Auf SSD-Speed

Schon lange habe ich mir für mein geschätztes Lenovo ThinkPad T520 Notebook eine SSD eingebildet. Jetzt ist es soweit!

Die Freude

Seit Donnerstag besitze ich eine Samsung SSD der 830 Serie mit 256GB, sie ist inzwischen eingebaut und läuft endlich wie gewollt. Wirklich schnell, die Anwendungen starten nahezu verzögerungslos und auch das Hochfahren von Windows ist wesentlich erträglicher. Gerade bei der Entwicklung mit Netbeans und Zugriff auf sehr viele kleine Dateien bringt es wirklich viel.

Die Arbeit

Das Ziel

Hätte ich aber gewusst, wie viel Arbeit das ist, hätte ich wahrscheinlich noch länger gewartet. Auf der HDD waren 4 Partitionen, neben der Primären Windows C: Partition mit der Nummer 2 auch noch eine Primäre an Pos. 1 „SYSTEM_DRV“ ohne Laufwerksbuchstaben, eine Primäre an Position 3 mit dem Lenovo Rettungssystem, und einer Logische Partition mit meinem Datenverzeichnis E: dahinter. Das T520 läßt sich in das Rettungssystem bringen, wenn man nach dem Einschalten das blaue „ThinkVantage“ Knöpfchen drückt. Zeil war es, die primären Partition per Clonezilla zu übertragen und die Lenovo-Eigenen Boot-Tricks zu erhalten, ebenso wie die Alignment-Anforderungen der SSD. Die Datenpartition E: sollte auf der HDD erhalten werden, aber als alleinige primäre Partition den ganzen Platz einnehmen  Das habe ich zwar ohne Neuinstallation von Windows und Datenverlust geschafft, aber nur mit vielen Tricks, Blut, Schweiß und Tränen.

Probleme mit Klonen und Booten

Eine Hürde war, das Clonezilla NTFS Partitionen zwar schön kopiert, aber nicht verkleinert. Dies habe ich durch Verkleinern der Partition vorab unter Windows hingekriegt. Clonezilla hat zwar auch den Master Boot Record kopiert, gebootet hat das System aber trotzdem nicht wie gewollt, auch das Rettungssystem nicht. Den MBR per dd zu kopieren wäre zwar noch eine Option gewesen, das habe ich mir aber dann doch nicht getraut. Ich habe dann die 4 Rettungssystem-DVDs benutzt, um ein jungfäuliches Lenovo-System auf die SSD zu bringen. Diese DVDs wollte ich eh mal testen, man weiß ja nie wann man sie braucht. Dann habe ich die C: Partition von der HDD auf die SSD geklont, und siehe da, alles war in Butter!

Probleme mit Lenovo Hardware

Der Plan war, die Seagate Magnet-HDD dann für die großen Datenmengen in den Schacht des DVD-Laufwerkes zu setzen. Ich habe mir dafür auch beim Kauf gleich einen „ThinkPad Serial ATA Hard Drive Bay Adapter III“ mit der Teilenummer 43N3412 mit gekauft. Dieser ist jedoch eine große Enttäuschung und nicht zu empfehlen und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Der Adapter lässt im Gehäuse auf ganzer Breite einen Spalt von fast 2mm, da er wohl für mehrere Gehäuse konzipiert ist. Bei einem Preis von über 50 Euro nicht das, was man erwartet.
  2. Es passen keine handelsüblichen Festplatten in den Adapter. Die Platte lässt sich zwar einbauen, sitzt aber mechanisch locker. Grund: man braucht einen Lenovo Plattenrahmen, nur ein kleines Blech und ein bisschen Plastik, ich konnte es beim Tausch der Platte begutachten. Ein Teil für wenige Cent, kein großer Akt. Nur: man kann es nicht einzeln kaufen. Es ist nur bei teuren original Lenovo Platten mit dabei. Lenovo ist zwar kein Plattenhersteller, dabei war auch nur eine Seagate, aber was soll es. Da fühlt man sich als Kunde nicht ernst genommen.

Das Adapterproblem habe ich bislang noch nicht gelöst. Zwar wird das Eindrehen von 4 Schrauben, die Platte im Adapter fixieren im Web empfohlen, aber drei Sorten Schrauben aus meinem Lager haben nur zur Platte, nicht zum Problem gepasst.

Da ich die Platte nicht ohne Masseverbindung mit Silicon einkleben will, warte ich noch auf göttliche Eingebung oder einen Großhändler, der mir den Plattenrahmen verkauft.

Update: Zwei halbe Lösungen:

Da habe ich wohl den falschen Einbaurahmen gekauft, nicht P/N 43N3412, sondern P/N 0A65623 passt am besten zum T520. Diesen gab es aber zum Kaufzeitpunkt 2011 noch nicht, Lenovo sagt Announce date: 28 Feb 2012 (Worldwide, Availability date: 02 Mar 2012 (Worldwide).

Den Einbaurahmen von Lenovo gibt es wohl wirklich nur an einer Platte hängend, aber auch bei:

Bei diesen Angeboten muss man aber aufpassen:

  • Zum Teil werden Mondpreise verlangt
  • Gerne werden auch nur die Gummipuffer ohne den Rahmen verkauft, weil die leichter zu kriegen sind, aber auch der Rahmen ohne die Gummipuffer
  • Beim Drive Bay 43N3412 braucht man die Gummipuffer nicht, bei 0A65623 wohl schon.

Die Nacharbeiten

Da ich mir die Möglichkeit erhalten möchte, die HDD nicht mit einzuschalten, muss ich einige Inhalte von E: nach C: transferieren. Die ist nicht immer trivial, siehe zum Beispiel den Artikel PostgreSQL Datenverzeichnis unter Windows ändern. Hinzu kommt, dass die Verzeichnisse oft Konventionen genügen, die schon viele Jahre auf allen meinen Maschinen synchron eingehalten werden, und da ich ein Gewohnheitsmensch bin…

Ein Gedanke zu „Auf SSD-Speed

  1. Pingback: PostgreSQL Datenverzeichnis unter Windows ändern | Hotchpotch Blog

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