Archiv der Kategorie: Computer

Mein Beruf die Informatik. Müsste man auch ein Bisschen unter Hobby einordnen.

Chrome unterstützt ES6 Module

Wer wie ich als Java-Entwickler in die Javascript-Welt eintaucht, vermisst eine vernünftige Gliederung in Module und die Definition von Abhängigkeiten dazwischen. In der alten Javascript-Welt wurden dafür viele Mechanismen geschaffen, deren Gebrauch für den Neuling verwirrend ist. 

Mit EcmaScript 6 (auch EcmaScript 2015) ist eine Definition von Modulen und imports bzw.  exports mit sauberen Sprachmitteln möglich. Ein Beispiel:

<!DOCTYPE html>
<html>
    <head>
        <title>ES6 Module</title>
        <meta charset="UTF-8">
        <meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
        <script type="module">
            import {getGreeting} from "./js/greeting.js";
            
            document.getElementById("content").textContent = getGreeting();
        </script>
    </head>
    <body>
        <div id="content">placeholder for content</div>
    </body>
</html>
import * as my from "./mylib.js";

export function getGreeting() {
        return my.addMy("Hello World!");
}
export function addMy(str) {
    return "My " + str;
}

Die gute Nachricht: Moderne Browser wie Chrome (ab Version 61 ohne Flags), Firefox, Safari und Edge (Edge und Firefox allerdings hinter Flags) unterstützen das bereits ohne Zusatzmittel wie Transpiler etc.:

https://medium.com/dev-channel/es6-modules-in-chrome-canary-m60-ba588dfb8ab7

https://caniuse.com/#feat=es6-module

In EcmaScript 6 (synonym ES6 und EcmaScript 2015) sind aber noch viele andere gute Features und syntaktische Erleichterungen enthalten:

http://es6-features.org

JavaScript ist damit eine richtig erwachsene Sprache und wird damit Java immer ähnlicher 😉

Staatstrojaner: Bundestag beschließt diese Woche das krasseste Überwachungsgesetz der Legislaturperiode

Statt Terrorismusbekämpfung und Schwerstkriminalität, wie ursprünglich gesagt, wird der Staatstrojaner nun zum Alltags-Polizeiinstrument. Was uns erst als Ausnahme von der Ausnahme verkauft wird, verkommt kurz vor der Sommerpause und Wahl zum Allerwelts-Überwachungsinstrument. So geht Politik!

Quelle: Staatstrojaner: Bundestag beschließt diese Woche das krasseste Überwachungsgesetz der Legislaturperiode (Updates) – netzpolitik.org

Update 23.06.2017: Guter Kommentar von Heribert Prantl in der SZ, der nichts an Deutlichkeit vermissen lässt.

Schlangenöl gegen Ransomware

Bereits im Post „Vergesst Anti-Viren-Software“ habe ich meine Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Antivirensoftware ausführlich formuliert. Der aktuelle Fall einer flächendeckenden Ransomware-Attacke zeigt es wieder genau: Betriebssystem-Updates, die schon über zwei Monate (seit März) vorliegen werden aus verschiedenen Gründen, auch von Profis, nicht eingespielt, Antivirensoftware hilft nicht oder bestenfalls teilweise.

Der bekannte Blogger und IT-Spezialist Fefe hat dazu einen Beitrag mit vielen schönen Quellen verfasst. Er nennt Antivirensoftware „Schlangenöl“, um den esoterischen Charakter darzustellen.

https://blog.fefe.de/?ts=a7e8d6ab

Powerpoint als Turingmaschine

Gefunden auf Fefes Blog: Eine spaßiges Video einer Powerpoint-Vorführung macht sich über Powerpoint Vorführungen lustig, indem sie behauptet mit Powerpoint eine Turingmaschine zu simulieren, genauer, dass Powerpoint turing-vollständig ist. Eine Turing-Maschine ist ein Rechnermodell, das ein Informatiker zum Vordiplom garantiert verstanden habe muss, der Vortrag ist also mit etwas Nerd-Know-How erst richtig zu verstehen. Witzig ist er allemal, auch für nicht-Informatiker:

ach-logo

Logo von ach

Vorgetragen auf einer (fiktiven?) Tagung Namens SIGBOVIK, die die Association for Computational Heresy (ach) jeweils am 1. April hält

Herrlich intelligent gemachter Nonsense!

Vault 7 aus der Gießener Strasse

Wikileaks veröffentlicht brisante Dokumente über Hacking-Aktivitäten der CIA auf deutschem Boden, ohne dass es auf großes Interesse stößt, und wenn, dann mehr aus Empörung über den schlimmen Geheimnisverrat. Schade, dass der Datenschutz in Zeiten von Smartphone, Siri und Cortana so wenig im Fokus der Menschen ist.

Jens Berger nennt die Hintergründe in den nachdenkseiten:

Quelle: Wikileaks veröffentlicht beunruhigende Daten über Hacker bei der CIA und niemanden interessiert es | NachDenkSeiten – Die kritische Website

Die Originaldokumente:

Vault 7: CIA Hacking Tools Revealed

München unterwirft sich Microsoft

LiMux LogoSchon länger pfeiften es die Spatzen (und ich) von den Dächern: Münchens OB Reiter wird das Linux-Vorzeigeprojekt LiMux aus der Münchner Stadt-IT werfen und Microsoft wieder geben, was es einst verloren hat. Durch den Politikwechsel auf Rot-Schwarz und den Umzug der Microsoft-Zentrale von der Randgemeinde Unterschleißheim nach München waren die Weichen gestellt. Jetzt ist es offiziell.

Dabei wurden gegen Linux und LibreOffice keine wirklich fundierten Sachgründe angegeben, man versteckt sich hinter vagen Aussagen und Studien, die Firmen anfertigen, die Microsoft nahe stehen.

Der Wechsel ist von hoher Symbolkraft und daher für Microsoft Gold Wert, für München aber ein Armutszeugnis und der Beginn in eine lange Zeit der erneuten Abhängigkeit von Microsoft, und ausländischen Ressourcen. Die Lizenzkosten sowie der erneute Umstieg werden hohe Kosten für den Münchner Steuerzahler generieren

Ein weiterer, nie genannter Aspekt ist der Umzug-Zielort: Statt wie vorher verkehrsgünstig am Ring der A92, ist die Zentrale jetzt am Ende der A9, der Nürnberger Autobahn auf dem ehemaligen Langenscheidt-Gelände. Staus sind hier auch ohne Microsoft vorprogrammiert, welchen Sinn so etwas verkehrspolitisch und Stadtentwicklungs-technisch macht, erschließt sich mir nicht.

Quelle: München unterwirft sich Microsoft – Laptop und Lederhose passen doch nicht zusammen | NachDenkSeiten – Die kritische Website

Update 13.04.2017: Guter Artikel hierzu im Tagespiegel:
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/it-in-der-oeffentlichen-verwaltung-europas-fatale-abhaengigkeit-von-microsoft/19628246.html

Vergesst Anti-Viren-Software

Ein Entwickler von Mozilla Firefox hat eine Tirade gegen Antiviren-Software (AVS) abgefeuert und zur Deinstallation aufgerufen:

Ich meine, er hat recht, sein Blog ist lesenswert und kann meine Erfahrungen und Einschätzungen dazu beitragen:

Ab und zu administriere ich noch private PCs und kleinere Firmen-Netze, und gerade da ist der Befall mit Computerviren noch ein Problem, mit dem man immer wieder konfrontiert wird. In letzter Zeit sind das vor allem Email-Anhänge mit Trojanern, die dann die Festplatte verschlüsseln („Locky“) oder andere Schadwirkungen entwickeln. Der Schaden ist groß, wenn keine gute Sicherung (nicht unter meiner Ägide) existiert, bleibt oft nur, die Maschine neu zu installieren.

Die Frustration der Anwender ist groß, nicht ganz zu unrecht wird argumentiert, man hätte doch die Antiviren-Software XY, die müsste die Bedrohung doch schließlich erkennen. Das ist natürlich auch das bequemste Verhalten:

  • die Antiviren-Software (AVS) ist gekauft und arbeitet scheinbar umsonst. Die CPU-Last durch AVS auf schwachen Maschinen ist jedoch oft durchaus nennenswert, die Maschine wird langsamer und arbeitet mehr für das AVS als für den Anwender.
  • die Vorsichtsmaßnahme Sicherung macht Arbeit und ist oft nur unzulänglich vorhanden, wenn sie nicht durch einen Dienstleister erledigt und überwacht wird. Selbst smarte Freiberufler sichern bisweilen ihre zentrale Software mit Kundenstamm und Faktura nicht.
  • die beste Gegenmaßnahme, erst nachzudenken, bevor man einen suspekten Anhang öffnet, macht Mühe. Zugegeben: die Emails werden immer besser getextet, für jeden ist etwas dabei. Aber das ist auch die Herausforderung: Die beste AVS sitzt bei Email-Anhängen immer noch zwischen den Ohren des Anwenders, er muss seine Neugierde zügeln. Die Unart von Microsoft, die Extensions der Dateien in Windows in der Voreinstellung nicht zu zeigen, begünstigt die Täuschungsfähigkeit der Attachments. Die Gemeinde Altdorf nimmt deswegen jetzt keine Anhänge im Word, Excel und ZIP Format mehr an, nur noch PDF.

Das Erstaunen ist groß, wenn ich den Anwendern erkläre, dass ihre AVS hier oft gar nichts hilft: Die Schadsoftware wird immer wieder leicht verändert, so dass die AVS die Trojaner erst nach einigen Tagen erkennen können. Dies lässt sich auch leicht demonstrieren, ich habe dies schon Kunden gezweigt:

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Inkscape Version 0.92 is Released! | Inkscape

Endlich mal wieder eine neue Version von Inkscape, dem freien Gegenstück zu Adobe Illustrator.

The Inkscape project announces a new version 0.92 of its popular vector drawing software. New features include mesh gradients, improved SVG2 and CSS3 support, new path effects, interactive smoothing for the pencil tool, a new Object dialog for directly managing all drawing elements, and much more. Infrastructural changes are also under way, including a switch to CMake from the venerable Autotools build system.

Quelle: Inkscape Version 0.92 is Released! | Inkscape