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HG. Butzko’s Rückblick auf den Februar

Jeden Freitag Nachmittag 14:00  versuche ich die Radiospitzen zu hören, eine Stunde Kabarett mit wechselnden Protagonisten. Oft wird auch ein sogenannter Monats-Rückblick gestaltet, diesmal zum ersten Mal von HG. Butzko, dem Träger des deutschen Kleinkunstpreises von 2014. In diesem macht er sich sehr ausgefeilt und pointiert Gedanken zu Flüchtlingen, Zäunen, Facebook und mehr. Die Zeit zum Anhören lohnt sich.

Radiospitzen vom 26.02.2016

Hier noch eine Vorstellung des Künstlers HG. Butzko.

Steilvorlagen für Bayernhasser

Ein schönes Radiofeature über das bayrische Wesen und Unwesen lief heute an Neujahr in der Radiorevue in einer Wiederholung, ich habe es auch das zweite Mal genossen. Für alle Fans und Hasser von Bayern hörenswert und gehaltvoll.

http://www.br.de/radio/bayern2/inhalt/radio-revue-bayern-kritik-nockherberg-100.html

Podcast Download

„Durst“ – Warten auf Merlot

In den Radiospitzen des BR war am Freitag das sehr schöne Soloprogramm von Philipp Weber „Durst“ – Warten auf Merlot zu hören.

Philipp Weber ist nicht nur ein erfolgreicher und vielfach dekorierter Kabarettist, er ist auch studierter Chemiker und kritischer Konsument. Ausgestattet mit dieser Dreifach-Begabung hat er den Verbraucherschutz zur humoristischen Kunstform erhoben. Aufnahme vom 1. September 2015 in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft.

Da ich das Programm, dessen Themen und Webers Art sehr genossen habe, hier die Gelegenheit es vom Podcast in zwei Teilen nachzuhören:

Teil 1

Teil 2

Gewerkschaft erzielt Mindestlohn + 0,01 €

Heute hat der Bayerische Rundfunk die folgende Nachricht getextet:

Mitarbeiter von Schnellrestaurants bekommen mehr Geld

Berlin: Die Beschäftigten von Mc Donald’s, Burger King und anderen Schnell-Restaurants bekommen mehr Geld. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten einigte sich in der Nacht mit dem Bundesverband der System-Gastronomie auf einen Tarifvertrag für zwei Jahre. Künftig verdient jeder Mitarbeiter mindestens 8,51 Euro in der Stunde – das ist rund ein Euro mehr als bisher.

Klingt sehr Positiv, oder? Der DLF spricht zusätzlich noch von „langen Verhandlungen“. Was in beiden Meldungen nicht erwähnt wird: Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab 1. Januar 2015 8,50 EUR. Nach meiner Auffassung würde der Lohn von Gesetz wegen also eh bald 8,50 EUR betragen.

Die Gewerkschaft hat es also geschafft, einen symbolischen Cent über diesem Mindestlohn zu erzielen und dies in langen Verhandlungen. Gut das wir so starke Gewerkschaften haben. Man stelle sich doch mal vor, jeder zehnte Mc. Donalds oder Burger King würde bestreikt – mehr Deckung hätten die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hier bestimmt nicht – unsere Wirtschaft würde still stehen. Beruhigend, dass Frau Nahles Gesetz zur Tarifeinheit da bald Sicherheit schafft.

Seltsam, dass das Wort Mindestlohn in den Meldungen so gar nicht auftaucht.

Was ist die Rolle der Gewerkschaft hier? Hat sie was erzielt? Zynisch gesprochen: Ohne die Gewerkschaft hätte ein Bewerber im Gespräch wohl die theoretische Chance mehr als den Mindestlohn zu erzielen. Jetzt gibt es einen Tarifvertrag, der den Mindestlohn samt symbolischem Cent festschreibt, da kann der Bewerber eigentlich kaum mehr verlangen. Ist das also eine Gewerkschaft, die den Arbeitnehmer gut vertritt? Ich glaube ich habe es nicht wirklich verstanden. Solche Gewerkschaften sind es, die sich Frau Nahles und die Arbeitgeber wünschen, eine GDL, Cockpit oder Marburger Bund, die wirklich was erzielen für ihre Mitglieder braucht es dagegen nicht.

Steinwüsten in unseren Orten

Steinschüttungen sind gerade groß in Mode: Wo früher ein kleines Gartenstück mehr oder weniger liebevoll gepflegt wurde, gibt es jetzt nur noch ein Vlies und Split darüber, weil keiner mehr Zeit für die Pflege von sowas unnützem hat:

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/steinwuesten-statt-blumenpracht-100.html

Die Natur bleibt dabei ebenso auf der Strecke wie unser Wohlbefinden: Kein Insekt, kein Wurm, kein Vogel, kein Igel findet dort mehr Nahrung! Keine Kühlung durch Verdunstung, im Gegenteil, nach einem sonnigen Sommertag strahlen diese Steinflächen noch lange Wärme ab. Ich freue mich schon auf die Experten, die ausrechnen können, wie viel wärmer unsere Städte dadurch werden. Aber dafür gibt es ja wieder Klimaanlagen.

Wurde früher noch ein Grünstreifen neben einem Parkplatz angelegt, wird jetzt auch noch dieses Alibigrün durch Steine ersetzt. Der boomende Hausmeisterservice muss dann nur noch Salz streuen im Winter (reichlichst, damit man sieht, wie gut er arbeitet) und Laubsaugen im Herbst (lang und laut, damit man merkt, wie gut er arbeitet).

Gerade eben im Notizbuch von Bayern 2 Radio ein guter Beitrag zu dieser in meinen Augen schrecklichen Mode.

Link

Das „Bayerische Feuilleton“ in Bayern zwei Radio auf dem Sendeplatz Samstag 08:05 bis 09:00 ist mir immer wieder ein Genuss. Heute haben sie mit „Hut, Helm, Haube … Jedem Köpfchen sein Deckelchen“ viele Fakten und aktuelle wie historische Gedanken und Geschichten zum Tragen von Hüten gebracht. Köstlich zum Zuhören.

Der Sendeplatz am Samstag morgen zu einem schönen Frühstück verspricht immer Genuss.

Bayerischer Rundfunk als Regierungssender

Bereits als ich kleiner Bub war, war der Bayerische Rundfunk nicht für für seine Neutralität und Ferne zur regierenden Partei bekannt, wohl aber für die Qualität mancher Beiträge. Hörte man dann mal wieder Nachrichten vom ORF, war man baff erstaunt, das das dort alles etwas anders klang.

Diese politische Färbung war jedoch zumindestens am Ende der Amtszeit des Intendanten Thomas Gruber nicht sehr stark, das Programm war für mich als regelmäßigen Hörer von Bayern2 Radio auch von einer gewissen Liberalität und Offenheit gekennzeichnet.

Leider hat sich dies seit der Amtsübernahme durch Ulrich Wilhelm am 6. Mai 2010 grundlegend geändert. Man merkt der politischen Grundfärbung des bayerischen Rundfunks jetzt wieder an, woher der Wind weht: Wilhelm hat ein CSU-Parteibuch, war Pressesprecher von Edmund Stoiber, Regierungssprecher von Angela Merkel und hätte Chef der Bayerischen Staatskanzlei werden können.

Seither ist die Nachrichtenlage und Darstellung wieder sehr von diesem Blickwinkel bestimmt, meine frühere Frühstücksendung „Welt am Morgen“ wurde mir dadurch oft zum Ärgernis. Dadurch höre ich in dieser Zeit den Deutschlandfunk, der wesentlich neutraler informiert und bei längeren Interviews den Politiker auch mal etwas auf den Zahn fühlt.

Einen erneuten Höhepunkt hat dies nun in der Berichterstattung über das Volksbegehren gegen Studiengebühren genommen: In einer Sendung des Magazins Kontrovers hat nicht nur der eingespielte Beitrag sondern auch die Moderation einen Tag vor dem Start des Volksbegehrens eindeutigst und explizit Position für die Studiengebühren bezogen: http://sz.de/1.1575884. Will man dies vor Volksbegehren wirklich in dieser Form haben? Ist das der Auftrag der öffentlich rechtlichen Grundversorgung? Wenn man bedenkt, dass gerade die Rundfunkgebühr zum Zwangssteuer geworden ist, da dieser Auftrag ja so wichtig ist, ist das sehr bedenklich. Weiterlesen

Stromkonzerne zocken Haushalte ab

Strompreise in 2012 für Industrie minus 3%, für Haushalte plus 20%: Gerade eben in Bayern2 Notizbuch: gutes Interview mit Prof. Volker Quaschning, Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin. Der Experte erklärt sehr schön, wie mit den Strompreisen durch kontraproduktive Politik Schindluder getrieben wird. Wen das Thema interessiert, unbedingt alle drei Teile anhören!

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/gespraechspartner-03-01-13-notizbuch-volker-quaschning-100.html

  1. http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/volker-quaschning-strompreis-teil-1-100.html
  2. http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/volker-quaschning-strompreis-teil-2-100.html
  3. http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/volker-quaschning-strompreis-teil-3-100.html

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