Wahlen in Griechenland

Gestern wurde in Griechenland gewählt, dass Alexis Tsipras so stark bestätigt wieder die gleiche Koalition bilden kann, hat dabei zumindest die Demoskopen überrascht. Mich hat es gefreut, dass die Vertreter der gescheiterten politischen Kaste, die ND und Pasok, nicht wieder erstarken und als langer Arm der EU zur Verfügung stehen konnten. Die Pasok ist in einem Zustand wie die FDP in Deutschland, die ND verharrt auf ihrem harten Kern von Stammwählern.

Interessant aus meiner Sicht die mediale Aufbereitung in Deutschland: Sind bei deutschen Wahlen Zahlen und Charts von allen Quellen verfügbar, so muss man sie hier mühsam aus den Meldungen, Kommentaren und Interpretationen herauspicken. Eine Trennung von Meldung und Kommentar findet ohnehin nur noch selten statt. Charts gibt es fast nicht, spiegel.de hat als einzige Online-Redaktion gute, die Tagesschau verweist dazu auf Griechenlands Innenministerium. So ist es schwer, sich eine eigene Meinung zu bilden, weil man die Informationen aus vielen anderen Meinungen herauspicken muss.

Sehr blumig die vielen Interpretationen: „Keine Begeisterung“, „keine Spielräume“, „kein wirklicher Sieg“, „auch für die EU die beste Wahl“, … Was da alles zu hören war lies mich oft schmunzeln. Das ist schon fast eine Kunstform, was die Korrespondenten und Experten da liefern.

Da ist es wohltuend, in der Zeit einen relativ guten und umfassenden Kommentar zu finden:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-09/alexis-tsipras-griechenland-syriza-wahl/komplettansicht