Telefon-Links mit Grav

Meine Begeisterung für das flat-file CMS Grav steigt stetig. In einem Twig-Template habe ich gerade relativ leicht tel: links generiert:
<a href="tel:+49{{ person.telefon|regex_replace(['/[^0-9]/', '/^0/'], ['', '']) }}">{{ person.telefon }}</a>

In einem Template werden in einer for-Schleife Adressen ausgegeben. Da es alles deutsche Telefonnummern sind, kann ich sie leicht mit Ersetzungen mit regulären Ausdrücken auf das gewünschte Zielformat +4989123456 bringen. Die Telefonnummer ist im obigen Ausdruck in person.telefon gespeichert, in einem Format wie 089-123456. Sie wird zweimal verwendet, einmal im Klartext des Links, einmal verändert im href-Attribut.

Da Twig regex-Ersetzung nicht von Haus aus mitbringt, muss die php-Funktion durchgereicht werden. Meine Annahme, das habe Grav bestimmt schon gemacht, war richtig: mit regex_replace ist ein entsprechender Twig-Filter definiert. Der macht alles mit zwei Ersetzungen: Alle Nicht-Ziffern werden entfernt, die führende 0 wird entfernt. Das tel:+49 wird statisch davor gesetzt.

Nach vielen Erfahrungen mit TYPO3 und contao ist Grav für mich eine Offenbarung, da ich hier flexibel im Code arbeiten kann, aber nicht auf niedrigste php-Ebenen gehen muss. Und dies bei der Aufbereitung von Inhalten genauso wie bei der Gestaltung mit Themes. So, wie es eines Entwicklers würdig ist 🙂

GIMP 2.10.2 Released

Nach ein paar Tagen schon wieder eine neue Version, da waren wohl noch einige größere Bugs drin. Unter einem habe ich selbst gelitten: Der Datei speichern Dialog zeigte unter Win 7 x64 keine Inhalte von Verzeichnissen dar, ich habe schon an mir gezweifelt. Die neue Version 2.10.2 kann es wieder, dringende Empfehlung sie über das erste 2.10 darüber zu spielen.

https://www.gimp.org/news/2018/05/20/gimp-2-10-2-released/

Stellvertreterthema Schwangerschaftsabbruch

Gerade habe ich auf tagesschau.de den Kommentar „Die moralischen Fesseln abgestreift“  zum Ausgang des irischen Referendums und die Forendiskussion darüber gelesen, wo die Meinungen wie üblich heftig aufeinander prallen, das Thema Schwangerschaftsabbruch eignet sich prima dazu. Das brachte mich ins Nachdenken dazu, warum eigentlich.

Zunächst einmal meine Position zur Klärung: Auch ich halte den irischen Schritt für überfällig und begrüße das Ergebnis. Auch wenn Abtreibungen grundsätzlich schon im Interesse der Mutter zu vermeiden sind, finden wir genug Situationen, wo sie die einzige zumutbare Lösung sind und in diesen Fällen auch immer schon durchgeführt wurden. Daher sollten sie bis zu einer bestimmten Schwangerschaftswoche ohne Strafbarkeit und Beratung erlaubt sein. Das gesellschaftliche und moralische Tabu sollte vollständig durch eine individuelle Gewissensentscheidung ersetzt werden. Eine funktionierende sexuelle Aufklärung, den freien Zugang zu Verhütungsmitteln und deren Anwendung setzte ich dabei freilich voraus.

Schwierig macht die Diskussion, dass es praktisch unmöglich ist, einen Zeitpunkt für den Beginn des menschlichen Lebens zu finden. Für den einen ist es das Verschmelzen von Ei- und Samenzelle, für die andere Extremposition die Geburt. Je nach Positionierung auf dieser Skala ergibt sich eine unterschiedliche „moralische“ Pflicht für das Recht der Mutter oder des Kindes einzutreten. Hier würde ich mich an die Statistik über die Natur halten: So sind Frühaborte bis zur 12. Schwangerschaftswoche keine Seltenheit und werden oft sogar nicht als solche erkannt (Link1, Link2). Auch wenn die Zahlen wahrscheinlich schwierig zu belegen sind, kommen sie nicht aus der Ecke der Abtreibungsbefürworter und sind für mich daher nicht unglaubwürdig. Ich würde, vielleicht naiv, argumentieren, wenn es die Natur in vielen Fällen macht, darf es der Mensch in Notlagen auch.

In den meisten Ländern gibt es ja auch entsprechende Regelungen, die Abtreibungen zumindest straffrei stellen. Doch in vielen anderen, wie zum Beispiel USA und Deutschland wird das Thema trotzdem heftigst diskutiert und umkämpft. Gerade die hiesige aktuelle Diskussion um §219a zeigt die Brisanz, wo die alten, mühsam errungenen Kompromisse um §218 wieder aufgesprengt werden sollen. Warum gerade dieses Thema?

Beim Lesen der Forenbeiträge habe ich erkannt: Es eignet sich prima als Stellvertreter-Thema, so wie es Stellvertreterkriege gibt ist das wohl auch hier der Fall. Das eigentliche Thema ist: Ist der Mensch eine individuelles Wesen mit hohen Freiheitsrechten, das alles, was den anderen nicht schadet, frei entscheiden kann oder ist er in eine höhere Ordnung eingebunden und enden seine Rechte, wo er mit dieser Ordnung bricht. Für die religiösen Vertreter ist das immer klar: Wer seinen Gott als „Herr“ oder „Lord“ betitelt, als „Hirten“ über „Schafe“, der kann gar nicht von individuellen Entscheidungen und Rechten ausgehen, hier ist die Begrifflichkeit schon die Hierarchie. Anwendung fand das praktischer Weise auch im Weltlichen mit Gottesgnadentum, Adel und Feudalherrschaft, in der Gegenwart mit päpstlichem Dogma, auch beruft sich religiöser Fundamentalismus jeglicher Couleur gerne darauf. Stets ist es nicht Gott selbst, der uns zwingt, sondern Menschen, die seinen Willen sehr genau kennen und für ihn sprechen. Außerhalb des Religiösen lässt sich die Frage des Grundwehrdienstes und der Gewissensentscheidung für dessen Verweigerung als Beispiel heranziehen. Im Kern geht es also um die Frage:

Wie weit darf die individuelle Freiheit aus religiösem oder staatlichem „höheren“ Interesse eingeschränkt werden? Ist eine vorgegebene Hierarchie, in die man quasi „hinein geboren“ wird, legitim? Wie weit darf Moral gehen?

Die jüngere Geschichte zeigt zweifellos, dass wir uns hier entwickelt haben: Es gibt keine „Ketzer“ mehr, die Meinungsfreiheit ist gegeben, Trennung von Kirche und Staat steht in der Verfassung und der Grundwehrdienst hat Pause, ist aber nicht abgeschafft. Doch es wird teilweise versucht, das Pendel wieder zum Umkehren zu bewegen, neben der digitalen Überwachung als Instrumentarium eines wieder autoritäreren Staates ist es auch die Diskussion um Abtreibung, die es erlaubt, aus „höheren Gründen“ die Menschen zu etwas zu zwingen. Das Thema Schwangerschaftsabbruch eignet sich gut zu einer solchen Diskussion: Es ist ein uraltes Menschheitsthema und keiner kann die Frage nach dem Beginn des Lebens wirklich entscheiden, die Antwort ist nicht schwarz oder weiß, sondern grau. Suche ich mir die richtige Position aus, keiner kann es mir widerlegen, sofort habe ich eine große moralische Keule für religiöse Positionen, auch im Weltlichen. Wer will sich schon mit „Kindsmördern“ gemein machen?

Das Schöne an dem irischen Ergebnis ist, dass es zeigt, dass die Menschen sich weiter entwickelt haben.

Update 31.05.2018: Mein Post unterstellt allen Abtreibungsgegnern pauschal andere Motive, hier ist er leider unsauber, wofür ich mich entschuldige. Ich möchte deswegen noch ergänzen, dass es sicher Gegner gibt, die nicht diese Ziele verfolgen. Diese wollte ich damit nicht verunglimpfen.

Der Rassismus der Beleidigten

Das Politische Feuilleton des DLF Kultur wird zu einer meiner Lieblingsquellen. Hier ein schöner Beitrag, der darlegt, dass die Ausdrucksweise von Lindner und Palmer der Ausrichtung ihrer Parteien nicht würdig ist.

Mit Empörung reagieren Christian Lindner und Boris Palmer auf Rassismusvorwürfe. Doch mit ihren Pauschalisierungen reproduzieren sie rassistische Bilder von Fremden und begeben sich in die geistige Verwandtschaft zur AfD, meint René Aguigah.

Quelle: Vorwürfe an Lindner und Palmer – Der Rassismus der Beleidigten

Gimp in der neuen Generation

Gimp Logo WilberGIMP 2.10.0 Released

The long-awaited GIMP 2.10.0 is finally here! This is a huge release, which contains the result of 6 long years of work (GIMP 2.8 was released almost exactly 6 years ago!) by a small but dedicated core of contributors.

Nach langer Arbeit wurde mit der (bescheidenen) Versionsnummer 2.10.0 eine neue GIMP-Version frei gegeben. Ungeachtet des kleinen Sprungs in der Nummer ist es ein riesiger Schritt in der Implementierung. Dabei wurde die gesamte Engine überarbeitet, so dass lange geforderte Dinge, wie größere Bittiefen, Farbkalibrierung, Hardwareunterstützung, jetzt möglich sind. Die Photoshop-Fans haben Gimp deswegen immer verworfen, diese Argumente sind damit passé. Neben Inkscape und Scribus ist Gimp ein Eckpfeiler in der Open-Source-Grafik.

Treuepunkte-Schwindler

Der Postillon und ich habe ein gemeinsames Lieblingsthema: Treuepunkte.

Schon im Post „Keine Treuepunkte“ habe ich mich echauffiert und amüsiert, jetzt hat der Postillon nachgelegt 🙂

Widerlich! Dieser Mann sammelt Penny-Treuepunkte, obwohl er auch bei Aldi einkauft

Quelle: Der Postillon: Widerlich! Dieser Mann sammelt Penny-Treuepunkte, obwohl er auch bei Aldi einkauft

Software ist Natur

Eine Meinung, der ich mich anschließen kann. Wir profitieren von Open Source mehr als von proprietärem Code. Und wenn Computer immer mehr für und sogar über Menschen entscheiden, ist es überaus wichtig, dass die Algorithmen nachprüfbar und verifizierbar sind.

Zu den natürlichen Ressourcen sind mit Anwendungen und Programmen technische hinzugekommen. Ähnlich wie Trinkwasser und Saatgut müssten auch Software-Codes in öffentlicher Hand sein, erklärt der Philosoph Matthias Gronemeyer.

DLF: Software-Codes und Algorithmen müssen öffentlich sein

Link

In meinem Post „Der Russe wars“ bin ich auf den Umgang der Medien mit dem „Feind Russland“ eingegangen. In dem guten Artikel  Spiel ohne Regeln stellt Michael Jäger im Freitag dies in einen größeren Zusammenhang, das Ringen um eine neue Weltordnung. Er zeigt darin, dass die Vergleiche mit dem „kalten Krieg“ hinken.