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Schlangenöl gegen Ransomware

Bereits im Post „Vergesst Anti-Viren-Software“ habe ich meine Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Antivirensoftware ausführlich formuliert. Der aktuelle Fall einer flächendeckenden Ransomware-Attacke zeigt es wieder genau: Betriebssystem-Updates, die schon über zwei Monate (seit März) vorliegen werden aus verschiedenen Gründen, auch von Profis, nicht eingespielt, Antivirensoftware hilft nicht oder bestenfalls teilweise.

Der bekannte Blogger und IT-Spezialist Fefe hat dazu einen Beitrag mit vielen schönen Quellen verfasst. Er nennt Antivirensoftware „Schlangenöl“, um den esoterischen Charakter darzustellen.

https://blog.fefe.de/?ts=a7e8d6ab

Vergesst Anti-Viren-Software

Ein Entwickler von Mozilla Firefox hat eine Tirade gegen Antiviren-Software (AVS) abgefeuert und zur Deinstallation aufgerufen:

Ich meine, er hat recht, sein Blog ist lesenswert und kann meine Erfahrungen und Einschätzungen dazu beitragen:

Ab und zu administriere ich noch private PCs und kleinere Firmen-Netze, und gerade da ist der Befall mit Computerviren noch ein Problem, mit dem man immer wieder konfrontiert wird. In letzter Zeit sind das vor allem Email-Anhänge mit Trojanern, die dann die Festplatte verschlüsseln („Locky“) oder andere Schadwirkungen entwickeln. Der Schaden ist groß, wenn keine gute Sicherung (nicht unter meiner Ägide) existiert, bleibt oft nur, die Maschine neu zu installieren.

Die Frustration der Anwender ist groß, nicht ganz zu unrecht wird argumentiert, man hätte doch die Antiviren-Software XY, die müsste die Bedrohung doch schließlich erkennen. Das ist natürlich auch das bequemste Verhalten:

  • die Antiviren-Software (AVS) ist gekauft und arbeitet scheinbar umsonst. Die CPU-Last durch AVS auf schwachen Maschinen ist jedoch oft durchaus nennenswert, die Maschine wird langsamer und arbeitet mehr für das AVS als für den Anwender.
  • die Vorsichtsmaßnahme Sicherung macht Arbeit und ist oft nur unzulänglich vorhanden, wenn sie nicht durch einen Dienstleister erledigt und überwacht wird. Selbst smarte Freiberufler sichern bisweilen ihre zentrale Software mit Kundenstamm und Faktura nicht.
  • die beste Gegenmaßnahme, erst nachzudenken, bevor man einen suspekten Anhang öffnet, macht Mühe. Zugegeben: die Emails werden immer besser getextet, für jeden ist etwas dabei. Aber das ist auch die Herausforderung: Die beste AVS sitzt bei Email-Anhängen immer noch zwischen den Ohren des Anwenders, er muss seine Neugierde zügeln. Die Unart von Microsoft, die Extensions der Dateien in Windows in der Voreinstellung nicht zu zeigen, begünstigt die Täuschungsfähigkeit der Attachments. Die Gemeinde Altdorf nimmt deswegen jetzt keine Anhänge im Word, Excel und ZIP Format mehr an, nur noch PDF.

Das Erstaunen ist groß, wenn ich den Anwendern erkläre, dass ihre AVS hier oft gar nichts hilft: Die Schadsoftware wird immer wieder leicht verändert, so dass die AVS die Trojaner erst nach einigen Tagen erkennen können. Dies lässt sich auch leicht demonstrieren, ich habe dies schon Kunden gezweigt:

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