Verbergung statt Enthüllung

Thema Panama-Papers: Als ich am Sonntag Abend die Nachricht hörte hatte ich das Gefühl, das die Veröffentlichung der Briefkastenfirmen-Unterlagen etwas wirklich Wichtiges ist. Inzwischen bin ich sehr ernüchtert. Das ICIJ, also das „Internationale Konsortium investigativer Journalisten“ veröffentlicht die Daten nicht wirklich, sondern sucht sich aus, was veröffentlicht wird und was nicht. Das schreit nach Zensur und Meinungsmache. Wie kann ich ohne die Rohdaten wissen, ob die wesentlichen Nutzer der Briefkastenfirmen genannt werden oder nur Interessen durch selektive Veröffentlichung verfolgt werden? Gar nicht!

Wenn man es mit so einer Veröffentlichung wirklich ernst meint muss man die Rohdaten auf Wikileaks oder einer anderen geeigneten Plattform der Weltöffentlichkeit uneingeschränkt zur Verfügung stellen, alles andere hat keinen Wert. Journalismus darf so etwas nicht zensieren, er muss informieren und Sekundär-Recherche zulassen.

Und so kommt es auch, dass in manchen Medien, zum Beispiel Spiegel Online, Putin in Wort und Bild genannt wird, obwohl sein Name gar nicht vorkommt, sondern nur „Vertraute“ von ihm. Seltsamerweise sind aus Deutschland und USA gar keine Namen dabei, sind diese Länder so sauber oder liegt es daran, dass die federführende Süddeutsche Zeitung Personen schützt?

Jens Berger hat diesen Mangel auf den Nachdenkseiten sehr schön dargelegt:

Panama Papers – nicht Jahrhundertscoop, sondern Jahrhundertflop

2 Gedanken zu „Verbergung statt Enthüllung

  1. Pingback: USA verweigern Abkommen zur Offenlegung des Steuergeheimnisses | Blauer Bote Magazin

  2. Paul Hoffmann

    Ein paar NachDenkFragen

    Was zahlt Wikileaks?
    Ist Putin der einzige Verdächtige?
    Ist Steuerhinterziehung Strafbar?
    Und macht sich ein Betreiber einer Offshorefirma verdächtig der Steuerhinterziehung?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hitler-Tageb%C3%BCcher
    Hat man daraus gelernt?
    Ist es ökonomischer diese Informationen in kleinen Stücken zu verkaufen?
    Benötigt die deutsche Staatsanwaltschaft einen hinreichenden Verdacht um ermitteln zu dürfen?

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