Schlagwort-Archive: Erneuerbare Energien

Mais und Hochwasser

So schlimm das Hochwasser für die betroffenen Gemeinden und Haushalte ist, so sicher werden keine wesentlichen Konsequenzen daraus gezogen. Auch wenn Politik und Landwirtschaft die Einzigartigkeit des Wetters betonen und damit jeden Zusammenhang  mit Landwirtschaft, Flächenversiegelung, Flussbegradigung und Klimawandel großzügig vom Tisch wischen, sind Zusammenhänge gegeben. Mit Klimawandel und steigenden Temperaturen sind solche Ereignisse nach Einschätzung der Klimaforscher auch wahrscheinlicher geworden, das Schein-Argument „bei so einem Wetter könne man gar nichts machen“, wird also häufiger zu hören sein.

Ein Artikel der Welt thematisiert den Zusammenhang zum großflächigen Maisanbau auch in hügeligen Gebieten:

An den Flutschäden ist auch der Maisanbau schuld

Dieser Mais-Wahnsinn bleibt erhalten, denn zeitgleich drückt Bayerns CSU bei der umstrittenen Neufassung des EEG (Referentenentwurf als PDF) ironischerweise die Weiterförderung der Biogasanlagen durch, obwohl dies nach Expertenmeinung auch kontraproduktiv ist. Dies sorgt dafür, dass die Mais-Monokultur vielerorts erhalten bleibt. Das dabei auch die notleidenden Milchbauern den Kürzeren ziehen, da sie bei der Pacht von Flächen gegen die geförderte Biomasse nicht mehr den Zuschlag erhalten, fällt ebenso zeitgleich mit deren Förderung zusammen. Alles widrige Zusammenhänge, die in den Mainstream-Medien aber so nicht Thema sind. Die im Vergleich viel umweltfreundlichere Windkraft wird im Entwurf leider, IMHO zugunsten der großen Stromkonzerne gedeckelt, die erneuerbaren Energien werden im Ergebnis deutlich gebremst. Schade!

Faule Äpfel

Der Mindestlohn sei wie „ein roter Apfel, der auf einer Seite verfault ist“. So kritisiert die Vorsitzende des Forum Demokratische Linke, kurz DL21, das Vorgehen beim jüngsten politischen Projekt. DL21 ist das wichtigste Forum der SPD-Linken, bei dem Frau Nahles einmal Vorsitzende war, und aus dem sie jetzt wegen dieser Kritik an ihrer Politik ausgetreten ist.

Frei nach Müntefering: „Große Koalition ist Mist“. So kann auch ich mich der obigen Aussage anschließen. Wie wenig man auch innerhalb der Parteien mit den Ergebnissen der Großen Koalition zufrieden sein kann, zeigen die beiden folgenden Artikel sehr schön:

Thema Mindestlohn:

http://www.sueddeutsche.de/politik/streit-um-mindestlohn-spd-linke-steht-vor-der-spaltung-1.2031702

Beim Thema EEG ganz ähnlich:

http://www.freitag.de/autoren/julian-heissler/die-neinsager

Christoph Süß im schönen Süßstoff vom 05.07.2014 illustriert hierzu die Widersprüche beim Mindestlohngesetz:

Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage

Die erneuerbaren Energien dienen immer noch als Sündenbock für die Strompreis-Steigerungen, die die EEG Umlage verursacht. Dabei ist es nicht die Art Strom zu erzeugen, die die Kosten schafft, schließlich wird doch plötzlich viel mehr, ja sogar oft zuviel Strom produziert. Es sind die Ausgleichszahlungen für die bisherigen großen Player und Kraftwerksbetreiber, die bedingt durch das so absurde gewollte Regelwerk den Preis treiben. Allerdings nur für die Haushalte, der Preis für die Großverbraucher sinkt und, dank vieler Ausnahmen, beteiligen sie sich auch kaum an dem EEG-Kosten.

Jetzt soll auch noch der Eigenverbrauch damit belegt werden, wenn man selbst in eine Anlage investiert und den Strom inhouse verbraucht, grotesk. Mal sehen, was unsere GroKo heute „unter Zeitdruck“ als Überraschungscoup während der Fußball-WM dazu beschließt.

Eine Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage, die das Frauenhofer-Institut jüngst veröffentlicht hat,  zeigt viele interessante Details:

Die EEG-Umlage wird häufig als Indikator für die Kosten der Energiewende herangezogen und hat in den letzten Monaten für viel Diskussion in Politik und Medien über die Bezahlbarkeit des Stroms in Deutschland gesorgt, denn sie ist von 0,19 Cent/kWh im Jahr 2000 auf mittlerweile 6,24 Cent/kWh in 2014 gestiegen. Diese Kurzstudie gibt einen Überblick über die historische Entwicklung der EEG-Umlage und über die verschiedenen Faktoren welche zu diesem signifikanten Anstieg beigetragen haben. Wie sich zeigt, spielen neben dem reinen Ausbau der erneuerbaren Energien noch weitere Faktoren eine entscheidende Rolle.

http://www.ise.fraunhofer.de/de/downloads/pdf-files/data-nivc-/kurzstudie-zur-historischen-entwicklung-der-eeg-umlage.pdf

 

EEG Reform: Verlierer sitzen nicht am Tisch

Der Kommentar der Tagesschau sagt es trefflich: Es gibt bei der heute in Gang gebrachten Reform des EEG nur Sieger, denn die Verlierer sitzen nicht mit am Tisch. Und die Verbraucher zahlen, für die Kürzung sinnvoller Reformen und die Ausweitung bzw. Fortschreibung unsinniger.

http://www.tagesschau.de/inland/energiekommentar100.html

Update 03.04.2014: Auch die TAZ sieht den Abschluß negativ:

http://www.taz.de/Debatte-Strompreise-und-Energiewende/!136032/

Die gekaperte Energiewende

Felix Werdermann hat in freitag.de einen engagierten Community-Artikel zum Thema Energiewende geschrieben:

http://www.freitag.de/autoren/felix-werdermann/die-gekaperte-energiewende

Schön auch der folgende 3-sat Filmbeitrag aus dem Magazin nano, der die Legende von den hohen Kosten des Öko-Stroms konterkariert:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=42236

Energiewende

Nochmals zwei Beiträge zur Energiewende als Links:

Ein Blogpost, der die Unsinnige Argumentation zum Thema EEG aufzeigt:

http://tautenhahn.blog.de/2014/01/23/gabriels-energiewende-laesst-wesentliche-aussen-17620162/

Ein Videobeitrag in quer vom 23.01.2014, der zeigt, wie in Bayern Windkraft verhindert wird, zumindestens bis die Förderung gekürzt wird:

Ist ein Windpark bei der Bevölkerung unumstritten, darf er gebaut werden. Diesen Fall gibt es nun im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. Dort wollen fünf Kommunen im Staatswald in einen Windpark bauen. Doch eine Ausnahme wird es für sie nicht geben.

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/quer/140123-quer-windkraft-100.html

Gabriel bremst Ökostrom an der falschen Stelle

Unsere umweltgerechteste und billigste Energiequelle ist derzeit Windstrom an Land, insbesondere in den küstennahen Regionen. Ein Windrad dort ist technisch bewährt, billig aufzustellen, leicht an das Netz anzubinden, beeinträchtigt landwirtschaftlich nutzbare Flächen kaum und liefert gute Erträge. Wer sagt, Kohle- und Atomstrom ist billiger, hat zwar vordergründig recht, aber wenn man die Subventionen abzieht und die waren Kosten ansetzt gilt dies nicht mehr.

Jetzt hat Energieminister Gabriel eine Eckpunktepapier veröffentlicht, das genau diese Energiequelle weniger und dafür Kohlestrom (NRW und Frau Kraft freuen sich) und die aufwendigen Investitionen der großen Energiekonzerne mehr fördert. Strom soll „professioneller“ werden, also weniger Möglichkeiten für Bürger und Genossenschaften, mehr für die  etablierten Player. Als Grund wird die „Preisbremse“ für den Bürger angeführt, für die Preissteigerungen werden mal wieder nur die bösen erneuerbaren Energien verantwortlich gemacht. Dabei liefern gerade die bestehenden Windräder den billigen Börsenstrom, von dem die großen Stromverbraucher profitieren, aber an dessen Ausbau sie sich wegen der vielen Ausnahmen nicht beteiligen. Diese Konstruktion und ihre inherente Ungerechtigkeit ist die Ursache für die hohen Preise der Haushalte, nicht dass wir mehr und neue Möglichkeiten haben, den Strom zu produzieren. Die Richtung, die Gabriel einzuschlagen scheint, ist deswegen zu kritisieren. Die passiert aus den eigenen Reihen, wie der SZ-Beitrag im folgenden zeigt. Hörenswert auch die Einwände der Grünen in dem DLF-Interview von heute mit Simone Peter im Audio unten.

http://www.sueddeutsche.de/politik/energiewende-spd-ministerpraesident-albig-kritisiert-gabriels-windkraft-plaene-1.1866717