Archiv für den Monat: Januar 2014

Lanz und Wagenknecht

Die Talkshow von Markus Lanz mit Sarah Wagenknecht hat viele empört und zum Unterschreiben einer Online-Petition bewogen. Nicht ganz zu unrecht, wie man unten im Youtube-Zusammenschnitt nachschauen kann. Der freitag.de Artikel macht sich Gedanken darüber:

http://www.freitag.de/autoren/felix-werdermann/was-in-der-lanz-petition-fehlt-1

Und auf den nachdenkseiten wird das ganze noch sehr viel kritischer gesehen:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=20257

Energiewende

Nochmals zwei Beiträge zur Energiewende als Links:

Ein Blogpost, der die Unsinnige Argumentation zum Thema EEG aufzeigt:

http://tautenhahn.blog.de/2014/01/23/gabriels-energiewende-laesst-wesentliche-aussen-17620162/

Ein Videobeitrag in quer vom 23.01.2014, der zeigt, wie in Bayern Windkraft verhindert wird, zumindestens bis die Förderung gekürzt wird:

Ist ein Windpark bei der Bevölkerung unumstritten, darf er gebaut werden. Diesen Fall gibt es nun im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. Dort wollen fünf Kommunen im Staatswald in einen Windpark bauen. Doch eine Ausnahme wird es für sie nicht geben.

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/quer/140123-quer-windkraft-100.html

BSI-Verschwörungstheorie

Mal angenommen Sie sind eine staatlich Behörde a la NSA. Sie wollen wissen, welche Email-Adressen aktuell in Benutzung sind, und, wenn jemand mehrere Email-Adressen hat, öffentliche und weniger öffentliche, wollen Sie sie einander zuordnen können. Praktisch wäre es, die Adressen einem verwendeten Browser und damit Computer zuordnen zu können, schön auch einer benutzen IP-Adresse. Wie würden Sie das anstellen?

Genau: Wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf seiner Website, die es wegen „16 Millionen kompromittierter Accounts“ eingerichtet hat:

http://www.heise.de/security/meldung/BSI-Mehrere-Millionen-Internet-Konten-durch-Botnetze-geknackt-2090167.html

Das BSI bekommt auf diesem Wege eine Liste der Email-Adressen von einem großen Teil der im Netz aktiven Bürger und kann diese nach Nutzer gruppieren, mit Zusatzinformationen wie Browser (Gerät) und IP verknüpfen und wahrscheinlich auch entanonymisieren. Eine ungeheuer wertvolle Information. Die Überlastung der Server des BSI bis zum Zusammenbruch zeigt, wie viele ihre Emailadresse eingeben und damit wie vollständig die Liste werden kann. Sie ist damit vielleicht wertvoller als die Liste der 16 Millionen Accounts die gefunden wurden. Die Datenschutzerklärung des BSI sichert aber ein korrektes Vorgehen mit Löschung der Liste zu.

Natürlich ist eine durch Kriminelle verwendeter aktiver Account samt Passwort eine große Gefahr, die nicht zu unterschätzen ist. Doch wie groß ist bei normaler Internetbenutzung das Risiko, dabei zu sein? Hier sollte jeder selbst zu einer Einschätzung kommen, auch ohne das BSI. Nach meiner Erfahrung ist das Risiko sehr unterschiedlich, viel weniger von der Technik als vielmehr vom Nutzerverhalten abhängig. Manche habe ständig irgendwelche Trojaner, Browser-Toolbars, Bundestrojaner, Adware, andere nie. Auch ein aktuelles Virenschutzprogramm ist kein vollständiger Schutz davor, anders als es immer dargestellt wird. Wer jeden noch so doofen Email-Anhang öffnet und auf allen halbseidenen Larifari-Internetseiten immer wieder seine Emailadresse und das gleiche Passwort eingibt wird irgendwann dabei sein.

Wenn man Angst hat, betroffen zu sein, sollte man die Passworte zu ändern, am besten von einem anderen, wahrscheinlich nicht betroffenen Computer und den vermutlich infizierten neu installieren, also zum Beispiel Windows neu von der DVD einzuspielen und dabei alle gespeicherten Daten löschen. Beides wäre auch ohne Befall oft sinnvoll bzw. wohltuend, scheitert aber an der selten existierenden Datensicherung.

Zur Verwaltung von Passworten sind Programme wie KeePass Password Safe nach meiner Meinung unverzichtbar. Wer weiß sonst, wo überall er welches Passwort verwendet hat? Apropos Passwort: Kleiner Tipp in Cartoonform: https://xkcd.com/936/

Bedenken Sie folgende Fragen:

  • Mal angenommen Sie sind eine böser Junge und sind im Besitz von 16 Millionen Accounts, sagen wir mal 8 Millionen davon deutsche funktionierende Accounts. Was würden sie dann tun? Genau: Abbuchen und betrügen so viel es geht und dann ab! Bei 8 Millionen mit sagen wir mal 100 EUR wären es 800 Millionen EUR. Das reicht doch für dieses Leben. Von den 8 Millionen sind bestimmt ein paar in Ihrem Bekanntenkreis, wie viele Freunde haben Ihnen von einer Internet-Betrügerei, der sie zum Opfer gefallen sind, erzählt? Noch keiner? Die schämen sich wohl alle!
  • Seit Dezember bereits ist das dem BSI bekannt, doch erst jetzt rührt es sich. Hätte es nicht auch einen sicheren Weg finden können, wie sie die Adressen dazu nutzen, die betroffenen aktiv per Email zu informieren?
  • Angenommen Sie sind ein Journalist und wollen die Geschichte überprüfen. Welche Informationen haben Sie, um über den Fund der Adressen, die Betreiber des Bot-Netzes und deren potentielle Verwendung zu recherchieren? Welche davon sind belegbar?

Jeder kann selbst entscheiden, ob das Risiko einer potentiellen Infektion die Preisgabe aller Email-Adressen wert ist. Ich habe mich entschieden.

Update 26.01.2014:

Die folgenden Beiträge zeigen, wie fragwürdig das Vorgehen des BSI ist. Das große Medienecho ist zurückgegangen, ohne dass für die Masse der Nutzer ein nennenswerter Erkenntnisgewinn zu verzeichnen wäre:

Gabriel bremst Ökostrom an der falschen Stelle

Unsere umweltgerechteste und billigste Energiequelle ist derzeit Windstrom an Land, insbesondere in den küstennahen Regionen. Ein Windrad dort ist technisch bewährt, billig aufzustellen, leicht an das Netz anzubinden, beeinträchtigt landwirtschaftlich nutzbare Flächen kaum und liefert gute Erträge. Wer sagt, Kohle- und Atomstrom ist billiger, hat zwar vordergründig recht, aber wenn man die Subventionen abzieht und die waren Kosten ansetzt gilt dies nicht mehr.

Jetzt hat Energieminister Gabriel eine Eckpunktepapier veröffentlicht, das genau diese Energiequelle weniger und dafür Kohlestrom (NRW und Frau Kraft freuen sich) und die aufwendigen Investitionen der großen Energiekonzerne mehr fördert. Strom soll „professioneller“ werden, also weniger Möglichkeiten für Bürger und Genossenschaften, mehr für die  etablierten Player. Als Grund wird die „Preisbremse“ für den Bürger angeführt, für die Preissteigerungen werden mal wieder nur die bösen erneuerbaren Energien verantwortlich gemacht. Dabei liefern gerade die bestehenden Windräder den billigen Börsenstrom, von dem die großen Stromverbraucher profitieren, aber an dessen Ausbau sie sich wegen der vielen Ausnahmen nicht beteiligen. Diese Konstruktion und ihre inherente Ungerechtigkeit ist die Ursache für die hohen Preise der Haushalte, nicht dass wir mehr und neue Möglichkeiten haben, den Strom zu produzieren. Die Richtung, die Gabriel einzuschlagen scheint, ist deswegen zu kritisieren. Die passiert aus den eigenen Reihen, wie der SZ-Beitrag im folgenden zeigt. Hörenswert auch die Einwände der Grünen in dem DLF-Interview von heute mit Simone Peter im Audio unten.

http://www.sueddeutsche.de/politik/energiewende-spd-ministerpraesident-albig-kritisiert-gabriels-windkraft-plaene-1.1866717

Club Magic Life Sarigerme

Gerade planen wir den Urlaub für dieses Jahr und überlegen uns, den für uns erfolgreichen Aufenthalt in der Türkei Ende August bis Anfang September 2013 zu wiederholen. Offensichtlich planen andere auch, denn ich bin von jemand per Email nach dem Club gefragt worden, über den wir seinerzeit erzählt haben. Meine Antwort ist ziemlich ausführlich geworden, und da wir recht zufrieden waren, sei dies hier mal in einen Post gefasst.

Wir waren im Club Magic Life Sarigerme Imperial im Süden der Türkei, nahe Dalaman. Dies ist eine sehr lange etablierte Urlaubsregion, diese Anlage gibt es seit 1986, entsprechend schön ist die Lage eingebettet in den Hügeln der Küste und die Gartengestaltung, für uns wichtige Kriterien. Ein Standort, wo man im Hochsommer wirklich auf Jacke und Pullover verzichten kann und auch nasse Badekleidung nicht frösteln lässt.

Magic Life sind die preiswerte Variante der Robinson-Clubs und eine österreichische TUI-Tochter. Der Club dort existiert seit 1986 und hat eine fantastische landschaftliche Lage, ein wunderschönes Hotelgelände.

Mit Club Robinson, Ibero Hotel und Club Seno teilt er sich den sehr großzügigen Strand, hat einen ausgedehnten Abschnitt, eher den besseren. Das vorgelagerte Inselchen „Baba Adası“ schützt den Strand und erlaubt sowohl Wasserski als auch Segelbetrieb. Wir sind wegen des Topcat-Segelns dort gewesen, das war wunderbar, dort kann man auch den Schein machen (ca. 150 EUR, 3-4 Tage), der Pflicht dafür ist. Gebucht wird der Club von vielen auch wegen der leichten bis anspruchsvollen Mountainbike-Touren in die gebirgige Umgebung.

Fast nur von deutsch sprechenden Leuten aller Altersklassen besucht, viele Österreicher, einige türkische Familien, viel Stammpublikum, auch Rentner, die das 15te mal da sind. Nach den bayerischen Schulferien ab Mitte September, als wir abgereist sind, war der Altersdurchschnitt schon recht hoch.

Lage, Sportmöglichkeiten, Animation und Abendshows herausragend, Essen gut, viele türkische Sachen, aber eher sparsam, den Sternen gerade noch so angemessen. Blick von der Dachterrasse sensationell, kann man im a la Carte Restaurant genießen.

Hier eine Galerie mit ein paar Bildern und Panoramen, die ich gemacht habe:

Für uns ein erfolgreicher Urlaub, den wir sehr genossen haben. Vielleicht buchen wir heuer einen anderen Club dieser Kette.

Geheimhaltung als Werkzeug

Der folgende Kommentar und Artikel zeigt, wie unter dem Deckmantel der Geheimhaltung von Mandatsträgern Informationen für die Öffentlichkeit zurückgehalten werden, damit die Menschen nicht zu viel nachdenken.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Schwaerzungen-duerfen-nicht-missbraucht-werden-2082468.html

Nach meiner Wahrnehmung ist die nicht ein Nebeneffekt, sondern sogar Hauptzweck dieser Geheimhaltung: Es kann beliebig entschieden werden, worüber man informiert und worüber nicht.

Es wird immer so getan, als ob Edward Snowden die Wirksamkeit der NSA-Überwachung durch seine Veröffentlichungen gefährdet hätte, dabei wirken die meisten Überwachungen aber sogar mehr, wenn man von Ihnen weiß. Das ist doch wie mit Blitzer-Warnungen im Radio, die bewirken, dass teilweise weniger schnell an den gemeldeten Orten gefahren wird, aber gewiss nicht schneller. Die „Sicherheitslage“ verbessert sich durch diese Warnungen also sogar, wenn auch nicht die Erträge der Bußgeldstellen.

Natürlich kann man argumentieren, dass manch Terrorist nun nicht mehr ins Netz geht, da er ausweichen kann. Dies mag in einigen Fällen sogar wirklich so sein, aber ist es diese undemokratische Geheimhaltung und große Geringschätzung der Bürgerrechte wert?