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München unterwirft sich Microsoft

LiMux LogoSchon länger pfeiften es die Spatzen (und ich) von den Dächern: Münchens OB Reiter wird das Linux-Vorzeigeprojekt LiMux aus der Münchner Stadt-IT werfen und Microsoft wieder geben, was es einst verloren hat. Durch den Politikwechsel auf Rot-Schwarz und den Umzug der Microsoft-Zentrale von der Randgemeinde Unterschleißheim nach München waren die Weichen gestellt. Jetzt ist es offiziell.

Dabei wurden gegen Linux und LibreOffice keine wirklich fundierten Sachgründe angegeben, man versteckt sich hinter vagen Aussagen und Studien, die Firmen anfertigen, die Microsoft nahe stehen.

Der Wechsel ist von hoher Symbolkraft und daher für Microsoft Gold Wert, für München aber ein Armutszeugnis und der Beginn in eine lange Zeit der erneuten Abhängigkeit von Microsoft, und ausländischen Ressourcen. Die Lizenzkosten sowie der erneute Umstieg werden hohe Kosten für den Münchner Steuerzahler generieren

Ein weiterer, nie genannter Aspekt ist der Umzug-Zielort: Statt wie vorher verkehrsgünstig am Ring der A92, ist die Zentrale jetzt am Ende der A9, der Nürnberger Autobahn auf dem ehemaligen Langenscheidt-Gelände. Staus sind hier auch ohne Microsoft vorprogrammiert, welchen Sinn so etwas verkehrspolitisch und Stadtentwicklungs-technisch macht, erschließt sich mir nicht.

Quelle: München unterwirft sich Microsoft – Laptop und Lederhose passen doch nicht zusammen | NachDenkSeiten – Die kritische Website

Update 13.04.2017: Guter Artikel hierzu im Tagespiegel:
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/it-in-der-oeffentlichen-verwaltung-europas-fatale-abhaengigkeit-von-microsoft/19628246.html

Rechner kaputt, Office weg

Früher kamen solche Meldungen bei Heise am 1. April, heute sind sie Realität: Wenn der Rechner kaputt geht, verfällt die Office Lizenz, weil sie seit Neuestem an die Hardware gebunden ist. Das wäre in etwa so, wenn ich das Autoradio nach einem Motorschaden auch neu kaufen müsste.

Die Industrie ist gerade dabei, dem Verbraucher den Besitz abzugewöhnen: Alles ist an eine gewisse Hardware, einen gewissen Account oder an eine gewisse Nutzungsart gebunden. Am besten Konsum nur aus der Cloud und nur per Streaming. Auch wenn das teilweise mit einer gewissen Bequemlichkeit verbunden ist, werden die Risiken dahinter unterschätzt: Geht der Anbieter insolvent, sind alle Inhalte weg, geht der Verbraucher Hartz IV, besitzt er nichts mehr und streamt auch nichts mehr.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/MS-Office-2013-Lizenz-auf-Gedeih-und-Verderb-an-einen-PC-gebunden-1805255.html

Windows 8 bashing

Intel verreißt Windows 8 und lobt nachher halbherzig. Nach Allem, was ich bisher darüber gelesen habe, ist die Benutzeroberfläche bevorzugt für die Tablets konzipiert, auf dem Desktop eher hinderlich. Für einen nur-Desktop-Nutzer also bestimmt nicht empfehlenswert oder ein must have.

Ich glaube nicht, dass das Microsoft’s Ziel, vom Mobiltelefon bis zum Server-OS nur eine Benutzeroberfläche zu haben, gewinnbringend erreicht werden kann.

Die Arbeitswelt wird genau wie bei Windows Vista eine Version überspringen, hier mahlen die Mühlen eh langsamer.