World Wide Wut

In meinem Bekanntenkreis in geselliger Runde am letzten Wochenende machte ich den Fehler, ein Gespräch über die G20 Proteste zu führen. Mein Versuch die Ereignisse nicht nur auf die Randalierer zu reduzieren und meine Meinung, dass der Polizeieinsatz gegen die „Welcome to Hell“-Demo überzogen, eskalierend und so nicht gerechtfertigt war, reichte schon aus, um mir unverholene Empörung entgegen zu bringen und mir Vorwürfe zu machen. Als die Diskussion sich auf ein Stakkato rhetorischer Fragen wie „du willst also, dass Deine Familie bedroht wird, Dein Auto angezündet und der Rewe geplündert wird“ reduzierte, habe ich das Gespräch so nicht mehr weiter geführt, am Tisch wurde dann mehr über mich als mit mir gesprochen. Viele Ausführungen, die dann folgten, wie „die Linken können sich alles erlauben, aber wenn ein Rechter mal was macht…“ zeigten mir deutlich, dass mein Weltbild hier nicht kompatibel ist. Ich war enttäuscht und auch etwas schockiert, da ich die Leute eigentlich schon länger kenne und mir bestehende Wut und der völlige Ausschluss einer Gegenmeinung Angst machten.

Schon deshalb finde ich den Beitrag von Sascha Lobo in seiner spiegel.de Kolumne zutreffend:

Die deutsche Öffentlichkeit ist nicht manipulierbar? Von wegen. Ein paar Videos schwarz gekleideter, Autos anzündender Männer reichen für drei Tage Dauerrage, ohne Rücksicht auf Verluste.

Quelle: G20-Gipfel in Hamburg: World Wide Wut – Kolumne von Sascha Lobo – SPIEGEL ONLINE

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