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Styleguide für die Tagesschau

Die Tagesschau mit ihrer Hauptsendung um 20:00 ebenso wie mit ihren Online-Angeboten erscheint mir immer noch als Fels in der Brandung der Medien, im Vergleich zu anderen Nachrichtenquellen des Mainstreams wird dort noch relativ sauber gearbeitet.

Trotzdem gibt es auch in dieser Redaktion nicht nur Licht, sondern auch viel Schatten, der einem öffentlich rechtlichen Medium nicht gerecht wird, das ja mit Zwangsbeitrag finanziert ist, um dem Informations- und Bildungsauftrag der Bevölkerung zu dienen.

Besonders kritisch sehe ich daher Sprachregelungen, die einen demokratisch gewählten Präsidenten als „Machthaber“, eine gewählte Regierung als „Regime“ bezeichnen oder politische Akteure stets mit wertenden Adjektiven  wie „populistisch“ etc. bezeichnen, ohne dass dies irgendwo begründet ist.

Der folgende gute, wenn auch etwas lange Artikel setzt sich damit kritisch auseinander und bringt auch einen internationalen Vergleich der Styleguides und deren Öffentlichkeit. Ich denke, auch die Tagesschau würde durch einen offeneren Umgang und Begründungen für die Sprachreglung gewinnen.

Quelle: Die vertraulichen Sprachregelungen der ARD | Telepolis

„Faktenschlacht“ gegen Hersh

In der Zeitung „Welt an Sonntag“ hat der Journalist und Pulitzer-Preisträger Seymour Hersh einen Artikel über den Giftgasvorfall im April 2017 in Syrien geschrieben, in dem er dessen Existenz als „Luftangriff durch Syrien mit Chemiewaffen“ aus Mangel an Belegen dafür zu bezweifeln wagte. Ein Aufschrei ging durch die Medienwelt, Hersh habe unseriös argumentiert und seinen Ruf beschädigt. Siehe zum Beispiel den Beitrag des DLF hierzu.

Der absurde „faktenfinder“ der Tagesschau hat nun auch darüber in „Faktenschlacht um Chan Scheichun“ geschrieben und sich natürlich gegen Hersh in Stellung gebracht. Dieser „faktenfinder“, dessen impliziter Anspruch die Wahrheit gepachtet zu haben, obwohl er selbst sie selektiv aussucht, ist mir schon ein paarmal negativ aufgefallen, schon der Ansatz ist meines Erachtens naiv und undurchführbar.

Deshalb gefällt mir die Analyse  von Jens Berger in dem folgenden Artikel recht gut:

Quelle: „Faktenschlacht“ gegen Hersh – spielen wir doch mal Gericht

Zitat daraus:

Vorfälle wie der vermeintliche Giftgasangriff von Chan Scheichun entziehen sich nun einmal einer faktischen Bewertung. Ein Fakt ist ein nachweisbarer, wahrer oder anerkannter Sachverhalt. Solche Sachverhalte gibt es hier jedoch bei sorgfältiger Prüfung nicht. Wie soll man eine „Faktenschlacht“ ausfechten, wenn es gar keine erkennbaren Fakten gibt? Da sind dann auch die Faktenfinder überfordert. Und wieder einmal stellt sich die Frage, warum der NDR überhaupt ein derartiges Format bedient?

Update 30.06.2017: Ebenso guter Artikel in MEEDIA: http://meedia.de/2017/06/29/kritiker-im-nebel-die-debatte-um-den-syrien-text-von-seymour-hersh-in-der-wams/

Siebenschläfer

Wetterkunde: Heute ist Siebenschläfer. Oder doch erst am 7. Juli? Was kann man daraus ableiten? Der Artikel im tageschau Wetterthema erklärt es vortrefflich. Die Rubrik ist immer einen Blick wert.

Für den heutigen 27. Juni gilt eine der wohl bekanntesten Bauernregeln: „Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag“. Kann man mit dieser Regel tatsächlich eine Aussage treffen, oder ist sie bedeutungslos?

http://wetter.tagesschau.de/wetterthema/2017/06/27/der-siebenschlaefer.html

Hayır

Es ist unglaublich, wie oberflächlich unsere Medien manchmal sind. So berichtet die Tagesschau über das Referendum in der Türkei, das mit Ja oder Nein ausgehen kann:

http://www.tagesschau.de/inland/deutsch-tuerken-101.html

Dabei wird in dem Artikel das türkische Nein „Hayır“ mit einem „i“ geschrieben, weil es den Laut „ı“ bei uns nicht gibt. Das ist ungefähr so als würde man einem Kind einen Marder als „Katze“ erklären, nur weil es noch nie einen Marder gesehen hat (umgekehrt hat es allerdings Republikgründer Atatürk den Türken auch leicht gemacht, als er die Schreibweise von neuen Lehnwörtern der Aussprache angepasst hat. So heißt zum Beispiel die Motordroschke in der Türkei „Taksi“.).

Kann man über türkische Befindlichkeiten, die Politik, die Verfassung des Staates berichten, wenn man nicht mal willens ist, die türkische Rechtschreibung zu beachten? Unsere Computer und Systeme können das inzwischen schon lange, wie dieser Post demonstriert (allerdings ersetzt WordPress den Laut im Permalink auch mit einem „i“ 😉 ). Ich meine, wenn man über zukunftsweisende Entscheidungen des türkischen Volkes berichtet, sollte man, egal welche Position man auch einnimmt, wenigstens die Sprache und Rechtschreibung der Kultur beachten, sonst kommt der Verdacht auf, dass man es mit den Interessen der Türken auch nicht so genau nimmt. Eine Redakteurin eines Rundfunksenders wie des hr sollte damit umgehen können, schließlich ist die Sprache ihr Metier.

Mir ist der Laut „ı“ bekannt von einer lang vergangenen Türkei-Reise, weil ich den Ortsnamen von „Kuşadası“ nie richtig aussprechen konnte, was für unsereiner wirklich schwierig ist. Es ist eben kein „i“.

Übrigens sagt man in der Türkei meistens gar nicht „Hayır“, sondern „Yok“, vielleicht ist das ja ein Omen für das Referendum.

In ähnlicher Weise ist mir zuwider, wenn Sprecher und Moderatoren ebenso wie die befragten Politiker die Ukraine mit einem Umlaut wie das „ei“ aussprechen, nicht a-i, wie es sich eigentlich gehört.

Im Kern ist die Sprachbehandlung hier Indikator für die Denkweise dahinter: Bedeutet Globalisierung, dass Entfernungen weniger Rolle spielen und wir zu einem intensiveren Austausch auch der Kulturen kommen, oder ist hegemoniale Einebnung, Standardisierung und Verdrängung der Fall? Das unsägliche Wort „Leitkultur“ gehört zu dieser Art zu denken.

AP macht Propaganda

Gerne verlinke ich auf Meldungen von tagesschau.de, ist es doch noch eine der seriösesten Stellen der „alten“ Medien aus den Zeiten vor den Möglichkeiten des Internets mit den meist objektivsten Formulierungen. Heute jedoch möchte ich als Gegenbeispiel mal einen reinen Propaganda-Artikel etwas aus meiner Sicht bewerten. Es handelt sich um:

„Super Tuesday“ der US-Demokraten: Hat Clinton schon gewonnen?
vom 07.06.2016 05:47 Uhr und Vorversion

Alles eine ziemliche Verdrehung der Tatsachen im doch immer noch relativ wackligen Rennen mit dem Konkurrenten Bernie Sanders um die Kandidatur der Demokraten in USA.  Genau gegen diese doch bestehende Unsicherheit, die ein Makel für Clinton ist, wird angeschrieben.

Gleich im ersten Absatz heißt es:

Hillary Clinton ist die US-Präsidentschaftskandidatur angeblich nicht mehr zu nehmen. Wie die Nachrichtenagentur „AP“ in der Nacht unter Berufung auf eigene Berechnungen meldete, hat die Demokratin die benötigten 2383 Delegiertenstimmen bereits beisammen, um auf dem Parteitag im Juli gekürt zu werden.

Die Kernaussage ist wohlweislich mit „angeblich“ versehen. „AP“ immer in Gänsefüßchen, stützt sich auf eigene „Berechnungen“. Schön, wenn eine Nachrichtenagentur, die normalerweise Nachrichten aufbereitet, auch eigene Nachrichten macht. Weiter heißt es:

„AP“ zufolge geben die sogenannten Superdelegierten – hochrangige Parteivertreter, die sich frei für einen Kandidaten entscheiden dürfen – den Ausschlag. Demnach hat Clinton 1812 normale Delegierte aus den Vorwahlen sicher sowie das Versprechen von 571 Superdelegierten, im Juli für sie zu stimmen.

Die Meldung stützt sich also hauptsächlich auf das von AP prognostizierte Verhalten der Superdeligierten, die nach Erkenntnissen von AP, die uns nicht vorliegen, angeblich für Clinton stimmen werden. Ohne diese Vogelschau auf ein zukünftiges Wahlverhalten ließe sich aus den bestehenden Ergebnissen die Aussage eben genau nicht ableiten.

Die meisten echten Fakten stehen in den nächsten beiden Absätzen (diese sind in der 05:47 Version neu):

Allerdings zeigte sich Clintons verbliebener Rivale im Vorwahlkampf, Bernie Sanders, in einer ersten Reaktion unbeeindruckt. Es sei falsch von den Medien, die Superdelegierten mitzuzählen, erklärt der Senator aus Vermont. Er werde bis zum Parteitag daran arbeiten, diese umzustimmen.

Für Sanders kommt die AP-Meldung trotzdem zur Unzeit. Am heutigen „Super Tuesday“ findet die letzte große Runde der Vorwahlen statt, unter anderem in Kalifornien. Seit Wochen liegt dabei das Augenmerk der Experten auf den Bundesstaat mit fast 40 Millionen Einwohnern, wo Sanders jüngsten Umfragen zufolge Clintons früheren Vorsprung komplett aufgeholt hat. Die Stimmung unter den Demokraten in Kalifornien ist elektrisiert: Den Behörden zufolge haben sich 18 Millionen Menschen als Wähler registrieren lassen, ein neuer Rekord. Allein in den vergangenen sechs Wochen seien 650.000 dazugekommen – drei Viertel davon Demokraten.

Das ist also der Grund für das Vorpreschen von AP: In Wirklichkeit ist es immer noch knapp, jetzt geht es um die Wurst und es soll mit der Meldung noch Stimmung gemacht werden vor dem „Super Tuesday“. Bei dem sieht es eigentlich ganz gut für Sanders aus, da müssen schon unlauter die Superdeligierten herangezogen werden, um was anderes zu schreiben.

Eine andere halbseidene Formulierung, die in einer ersten von mir gelesenen Version noch drinnen war, ist jetzt, während ich schreibe, in der Version von 5:47 entfernt worden. Hier hieß es in etwa, dass viele Demokraten inzwischen verärgert über Sanders sei, da er Clintons Chancen so mindere und sie gegen Trump damit schwäche. Eine eigentümliche Demokratieauffassung bei einem Kopf an Kopf-Rennen zweier Kandidaten. Auch wurde formuliert: Der Vorsprung Clintons sei jetzt schön größer als der von Obama seinerzeit gegen sie. Ebenso Unsinn, da Clinton von Obama denkbar knapp und tragisch aus dem Rennen geworfen wurde, die Größe des Vorsprungs war damals hauchdünn und steht eben viel mehr für das Scheitern Clintons. Der Vergleich mit Obama steht eher dafür, dass Clinton noch verlieren kann, wie damals. Die Nachricht zeigt daher, wie nah Bernie Sanders ist und wie sehr die AP Meldung das „Pfeifen im Walde“ darstellt.

Es spricht wieder für tagesschau.de, diese Propaganda-Sätze wenigsten entfernt zu haben. Ich stelle als Frühaufsteher oft fest, das von den Nacht-Teams relativ herbe Meldungen formuliert werden, die dann am frühen Morgen noch korrigiert werden, gerade in br.de gibt es das häufig. Da müsste ich für einen Artikel wie diesen doch gleich die erste Version kopieren, die, die Anlass dazu gab, fehlt mir jetzt, schade. So ist aus dem Post ein bisschen ein Durcheinander geworden, ich hoffe er bleibt trotzdem verständlich.

Trotz allem melden aber die deutschen Medien heute natürlich rauf und runter, das Clinton schon gewonnen hat und wie unvernünftig Bernie Sanders Wahlkampf doch ist, nur wegen ihm kriegen wir dann doch den bösen Trump statt der braven Clinton. 😉

Update 08.06.2016: Guter Artikel in theintercept.com zum undemokratischen Vorgehen von AP:

Perfect End to Democratic Primary: Anonymous Superdelegates Declare Winner Through Media

Tagesschau Wetterthema

Jetzt muss ich die öffentlich rechtlichen Themen mal wieder loben: Die Wetterthemen auf tagesschau.de sind ein Spitzen-Beitrag zum Thema Meteorologie, der immer wieder lesenswert ist. Die Rubrik erscheint häufig, ca 20 mal im Monat und meist mit aktuellem Bezug zum Wetter.

Meteorologie wollte ich fast mal studieren, heute bereue ich manchmal, dass ich es nicht getan habe. Schon deshalb lese ich da immer mal wieder rein. Die Beiträge sind aber so geschrieben, dass sie kein Vor- oder Spezialwissen brauchen und gut verständlich dargelegt sind. Aktuell, über Gewitterblitze, wieder mal sehr gut:

http://wetter.tagesschau.de/wetterthema/2015/08/14/die-vielfalt-der-blitze.html

Abgeschlossen mit einem Video als Anschauungsmaterial für die vorgestellten Blitzarten:

Update 19.08.2015:

Erneut ein sehr interessanter Beitrag zu Wassertemperaturen von Ostsee und Mittelmeer nach der Hitzewelle:

http://wetter.tagesschau.de/wetterthema/2015/08/18/kaltes-mittelmeer.html

Legendenbildung in der Tagesschau

Bereits in dem Post „Fachkräftemangel oder Fachkräfte in der Mangel“ habe ich am Fachkräftemangel, einer modernen Legende der Wirtschaft, gezweifelt.

Der Telepolis Artikel „Fachkräftemangel: Mehr Schein als Sein?“ zeigt, dass sich auch die Tagesschau zum Sprachrohr arbeitgebernaher Thinktanks macht und die Legende weiter transportiert. Die Faktenlage ist, so zeigt der Artikel wunderbar, jedoch eine andere.

Lügenpresse ist das Unwort des Jahres

Die Jury hat als Unwort des Jahres 2014 „Lügenpresse“ erkoren. Damit ist der Jury sowohl viel Aufmerksamkeit sicher als auch eine breite Zustimmung, weil sie eine sehr bequeme Wahl getroffen hat: Ist doch das Wort als sowohl als „Nazibegriff“ und auch durch den aggressiven Gebrauch durch die Pediga-Demonstranten schon ohne die Entscheidung der Jury anrüchig und grob vereinfachend für die meisten Menschen, auch für mich, ich habe es nie verwendet.

Und doch kann man die Entscheidung kritisieren, dass sie es sich einfach macht und das falsche Zeichen setzt. In einer Zeit, in der Kritik an den Medien eben nicht nur aus der Pediga-Bewegung kommt, sondern breit in der Gesellschaft und auch im linken Lager verankert ist, dient sich die Wahl allen an, denen diese Kritik unangenehm ist und gerne weiter so rufen. Die Kritik an den „Mainstreammedien“, auch so ein verbrauchter und über einen Kamm scherender Begriff, ist vielschichtig und differenziert, von ganz verschiedenen Teilen der Gesellschaft getragen und verdient weiter Beachtung. Die Wahl dient allen Bestrebungen diese Kritik zu deckeln wunderbar, die Kritik wird in eine Schublade gesteckt, wie praktisch ist es dabei, dass diese Schublade eine Untere ist, aus der Nazi- und Pediga-Ecke. Sie ist eine Steilvorlage für alle, die die Medienkritik mindestens so vereinfachen, wie das Wort „Lügenpresse“ die Medienlandschaft.

Dies sieht auch Albrecht Müller von den Nachdenkseiten, der die Entscheidung in einem Artikel kritisiert.

Dass man es sich vielleicht auch mit der Etikettierung „Nazis in Nadelstreifen“ zu einfach macht und es über die Pediga-Bewegung mehr zu sagen gibt, zeigt ein guter Artikel in hintergrund.de:

hintergrund.de: Die große Aggressionsverschiebung

Und dass Medienkritik auch in unsere Zeit aktiv ist und eine Berechtigung hat zeigt die Handhabung der Demonstrationsbilder unserer Politiker in Paris. Die Medien wirkten hier gerne an der Legende mit, dass die Politiker der Menge voranmarschieren, betonten oft sogar das Besondere und Geschichtsträchtige des Vorganges, haben aber die Entstehung der Bilder als Inszenierung getrennt von der eigentlichen Demonstration zwar nicht alle ganz verschwiegen, aber doch ganz klein gemacht, für den Zuschauer gerade in der Emotionalität der Ereignisse kaum erkennbar. Sie waren dabei auch nach meinem Eindruck näher an der Propaganda als an der Information des Zuschauers.

Übersichtsbild zur Entstehung des Politikerfotos

Nur kurz gezeigtes Bild im Morgenmagazin zur Politikerinszenierung

Die folgenden Artikel dokumentieren dies:

http://spiegelkabinett-blog.blogspot.de/2015/01/der-fake-von-paris.html

http://www.taz.de/Kommentar-Marsch-der-Maechtigen/!152807/

Auf den letztgenannten Kommentar in der TAZ hat Tagesschau-Chef Kai Gniffke in einem Blog mit dem Titel „Die Verschwörung von Paris“ wütend reagiert und in heftigem Ton alle Kritiker mal wieder als „Verschwörungstheoretiker“ gebranntmarkt.  In 443 Kommentaren bekommt er dafür viel Widerspruch, aber auch überraschend viel Zustimmung von treuen tagesschau-Zuschauern. Doch auch von anderer Seite bleibt Kritik an Kniffkes Wortwahl und Pauschalisierung bleibt nicht aus:

http://www.taz.de/Streit-um-Trauermarsch-Bilder-von-Paris/!152838/

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/20186/die-tagesschau-wo-man-schoene-inszenierungen-nicht-bloed-hinterfragt/

Update 16.01.2015: Kritischer Artikel telepolis: „Die Wahrheit ist nur eine Fußnote der Geschichte“ und ntv-Video hinzugefügt.

Das Thema Medien bleibt sicher weiter spannend, auch Nach der Wahl zum Unwort des Jahres. Das Wort „Putin-Versteher“ hat die Jury trotz vieler Vorschläge nicht genommen. Ich denke, sie hat es sich hier zu leicht gemacht.

Quo vadis, öffentlich rechtlicher Rundfunk?

Gerade aktuell das Urteil zur Tagesschau App:

Ich teile die Meinung der ARD-Vorsitzende Monika Piel:

„Ich sehe mich in meiner Einschätzung bestätigt, dass diese Auseinandersetzung im Grunde nur medienpolitisch und nicht juristisch zu lösen ist.“

Das ganze geht zurück auf die unsägliche Änderung des Rundfunkstaatsvertrages von 2008, wo festgelegt wurde, dass der Rundfunk im Internet nicht den Verlegern Konkurrenz machen darf. Seither dürfen Internet-Streams von Sendungen nur mehr 7 Tage und Sport nur 24h veröffentlicht werden, alles andere muss inhaltsleer und mit Sendungsbezug sein. Kurz: Im Medium der Zukunft darf der Rundfunk nur kastriert auftreten, damit er nicht zu attraktiv ist. Was habe ich mich darüber schon geärgert.

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