässt sich wegen der langen Vorgeschichte und Komplexität eben nicht nur auf das natürlich gegebene israelische Recht auf Selbstverteidigung reduzieren, das von Politikern und Medien so gerne zitiert und betont wird und stets nur die Hamas-Raketen zählt. Er muss breiter diskutiert und wirklich mal angepackt werden, aber auf der Verhandlungsebene und nicht mit Waffen wie dies Israel gerade getan hat.