Archiv für den Monat: November 2016

Router-Zertifizierung

Wie schnell es doch manchmal geht: Erst gestern kam die Meldung von den Störungen im Telekom-Netz, heute schon spricht man von einem Hacker-Angriff und BSI-Präsident Schönbohm fordert in der Zeitung „Die Welt“ die Hersteller von Routern zu Gütesiegeln und Zertifikaten zur Verbesserung der IT-Sicherheit  zu verpflichten. „Unter anderem könne man die Hersteller verpflichten, regelmäßig und zeitnah Sicherheits-Updates automatisch aufzuspielen.“ Das ging ja rucki-zucki. Der BND weiß sogar schon, dass es angeblich ein Angriff aus Russland war.

Wenn man bedenkt, welche Brisanz der hauseigene Router für technische Rahmenbedingungen des Datenschutzes hat und welches Einfallstor ein Router ist, wo der Hersteller jederzeit unbemerkt Updates einspielen kann, lässt einen so eine Forderung aufhorchen. Ein möglicher Einschleusungsweg für Bundes- oder andere Trojaner ist auch der Router eines Haushaltes, wenn man ihn beliebig manipulieren kann.

Gerade  wurde Anfang 2016 die gesetzliche Neuregelung zum Routerzwang heftig diskutiert, und nur halbwegs klar gelöst. Da käme mit der Zertifizierung und Zwangs-Updates wieder ein Zugriff auf die Router über die Hintertür: Mit entsprechend starken Auflagen kann der Anbietermarkt auf nur weniger Player reduziert werden, wenn man mit denen „gut kann“, hätte man wieder Zugriff auf die Router.

Freie und quell-offene Routerbetriebssysteme, zum Beispiel DD-WRT, die für technisch Kundige eine Alternative darstellen, die sich den offiziellen Begehren verweigern kann, kann man mit solchen Beschränkungen der Hersteller leicht ausschließen. Dabei sind es doch gerade die Router des größten Providers, der Telekom, die mit Ihren monopolartigen Strukturen und großer Verbreitung weniger Routermodelle die Angriffe erst möglich gemacht haben.

So schnell die Rufer aus BSI und BND reagieren, sollte eine gesunde Skepsis gegenüber deren Forderungen angebracht sein.

Siehe auch meinen Post „Wider den Routerzwang„.

 

DJ-Einsatz

Am Wochenende habe ich den Hobby-DJ auf dem 40.sten Geburtstag einer guten Bekannten gegeben, was auch recht gut geklappt hat. Mit einer kleinen aber feinen PA, einer LD Systems Dave 12 G3 als Leihstellung von Musik Kolbeck, war ich gut gerüstet. Nach meinem Eindruck waren alle zufrieden, die Stimmung war gut und auch die Einlage hat Dank Mikrofon gut geklappt.

Nachteil: Als DJ ist man bei den letzten, die heimgehen, dabei, das war gegen halb 3 morgens. Das ist eigentlich nichts für mich, hängt mir lange nach.

Link

Regelmäßig lese ich die Nachdenkseiten, die eine willkommene Alternative zur Mainstream-Meinung darstellen und gute Artikel aus der Presse- und Blogger-Landschaft zitieren. Täglich geschieht dies neben Buchvorstellungen und Essays zu einzelnen Themen in den Hinweisen des Tages. Die heutigen (22.11.2016) erscheinen mir besonders lesenswert, mit vielen guten Artikeln, Aufsätzen, Interviews und Radiobeiträgen, so dass ich hier mal wieder darauf hinweisen möchte.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=35930

Naturgemäß kann ich nicht allem zustimmen: Punkt 9 befasst sich mit dem bedingungslosen Grundeinkommen, einer Idee der ich viel abgewinnen kann. Die Nachdenkseiten – mit ihrem Schwerpunktthema Renten – bekämpfen die Idee aber mit einer für mich nicht immer nachvollziehbaren Vehemenz.

Rote Linien hinter der Torlinie

In einem wunderbaren Beitrag wird in Deutschlandradio Kultur die derzeitigen Mediendarstellung der „Autobahnprivatisierung“ geschildert. Ganz toll das Bild im vorletzten Absatz:

Also habe die SPD „zwei dicke rote Linien gezogen: die doppelte Privatisierungbremse. (…) Wenn das jetzt Fußball wäre, dann hätten die die beiden Linien hinter der Torlinie gezogen. Und da steht jetzt Gabriel und sagt: Ich fange den Ball auf. Und er fängt ihn auch auf, aber ein Tor ist es trotzdem.“

Ein Interview mit Carl Waßmuth, Sprecher der Initiative „Gemeingut in BürgerInnenhand“