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Adobe weiß was du liest

Zum Lesen von Ebooks verwenden viele Benutzer die Adobe Digital Editions, gerade deswegen auch, weil sie zum Teil zum Kauf von Büchern mit DRM verwendet werden muss, bevor man sie auf andere Lesegeräte lädt. Jetzt hat sich herausgestellt, dass Adobe Daten über das Nutzungsverhalten der Benutzer sammelt, die gesamte Bibliothek ermittelt und unverschlüsselt auf einen hauseigenen Server übermittelt.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Adobe-gesteht-unverschluesselte-Ueberwachung-von-E-Books-ein-2413470.html

Es wird gemeldet, dass sogar die Festplatte nach anderen Readern und herumliegenden Büchern durchforstet wird und auch Daten darüber Ihren Weg zu Adobe finden. Ein solches Programm kann man durchaus als Trojaner bezeichnen. Ein schier unglaublicher Vertrauensverlust und Skandal den Datenschutz betreffend. Hier fehlen klare gesetzliche Regelungen, damit daraus mehr resultiert, als ein „Na, na, na“ eines Datenschutzbeauftragten. Aber wehe ein MP3 verirrt sich Urheberrechts-widrig…

Ich kann nur raten, stets DRM freie Ebooks zu lesen, diese werden auch angeboten, nur mit Soft-DRM (Wasserzeichen) versehen. Dann kann man zum Lesen auch freie Programme wie zum Beispiel das hervorragende Calibre zu verwenden, damit die Privatsphäre gewahrt bleibt.

Natürlich haben auch unabhängige Ebook-Reader in Hardware Ihren Sinn. Hier habe ich mit Aldiko auf dem Android-Tablett, bzw. den Geräten von Pocketbook gute Erfahrungen gemacht. Eine Garantie gegen ausspionieren kann man natürlich auch bei diesen nicht geben, nur Analysen des Datenstoms vom Gerät ins Internet geben darüber Auskunft, wie bei Adobe eben erfolgt. Aber ein bisschen mehr Vertrauen als bei Adobe, kann man bei diesen haben. kindle-Leser müssen Amazon vertrauen 😉

Update 09.10.2014: Ein schöner Kommentar aus dem Forum mit der Überschrift „Das ist reinste Realsatire“:

Adobe: Wir überwachen?
Idiot: Ja, und dies unverschlüsselt!
Adobe: Wir überwachen unverschlüsselt?
Idiot: Ja!
Adobe: Na dann verschlüsseln wir die Überwachung!
Idiot: Na dann ist es ja gut!

eBooks im Alltag

Das Lesen von eBooks gehört bei uns inzwischen zum Alltag, meine Frau als Bahn-Pendler nutzt Ihren Reader, ein PocketBook Touch, recht intensiv.

Schön, dass wir beide Geräteklassen vergleichen können, denn ich lese auf meinem Nexus 7 Tablett. Beide Geräte sind tolle Teile und sie tun wirklich das, wofür wir sie gekauft haben, auf beiden macht das Lesen Spaß, ein dickes Buch in der Hand vermisst man nicht wirklich. Es ist doch der Text, der fesselt, nicht die Haptik oder der Geruch des Buches.

Für reine Leseratten sind die Reader besser: Federleicht, lange Akku-Standzeit und auch draußen in hellem Licht sehr gut lesbar. Das Tablett hat auch ein gutes Display, das aber im Freien oder im Zug doch störend spiegelt, man muss es immer richtig halten, manchmal findet man keine störungsfreie Position. Obwohl ein 7 Zoll Tablett nicht wirklich ein Schwergewicht ist, ermüdet die Hand viel schneller als beim Reader.

Natürlich kann das Tablett viel mehr: Spielen, Chatten, Facebook, Shoppen, Informieren, im Web stöbern, Musik streamen, die Heimelektronik fernsteuern … usw. Deswegen ist es auf den zweiten Blick nicht verwunderlich, das die EInk-Reader eher von bibliophilen Menschen aus der älteren Generation genutzt werden, die wirklich nur gut lesen wollen.

Obwohl mit vielen Vorteilen versehen wird der Reader von vielen Analysten schon wieder tot gesagt, alles wird mit dem Tablett gemacht werden. Schade, wahrscheinlich haben sie recht, das Interesse der Anbieter wird es auch sein, denn eines kann ich mit dem Reader nicht so gut wie mit dem Tablett: Umsätze generieren. Auch wenn die besseren Reader einen Book-Shop und WLAN integriert haben, die Nutzer kaufen Ihre Bücher mehr am Computer und laden sie dann in das Gerät.

Umschlag Lehmanns EBook Ratgeber

Schon früher habe ich auf den sehr guten eBook-Ratgeber von der Buchhandlung lehmanns hingewiesen. Dieser ist jetzt aktuell in der zweiten Auflage erschienen und geht neben den obigen Gerätefragen auch auf viele neue Themen wie zum Beispiel die Online Ausleihe aus Bibliotheken ein. Es gibt Ihn im als Download-PDF oder jetzt auch kostenlos per Postzusendung auf Papier.

Der eigentlich kritische Punkt der eBooks ist das Vertragsverhältnis beim Erwerb und die großen Einschränkungen des DRM. Leider haben das viele Verbraucher noch nicht ausreichend erfasst. Gerade Neueinsteiger greifen gerne zum Amazon Kindle, der mit proprietärer Technik eine große Abhängigkeit von einem Anbieter und damit eine negative Einengung des Marktes darstellt. Auch darauf geht der obige Ratgeber ausführlich ein, natürlich nicht ganz uneigennützig, aber legitim.

Der Unterschied zwischen Ausleihen und Ausleihen

http://www.heise.de/newsticker/meldung/E-Books-Streit-um-das-Ausleihen-elektronischer-Buecher-1763096.html

Schon mehrfach habe ich beklagt, dass man bei eBooks rechtlich so schlecht gestellt ist und eigentlich kein Buch mehr besitzt, sondern nur noch lesen darf. Dabei war das Leserecht bisher zeitlich unbegrenzt, dieser Artikel offenbart nun eine noch weiter reichende Idee: Man darf ein Buch nur noch eine bestimmte Zeitlang lesen und zahlt trotzdem dafür.

Ist schon erstaunlich, wie die Betriebswirte und Marketing-Strategen es schaffen immer weniger für nahezu das gleiche Entgelt zu verkaufen. Irgendwo bewundere ich das sogar, wenn es mich nicht auch so anwidern würde.

Schön zeigt der Artikel, dass der eBook-Anbieter sich plötzlich nicht mehr von den uns bekannten Entleih-Bibliotheken unterscheidet. Da wird der Bücherkauf soweit reduziert, dass man das gleiche macht wie städtische Büchereien und das aber für viel mehr Geld. Ist aber auch wirklich peinlich. Da bleibt nur eines: mit Lobby-Arbeit auf die Schließung der Bibliotheken dringen, damit diese die schöne neue Welt nicht stören.

Das hat z.B. dieser Forenbeitrag auch erkannt.

Amazon blockiert Kindle-Benutzerkonto

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Amazon-Kindle-Blockade-einer-Nutzerin-beendet-1734686.html

Da wird einer Nutzerin einfach so das Konto gesperrt und sie erfährt nicht mal genau warum. Sie hat vielleicht viel Geld für die Bibliothek bezahlt, und von einer Minute auf die andere hat sie nichts mehr.

Das ist genau das Problem mit DRM und einem Kauf ohne Erwerb von Besitz, wie ich es in meinem Artikel über eBooks geschildert habe. Ich hoffe solche Fälle werden in den Medien ausreichend diskutiert, damit die Verbraucher sensibler werden.

Trend zum eBook

Anlass Tagesgespräch

Aus dem BR2 Tagesgespräch zum Thema eBook  vom 10.10.2012 waren die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Ältere Menschen nehmen eBooks unvoreingenommener an als jüngere
  • Die Widersacher reden eher von Haptik und Geruch eines Buches als von DRM, das Problem wird von den meisten unterschätzt und zu wenig gesehen.
  • Der als technischer Experte verkaufte Vertreter der Bitkom hat wie so oft statt Fakten eher Marketing-Aussagen und Nebelkerzen im Rahmen seiner Lobbyarbeit verkündet, und das rhetorisch auch noch schlecht.

Mein Standpunkt

Das eBook wird das Papierbuch zum Großteil verdrängen und das hat schon lange begonnen. Die Frage ist nur wie. Weiterlesen