Archiv für den Monat: Mai 2014

Perl 5.20 erschienen

Die Programmiersprache Perl ist heute in der Version 5.20 erschienen. Diese Sprache teilt die Programmierer in zwei Hälften: Die einen hassen und die anderen lieben sie. Grund ist ihre unkonventionelle Syntax, die es erlaubt, sehr mächtige Ausdrücke sehr kompakt zu notieren. So ist es ein beliebter Sport von Perl-Kennern, Problemstellungen in Foren auch mit ungeheuer ausgefuchsten Einzeilern zu lösen, die dann aber mangels Verständlichkeit nur noch der geneigte Leser versteht. Sehr schön brachte das der amerikanische Programmierveterane Keith Bostic in dem Zitat “Perl – The only language that looks the same before and after RSA encryption zum Ausdruck. Köstlich!

Diese Möglichkeit von Perl, sehr kryptisch zu Programmieren wird aber auch oft überbetont, man kann damit auch vernünftiger und durchaus lesbar arbeiten. Ich mochte Perl, vor allem für kleinere Scripts nutze ich sie auch heute noch, zum Beispiel um METAR Flugwettermeldungen von Webservern zu laden und archivieren.

Griechische Europawahlergebnisse im Medienloch

Heute am Montag nach der Europawahl wollte ich mich über die Wahlergebnisse in Griechenland informieren. Mit der Erfahrung: Es war ein Suchspiel ohne große Treffer. Die Ergebnisse von Griechenland blieben nicht nur unkommentiert, sondern in fast allen Medien des öffentlich rechtlichen Rundfunks und Webs nahezu unerwähnt. Wer einen Link von den Mainstream-Medien findet, möge Ihn bitte als Kommentar hinterlegen.

Warum ist es einerseits so interessant, dass zum Beispiel in Dänemark eine rechte Partei Erfolge erzielt hat, aber vom großen Wahlerfolg der linken Syriza-Partei in Griechenland, die dort stärkste Kraft geworden ist, erfährt man nichts? Nach den Ereignissen der Euro-Rettung in Griechenland mit dem hohen deutsch-griechischen Konfliktpotential ist das doch auch für uns von Bedeutung, oder sehe das nur ich so?

Das zeigt mal wieder, nur wer sich im Web selbst informieren kann und eine pluralistische Sammlung von Links zur journalistischen Seiten und Bloggern hat, ist heute wirklich informiert, die Mainstream-Medien versagen hier mehr und mehr. Dabei habe ich gestern auf den Schweden-Krimi im ZDF gewartet, der wegen der Wahlsendungen erst gegen 23:00 beginnen sollte. Das ZDF hat überzogen, erst gegen 23:20 war alles zur Wahl gesagt, da hat die Zeit wohl nicht gereicht für soviel Erkenntnisse. Das Wort Griechenland habe ich während des Wartens aber nicht vernommen, den Krimi habe ich dann sausen lassen und lieber geschlafen.

Ich reiche deswegen hier eine detaillierte Betrachtung zum Griechischen Ergebnis nach:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=21844

Update 27.05.2014:
Etwas konnte ich doch noch finden:

http://www.berliner-zeitung.de/home/griechenland–eine-wahl-mit-vielen-botschaften,10808950,27253518.html

http://www.deutschlandfunk.de/europawahl-in-griechenland-linkspopulisten-gewinnen.795.de.html?dram:article_id=287470

Griechenland: Linkspartei Syriza gewinnt Europawahl

Und von heute:
http://www.deutschlandfunk.de/rechtsradikalismus-ich-weiss-wie-opa-ums-leben-kam.1247.de.html?dram:article_id=282350

Ukraines Schulden werden ohne die Ukraine verhandelt

Die Schulden der Ukraine für die russischen  Gaslieferungen betragen 3,5 Milliarden Dollar und werden gerade von Energiekommissar Günther Oettinger und dem russischen Energieminister Nowak verhandelt. Interessanterweise sitzt gar kein Vertreter der Ukraine mit am Tisch.

Für diese skurrile Situation gibt es zwei Erklärungen: Zum einen hat die Ukraine, vereinfacht gesagt, bei ihren eigenen Finanzen nur noch eingeschränkt etwas zu melden. Und zum anderen geht es bei russischem Gas für die Ukraine auch immer um Gas für Europa. Die Ukraine ist praktisch bankrott und kann nur noch mit Hilfe des Westens seine Beamten bezahlen oder Straßen reparieren. Oettinger machte deutlich, dass das mit dem Internationalen Währungsfonds sowie der EU vereinbarte Milliarden-Hilfsprogramm auch zum Bezahlen der Gas-Schulden gedacht sei. Anders ausgedrückt: Der Westen bezahlt (indirekt) Russland, also verhandelt der Westen auch mit Russland.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-05/ukraine-russland-eu-gasstreit-oettinger

Ich verstehe nicht, warum in unseren Medien Russland immer als Verlierer der Situation dargestellt wird. Die strategisch wichtige Krim ist bereits sicher für Russland, der weniger wichtige ukrainische Osten mit seinen Rohstoffvorkommen aber auch immensen Altlasten kann kommen, muss aber nicht. Russland lehnt sich zurück und beobachtet. Europa wird der Zahlmeister für einen bankrotten und hilfsbedürftigen Reststaat Ukraine sein, wie immer dieser auch aussieht. Das kann man an diesen Verhandlungen bereits sehen, ebenso wie an vielen Aussagen des Finanzministers Schäuble.

Authorization for Use of Military Force vs. Habeas Corpus Act

Interessanter Artikel aus den nachdenkseiten zu einem bemerkenswerten amerikanischen Gesetz:

Geschildert wird ein einsamer Kampf der Abgeordneten Barbara Lee gegen das „Authorization for Use of Military Force“ (AUMF) Gesetz, das in den USA nach den Anschlägen vom 11.September (9/11) als weitreichende Ermächtigung für Präsident George W. Bush erlassen wurde und seitdem nie hinterfragt wurde. Dieses Gesetz ermächtigt die amerikanischen Präsidenten zu Handlungen, die das Völkerrecht und andere grundlegende Rechtsprinzipien wie das Habeas Corpus missachten. Der Habeas Corpus Act garantiert seit dem Mittelalter ein Recht auf Haftprüfung durch ein ordentliches Gericht und stellt das Rückgrat demokratischer Bürgerrechte nach westlichem Denken dar. Bekannterweise haben die Guantánamo-Häftlinge diesen Schutz nicht.

Ein unhaltbarer Zustand, der nicht in Vergessenheit geraten sollte.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=21777

Sparkasse als Landratsorgan

Unglaublich, wo überall die Sparkasse Miesbach im Rahmen der Affaire um den zurück getretenen Landrat Jakob Kreidl Ihre Finger, sprich Geld, im Spiel hatte. Wenn man den folgenden SZ-Artikel mit Details eines Regierungsberichtes liest, kann man es kaum glauben, wie weit die Verflechtungen gehen. Worin mag die Gegenleistung von Kreidl bestanden haben?

http://sz.de/1.1962584

Es ist erkennbar nicht gut, wenn immer die gleiche Partei und deren Vertreter an der Macht ist, hier sollte der Wähler für mehr Wechsel sorgen. Das wird in traditionell SPD dominierten Ländern genau so sein.

 

Spargel-Erntehelfer wählen CSU

Eine niederbayerische Posse scheint sich bei der Kommunalwahl in Geiselhöring abgespielt zu haben: Der bisherige Bürgermeister von den freien Wählern wurde abgewählt, der neue ist von CSU, mit ihm einige Mitglieder des Gemeinderates. Genauer gesagt ein ausgewählter Teil der CSU: die Großbäuerin eines Spargelbetriebs, deren Nachbar, eine Mitarbeiterin, ein Cousin der Familie sowie der Freund der Tochter.

Möglich geworden ist dies durch die Erntehelfer auf dem Spargelhof der Gewählten: Von den 482 haben 465 ihre Stimme abgegeben, die meisten bei bei der Briefwahl. Dabei können die polnischen und rumänischen Arbeiter meist kein Deutsch oder Englisch, äußern sich nicht zur Wahl und sind zum Teil schon seit Dezember angemeldet, und die Fristen einzuhalten. Die Behörden ermitteln deswegen wegen Wahlfälschung.

Hund sans scho, de Niederbayern 😉

http://sz.de/1.1928123

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/quer/140410-quer-erntehelfer-100.html

Update vom 19.09.2014: Das Landratsamt hat die Wahl für ungültig erklärt:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wahlskandal-in-bayern-abstimmung-in-geiselhoering-ungueltig-a-992484.html

Ob die CSU hier ihr „Wer betrügt, der fliegt“ auch ernst nimmt? 😉

Beginner’s All-purpose Symbolic Instruction Code

Die Programmiersprache BASIC feiert am 1.5.2014 ihren 50. Geburtstag.

Mit dieser Sprache habe ich, nach ersten Erfahrungen mit programmierbaren Taschenrechnern von Texas Instruments, auch das Programmieren gelernt. Das zeigt wohl, dass ich schon ein paar Jährchen in dem Metier unterwegs bin 😉 BASIC war immer eine Hassliebe:

Geliebt, weil es damals die erste preiswert verfügbare Hochsprache war, Assembler auf Lehrsystemen oder Großrechnerbenutzung war damals die Alternative. Auf Maschinen wie dem Commodore PET 2001 und dann dem C64 war BASIC einer breiteren Schicht von Anwendern, als die anderen Sprachen, verfügbar.

Commodore PET 2001

Commodore PET 2001 computer. On display at the Musée Bolo, EPFL, Lausanne. (Quelle wikipedia)

Ich konnte den PET damals in der Fachoberschule Freising, nach einem Kurs bei Achim Burgermeister, benutzen, und war auf jede Minute dieser gewährten Möglichkeit fast süchtig. Der Hauptspeicher dieser Geräte war 8 Kilobyte groß, eines als Premium-Gerät, war mit 32 KB ausgestattet, damals sehr teuer, und ich konnte mir nicht vorstellen, wie man soviel Speicher mit Daten und Programmen füllen könnte 🙂

Gehasst, weil sie doch auch sehr beschränkt und noch nicht weit entwickelt war und bei größeren Programmen sehr schnell unlesbaren Code produzierte, wenn der Entwickler nicht sehr diszipliniert war. Das waren die Entwickler damals meistens nicht, so dass oft der gefürchtet Spaghetti-Code entstand. So habe auch ich die Sprache C und die damalige Bibel dazu, den sogenannten „Kernighan Richie“ als Befreiung empfunden und gerne damit entwickelt.

Akronyme, wie BASIC (Beginner’s All-purpose Symbolic Instruction Code) sind in der Computerei verbreitet und es gibt viele schöne davon. So viele, dass die Bezeichnung PCMCIA der Personal Computer Memory Card International Association, bekannt für die damals üblich Lapttop-Erweiterungskarten, zu „People Can’t Memorize Computer Industry Acronyms“ (etwa: Niemand kann sich die Akronyme der Computer-Industrie merken) verballhornt wurde. Dieses Zitat fand seinen festen Platz im Sprachschatz von Computerspezialisten.