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Interview ǀ „Das Zeitfenster geht zu“ — der Freitag

Die SPD kämpft mit sich selbst, die Linke kämpft mit „mittelprächtigen“ Wahlergebnissen, dem Verlust vieler Wähler im Osten und mit einer parteiintern umstrittenen Haltung zum Umgang mit Flüchtlingen. Letzteres ist für mich nur ein (gewollter?) Spiegel der ganzen Gesellschaft, auch außerhalb der Linken.

Keine gute Voraussetzung für die Opposition vis-à-vis von  „Jamaika“ und AfD.

Da sticht das gute Interview von Horst Kahrs ins Auge, richtige Dinge hat der Mann in freitag.de gesagt. Er formuliert auch meine Position zum Streit mit Wagenknecht und Lafontaine, deren Vorstoß, die Linke für in der Flüchtlingsfrage stromlinienförmiger zu bürsten, ich nicht für angemessen und zielführend halte.

Quelle: Interview ǀ „Das Zeitfenster geht zu“ — der Freitag

Jagdszenen in Bautzen

Bei den schweren Ausschreitungen in Bautzen werden Menschen durch die Straßen gejagt, es gibt einen provozierten Streit um einen öffentlichen Raum, der eine „befreite Zone“ sein soll. In welchem Land war das, in Deutschland? Gänsehaut.
Ich verstehe, dass die Situation auch für die Polizei schwierig ist, habe aber kein Verständnis, dass man nicht mehr unternimmt. Wenn man den Aufmarsch der Polizei auf jeder Blockupy-Demo anschaut oder die Präsenz der großen Gipfel (Heiligendamm, Schloß Elmau) betrachtet, ist der Gedanke, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird, nicht ganz von der Hand zu weisen.
Dass die Anweisungen der Polizei und die Ausgangssperre für Flüchtlinge deckungsgleich mit den Forderungen der Rechten sind, ist für mich mehr als ein Schönheitsfehler.

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Die andere Hälfte der Wahrheit

Ein lesenswerter Gastbeitrag von Bernd Stegemann in Zeit Online zur deutschen Flüchtlingspolitik, die er mit der Dramaturgie von Brechts Schauspiel „Der gute Mensch von Sezuan“ vergleicht. Eine gute Analyse, die nicht nur die bekannten Klischees aufzählt.

Herzloses Europa

Mein gewohntes Hören von Nachrichtenmagazinen am Morgen hat zur Zeit meist Pause, ich höre mehr Musik als früher. Grund ist, dass ich die vielen Meldungen und Äußerungen unserer Politiker aller Couleur zur Vorgehensweise mit den Flüchtlingen kaum mehr ertragen kann. Asylrecht, Völkerrecht, menschliches und empathisches Vorgehen, alles scheint gerade in den Gehirnen der Bevölkerung ebenso wie in deren Vertretern nicht mehr zu existieren oder Pause zu haben. Das ist weder inhaltlich noch in seiner Zerstrittenheit formal das Europa, das ich mir vorgestellt habe, für vieles was passiert schäme ich mich.

Da hat mir ein Interview, in das ich am Freitag hinein gerutscht bin, gut getan. Karl Kopp, der Europareferent von Pro Asyl ist in einem Interview mit dem DLF, anlässlich der Verabschiedung des Asylpaket II  an manchen Stellen sehr emotional geworden und hat mir aus der Seele gesprochen. Er hält sich in Griechenland auf und kann die Verhältnisse dort gut schildern.

http://www.deutschlandfunk.de/pro-asyl-zur-eu-fluechtlingspolitik-ein-rabenschwarzer-tag.694.de.html?dram:article_id=346757