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Zwang zum „intelligenten“ Stromzähler

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hält an seinen umstrittenen Plänen fest, möglichst flächendeckend intelligente Stromzähler unters Volk zu bringen. Der Referentenentwurf sieht so aus, dass praktisch jeder dazu gezwungen werden kann.

So steht es im Artikel http://www.heise.de/newsticker/meldung/Intelligente-Stromzaehler-Kritik-an-Zwangsdigitalisierung-durch-die-Kellertuer-2823818.html.

Intelligenter Stromzähler

Intelligenter Stromzähler (Quelle Wikipedia)

Diese sogenannten „intelligenten“ Stromzähler, die hier zwangsweise die alten „dummen“ ersetzen sollen, sind nichts anderes als Spione im eigenen Haus. Sie Überwachen die Verbrauchsgewohnheiten und melden sie „nach Hause“ zum Stromversorger. Dieser kann diese Daten auswerten, auch verkaufen, und vor allem seine Tarife so anpassen, das sich zwar nominell Einsparungsmöglichkeiten ergeben, aber sich bei den realen Verbrauchsgewohnheiten eine Verteuerung ergibt. Eine Einsparung oder gar ein Umwelteffekt ergibt sich nicht, denn kaum einer wird seine Lebensgewohnheiten nur wegen eines neuen Stromzählers ändern. Schön bringt das auch der Forenkommentar von blabla0815 auf den Punkt.

Wer das gerne haben will, soll es sich besorgen, aber diese zwangsweise Umstellung, die der Endkunde dann natürlich auch noch bezahlen soll, wie sie hier geplant ist, schreit zum Himmel. Der Datenschutz gilt auch für meine Verbrauchsgewohnheiten. Das ist Big Brother im Haushalt per staatlicher Anordnung.

Auch die Verbraucherzentralen kritisieren dies heftig:

„Wieder einmal sollen Verbraucher die Zahlmeister der Energiewende sein. Hightech in den Kellern bringt den Verbrauchern kaum Mehrwert, dafür aber dauerhafte Kosten “, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv.

Meine Meinung: Dreiste Abzocke unter dem Deckmantel der Schonung der Umwelt!

Atomenergie subventioniert

Das ist ja nicht Neues, werden sich meine Leser denken. Ist es eben schon: Die Briten dürfen umstrittenes AKW namens Hinkley Point C bauen, nach dem Willen einer scheidenden EU-Kommission, wider alle Vernunft, und hoch subventioniert. Das verdient den folgenden kritischen Kommentar:

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/kommentar-hinkley-101.html

Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage

Die erneuerbaren Energien dienen immer noch als Sündenbock für die Strompreis-Steigerungen, die die EEG Umlage verursacht. Dabei ist es nicht die Art Strom zu erzeugen, die die Kosten schafft, schließlich wird doch plötzlich viel mehr, ja sogar oft zuviel Strom produziert. Es sind die Ausgleichszahlungen für die bisherigen großen Player und Kraftwerksbetreiber, die bedingt durch das so absurde gewollte Regelwerk den Preis treiben. Allerdings nur für die Haushalte, der Preis für die Großverbraucher sinkt und, dank vieler Ausnahmen, beteiligen sie sich auch kaum an dem EEG-Kosten.

Jetzt soll auch noch der Eigenverbrauch damit belegt werden, wenn man selbst in eine Anlage investiert und den Strom inhouse verbraucht, grotesk. Mal sehen, was unsere GroKo heute „unter Zeitdruck“ als Überraschungscoup während der Fußball-WM dazu beschließt.

Eine Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage, die das Frauenhofer-Institut jüngst veröffentlicht hat,  zeigt viele interessante Details:

Die EEG-Umlage wird häufig als Indikator für die Kosten der Energiewende herangezogen und hat in den letzten Monaten für viel Diskussion in Politik und Medien über die Bezahlbarkeit des Stroms in Deutschland gesorgt, denn sie ist von 0,19 Cent/kWh im Jahr 2000 auf mittlerweile 6,24 Cent/kWh in 2014 gestiegen. Diese Kurzstudie gibt einen Überblick über die historische Entwicklung der EEG-Umlage und über die verschiedenen Faktoren welche zu diesem signifikanten Anstieg beigetragen haben. Wie sich zeigt, spielen neben dem reinen Ausbau der erneuerbaren Energien noch weitere Faktoren eine entscheidende Rolle.

http://www.ise.fraunhofer.de/de/downloads/pdf-files/data-nivc-/kurzstudie-zur-historischen-entwicklung-der-eeg-umlage.pdf

 

EEG Reform: Verlierer sitzen nicht am Tisch

Der Kommentar der Tagesschau sagt es trefflich: Es gibt bei der heute in Gang gebrachten Reform des EEG nur Sieger, denn die Verlierer sitzen nicht mit am Tisch. Und die Verbraucher zahlen, für die Kürzung sinnvoller Reformen und die Ausweitung bzw. Fortschreibung unsinniger.

http://www.tagesschau.de/inland/energiekommentar100.html

Update 03.04.2014: Auch die TAZ sieht den Abschluß negativ:

http://www.taz.de/Debatte-Strompreise-und-Energiewende/!136032/

Netze in unser aller Hand

Schon immer habe ich mich gegen die Mär der segensreichen Privatisierung von Netzen gewehrt. Netze eigenen sich IMHO nicht für die Privatisierung, da

  • Netze sind nie der Ertragsbringer, sondern immer der Kostenfaktor. Die Privatisierung der englischen Bahnnetzes oder von Wasserleitungssystemen zeigt, dass ein Netz in privater Hand meistens verkommt.
  • Netze sind per se monopolartige Strukturen. Die mehrfache Auslegung von Netzen macht keinen Sinn: Ein Haus wird nicht zwei Wasserleitungen, drei Gasanschlüsse und zwei Bürgersteige haben. Bei Mobilfunkmasten leisten wir uns so einen Unsinn.
  • Ist das Netz nicht mehrfach ausgelegt, so wird ein privater Inhaber immer Versuchen darüber seine Konkurrenten zu benachteiligen. Bei der Telekom und der Bahn erleben wir es. Die Telekom behauptet mir an meinem Standort ein schnelleres DSL anbieten zu können als die Mitbewerber. Mag betriebswirtschaftlich schlüssig sein, ist aber trotzdem verrückt. Ein Markt findet bei einem privaten Netz nicht wirklich statt. Auch der jüngste Vorstoß zur Drosselung von Flatrates passt in diese Bild.
  • Um dies zu verhindern, gibt es dazu die Bundesnetzagentur, einen Moloch, der mit vielen Gehältern versucht den Wahnsinn zu kanalisieren und dabei selbst viel Geld kostet.  Die Bundesnetzagentur hatte 2011 rund 2500 Mitarbeiter. Ist es nicht absurd, ein Monopol erst zu privatisieren und dann mit einer „Agentur“ staatlich zu verwalten?

Daher gehören Netze in staatliche Hand, Privatisierung ist hier Humbug und wird nur deswegen gemacht, weil der Verkauf für Politiker so eine schöne Geldquelle ist, ohne als explizite Verschuldung in den Bilanzen aufzuscheinen.

Welche Probleme es bei Kommunen und deren Rückkauf von Stromnetzen gibt, zeigt sehr schön der folgende Artikel. Solche Themen hätten es viel mehr verdient, im vergangenen Bundestagswahlkampf im Mittelpunkt zu stehen, als der alberne Hype um den „Veggie-Day“.

http://www.freitag.de/autoren/timostukenberg/staedte-unter-strom

Link

Gestern auf Phönix gesehen, eine gute Doku, die die Entstehung und Verteilung der Kosten der Energiewende beleuchtet. Das ist leider Im Bundestagswahlkampf viel zu wenig Thema gewesen.

Preistricks beim Strom
Wer für die Energiewende bezahlen muss

http://www.phoenix.de/preistricks_beim_strom/752512.htm

Wer seinen Videorekorder nochmals programmieren will:
Di. 08.10.13, 18.00 Uhr
Mi. 09.10.13, 17.15 Uhr