Archiv für den Monat: Februar 2014

NSA: Nicht nur lesen sondern manipulieren

Wie aus den Enthüllungen von Edward Snowden jetzt bekannt wurde, ist die NSA nicht nur in der Lage ist, die Daten abzugreifen, sondern sie entwickelt auch ein Instrumentarium um das Internet und seine Leser zu manipulieren. Dies zeigt der folgende Artikel:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/NSA-Skandal-Geheimdienste-manipulieren-und-diskreditieren-im-Netz-2123236.html

So gehe aus einer Folie hervor, dass der britische Geheimdienst GCHQ gezielt „Honey traps“ einsetzt, um jemanden zu bestimmten Seiten zu lotsen. Um eine „Person zu diskreditieren“ (so der Titel der Folie), könnte außerdem deren Foto bei einem sozialen Netzwerk geändert oder ein Blogeintrag veröffentlicht werden, der von einem angeblichen Opfer stammt. Falsche beziehungsweise rufschädigende Informationen könnten auch direkt an „Kollegen, Nachbarn, Freunde etc.“ gemailt werden.

Unglaublich, was möglich wäre, und was das für eine lautere Person bedeuten würde.

Die Originalfolien gibt es auch zu lesen.

Facebook greift in die Portokasse

Die Meldung des Tages: Facebook kauft den beliebten Messenger-Dienst WhatsApp für sage und schreibe 19 Milliarden Dollar. Unglaubliche Zahlen.

Vielleicht ein guter Zeitpunkt, sich eine andere App zu suchen, vielleicht mit sicherer Verschlüsselung und ohne Spionagemöglichkeiten, auf europäischen Servern? Hier eine kleine Auswahl:

Wikipedia hat auch was zu dem Thema:

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_mobilen_Instant-Messengern

Nicht nur Fremdenfeindlichkeit

Die Schweizer Abstimmung gegen die Freizügigkeit ist mit Ihrem Votum eine Zäsur in Europa und darf nicht unterschätzt werden. Für mich steht sie in einer Reihe mit der ebenso überraschenden Sieg der Gegner gegen die dritte Startbahn des Flughafens München.

Dabei ist das Ergebnis im Kern eben nicht nur eine ausländerfeindliche Haltung, auch wenn sie bedauerlicherweise natürlich auch aus diesen Motiven und Ängsten heraus Stimmen bekommen hat. Sie ist nicht nur ein Reflex von Angst vor Fremden sondern auch ein Bremsklotz  vor der Beliebigkeit im Vorgehen der Wirtschaft.

Für große Teile der Bevölkerung ist es eben nicht mehr attraktiv, wenn sie auf dem sogenannten „Arbeitsmarkt“ von Kräften aus dem Ausland bedrängt wird, aber andererseits wenig Nutzen davon hat. Wer Medikamente oder Autos billiger aus dem Ausland beziehen will, merkt schnell, dass diese Vorteile ihm nicht nahe gelegt werden. Die Kosten und Lasten für die Öffnungen trägt aber die Allgemeinheit.

Für mich ist es auch nicht transparent, wenn man uns jahrelang erklärt, dass die Türkei nicht reif für Europa ist, Rumänien und Bulgarien aber handstreichartig aufgenommen werden. Mag der Arbeitsmarkt davon profitieren und es geopolitisch Vorteilhaft für den Westen sein, aber profitiert der Bürger im Saldo wirklich davon?

Nochmal: Dieser Post will nicht zur Ausländerfeindlichkeit beitragen und keine Mauer um Deutschland bauen, sondern lediglich die anderen Aspekte des Ergebnisses beleuchten, wie der folgende SZ-Kommentar:

http://sz.de/1.1891554

Differenziert betrachtet das auch der folgende Artikel:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=20701

Abstimmungsverhalten der GroKo missachtet Bürger

Beim umstrittenen Genmais 1507 wird uns gerade wieder die Machtlosigkeit des Wählers vor Augen geführt. Obwohl Landswirtschaftsminister, Wahlkampfaussagen und Parteiprogramme von CSU und SPD ebenso wie eine überwältigende Mehrheit der Deutschen strikt dagegen sind, und der Koalitionsvertrag sagt: „Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an.“, ermöglicht die Macht- und Gemengelage in der GroKo, dass Deutschland durch sein Abstimmungsverhalten für eine Genehmigung von 1507 in der EU sorgt.

Wenn bei der kommenden Europawahl die Wahlbeteiligung wieder beschämend niedrig ist, sprechen die Politiker wieder davon, dass wir die Wichtigkeit der Europäischen Demokratie nicht verstanden haben.

http://sz.de/1.1885204

Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig bringt es ganz aktuell mal wieder hervorragen rüber:

Dieter Tremel

8. Februar 2014

Wie ich schon im Post Stage Piano geschildert, war das neue Klavier für Hanna das wichtigste Weihnachtsgeschenk 2013. Hanna lernt Klavier an der Musikschule Altdorf bei Herrn Erich M. Mayer, einem dort neuen, aber sehr erfahrenen Klavierlehrer. Bei meiner akut sehr hohen Klavierbegeisterung will ich das Spielen jetzt auch lernen, habe mich als „Spätberufener“ auch bei ihm eingeschrieben und schon die ersten Stunden gehabt. Macht viel Spaß, auch wenn die Trauben naturgemäß ganz schön hoch für mich hängen.

Nach langen Recherchen haben auch wir uns für ein digitales Instrument ohne eingebaute Lautsprecher entschieden, ein Kawai MP6 Stage Piano:

Gekauft haben wir alles komplett bei Piano Schweisser in Altdorf, einem lokalen Klavierhändler mit Meisterwerkstatt, der uns gut beraten hat und deswegen hier ausdrücklich lobend erwähnt werden soll. Obwohl ich sonst viel Online kaufe, viel mir die Entscheidung für den Kauf vor Ort nicht schwer, Herrn Schweissers Preise müssen sich hinter denen der großen Internet-Anbieter nicht verstecken. Weiterlesen

Fünf Tage Schminken

Meine Tochter Hanna liebt es sich zu schminken und kommt von einem Besuch bei Freundinnen oft fürchterlich verschmiert daher. Wenn sich das hält, bis sie groß wird, wäre das folgende kurze Video auch eine Idee für sie 🙂

Die Künstlerin Emma Allen hat in 5 Tagen Schminken die 75 Sekunden eines sehr schön anzusehenden Videos produziert. Chapeau!

Angeklagt der Duldung und Kooperation

Die Internationale Liga für Menschenrechte hat gestern gemeinsam mit dem Chaos Computer Club (CCC) und der Datenschutz-Organisation Digitalcourage e.V. Strafanzeige erstattet. Die drei NGOs wollen, dass der Generalbundesanwalt Ermittlungen einleitet, und zwar nicht nur gegen britische und amerikanische Geheimdienstler, sondern auch gegen ihre mutmaßlichen Helfershelfer hierzulande.

Der erste Gedanke zu dieser Strafanzeige ist: „Da kommt bestimmt nicht viel heraus!“. Das ist richtig und falsch zugleich. Natürlich wird der Generalbundesanwalt nicht unsere Staatsorgane als Schuldige vorführen oder irgendwie in ihrer Arbeit einschränken. Fakt ist aber auch, dass wir uns nicht nur als Opfer darstellen können, sondern auch unsere Geheimdienste in einer Win-Win-Situation die Erkenntnisse austauschen und garantiert soviel „Big Data“ wie möglich sammeln. Unsere Politik ist dabei eher an einer Beruhigung der NSA-Affaire ohne Folgen und konkrete Regelungen, als an einer Aufklärung und Regulierung interessiert.

Dabei wäre das wichtigste, dass unsere Dienste Ihre Arbeit nicht einstellen, sondern dass sie diese weniger verborgen und nach geeigneten Regeln durchführen, die mit unserer Staatsauffassung und unseren Bürgerrechten vereinbar sind.

Man darf sich daran erinnern, dass die Sache erst richtig wahr genommen wurde, als es das Mobiltelefon der Kanzlerin betroffen hat, das flächendeckende Abhören der Kommunikation der Bürger wurde als wenig skandalträchtig angesehen. Diese Geringschätzung, auch durch den Bürger selbst, darf es in einem modernen und freien Staat nicht geben.

Deswegen ist die Anzeige eine richtige Handlung, um das Thema mehr zu erörtern als bisher. Dies ist auch im DLF-Interview von heute mit der Sprecherin des CCC gut zu erkennen:

http://www.deutschlandfunk.de/strafanzeige-des-ccc-die-kanzlerin-ist-moeglicherweise-der.694.de.html?dram:article_id=276544

Gegen die geplante Obsoleszenz

Die geplante Obsoleszenz, also das Konsumartikel eine geplante Schwachstelle oder vorgeplante kürzere Lebensdauer haben, ist ein bekanntes Phänomen. Jeder von uns hat es schon mal schmerzlich kennengelernt, wenn ein geliebtes Gerät nicht mehr wollte.

Versuchen Sie doch mal in einem Elektrorasierer den defekten Akku zu wechseln, das ist zerstörungsfrei nicht möglich. Fast genauso schwer ist es, auf dem Markt Rasierer ohne Akku zu finden, wie ich es nur noch mache. Bei diesen ist das Verschleißteil dann nur noch der Scher-Apparat. Aber: Dieser kostet dann als Ersatzteil ungefähr soviel wie ein neuer Rasierer, denn Rasierer ohne Akku sind sehr preiswert.

Durch eine gewissen Gegenbewegung, auch mit den „Repair-Cafes“, ist das Thema wieder neu belebt, auch im hervorragenden Beitrag des BR im „Bayerischen Feuilleton“:

Dinge wieder heil machen – Eine Re-Parabel – 01.02.2014
Rund 100 000 Jahre lang verstand sich der Mensch darauf, schadhafte Gegenstände des täglichen Gebrauchs wieder zu reparieren. Aber heute? Computer, Toaster oder Wassersprudler kaputt? Ab damit zum Wertstoffhof und Neugerät kaufen! Angesichts wachsender Kosten, schrumpfender Ressourcen und nicht zuletzt schwindender Fertigkeiten stellt sich die Frage: Muss, ja darf das so weitergehen? Hören Sie: „Dinge wieder heil machen“ – eine „Re-Parabel“ von Ulrich Zwack.

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/bayerisches-feuilleton/dinge-wieder-heil-machen-zwack100.html