Archiv für den Monat: Dezember 2013

Alexander Davidovich von Nordmann

Gerade beim Kauf des Weihnachtsbaums konnte ich wieder zwei Fakten beobachten:

  • Es gibt praktisch nur noch Nordmann-Tannen, das ist der ideale Baum für den Heiligen Abend.
  • Die Käufer wissen meist nicht, warum der Baum so heißt.

Letzteres liegt wohl auch daran, dass sich mit dem Namen so schön assoziieren lässt: Nordmann klingt nach Skandinavien, schneereichen Nächten, Nikolaus und Weihnachtsmann. Ist aber so nicht richtig, den nur der Entdecker und Namensgeber Alexander von Nordmann war ein Finne, der Baum ist weit weg im Kaukasus heimisch, wo Herr Nordmann sie 1853 entdeckt hat.

Ein paar schöne Fakten nennt der spiegel.de Artikel

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/nordmann-tanne-zapfenstreich-im-kaukasus-a-939863.html

der der Januar-Ausgabe der Zeitschrift natur entnommen ist.

Wer hätte gedacht, dass die Samen für die heimischen Plantagen immer noch von dort kommen und unter abenteuerlichen Bedingungen gesammelt werden!

Dieter Tremel

20. Dezember 2013

Gestern hatte ich wieder das Vergnügen, das Weihnachtskonzert der 9. – 12. Jahrgangsstufen des Camerloher-Gymnasium in Freising in der Kirche St. Georg zu hören. Sohn Franz singt dort im Oberstufenchor.

Die Schule ist eines der größten musischen Gymnasien, mit vielen talentierten jungen Menschen und stets gut geführt, entsprechend hoch ist die Qualität der Darbietung. Echter Genuß und das bei freiem Eintritt mit Spendenmöglichkeit. Um einen guten Platz zu kriegen muss man sehr rechtzeitig da sein, in der kalten Kirche nicht so einfach, die letzten müssen stehen.

Um mehr über die Stücke zu lernen, habe ich mal entsprechende Darbietungen in youtube gesucht und eine kleine Playlist gemacht, die einen Eindruck vom Niveau gibt. Die ersten beiden waren Bläser-Arrangements, die ich leider nur in anderen Instrumentierungen finden konnte.

Datenschutz als Beschäftigungsprogramm

Als neue Datenschutzbeauftragte wurde heute umstrittener weise Andrea Voßhoff gewählt, ein Schlag ins Gesicht all derer, denen Datenschutz wichtig ist, manche sprechen von Realsatire. So schreibt der BR in http://www.br.de/nachrichten/vosshoff-datenschutz-bundesbeauftragte-100.html:

Die vom Bundesverfassungsgericht gestoppte Vorratsdatenspeicherung: Andrea Voßhoff war dafür. Die Internetsperren: Voßhoff war dafür. Die Online-Durchsuchung, bei der mit einem speziellen Programm die Computernutzung von Verdächtigen aufgezeichnet wird: Voßhoff stimmte dafür. Das umstrittene und letztlich gekippte Acta-Abkommen: Voßhoff verteidigte es.

Das ist genauso passend, wie damals Dirk Niebel zum Entwicklungshilfe-Minister zu machen, einem Ministerium, das die FDP immer abschaffen wollte. Im Kern geht es darum Frau Voßhoff einen Posten zu verschaffen, da sie 2013 im Direktmandat Walter Steinmeier unterlag und auch nicht über einen Listenplatz in den Bundestag gekommen ist. Da war die CDU dann wohl der Meinung, dass Frau Voßhoff den Posten ihres Vorgängers Peter Schaar verdient hat, aber hat der Datenschutz auch Frau Voßhoff verdient?

Streaming kann Besitz nicht ersetzen

In einem aktuellen Fall wird mal wieder der Hauptnachteil von Streaming deutlich: Disney meint, dass Amazon-Käufer Ihre Weihnachtsfilme besser im Juli anschauen sollen, damit Disney sie zweimal verkaufen kann:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/streaming-disney-loescht-weihnachtsfilm-fuer-amazon-kunden-a-939297.html

In einem bösen Spruch sage ich manchmal: „Mach die Augen zu, dann weißt Du, was Dir gehört!“. Genau so ist es beim Streaming von Musik und Filmen (und ähnlich auch beim EBook): Man erwirbt nur ein Nutzungsrecht und hat keinen Besitz. Der Fall im Artikel demonstriert, wie feinfühlig die Rechteinhaber damit umgehen.

Auch wenn Streaming bequem ist, man stelle sich mal nur einen finanziellen Abstieg vor. Eine CD-Sammlung, oder moderner, die MP3 Sammlung auf der Festplatte, die man in liquiden Zeiten erworben hat,  kann man weiter abhören, der Streaming-Vertrag wird gekündigt und vorbei ist es mit dem Medien-Konsum. Das für das Streaming gezahlte Geld ist trotzdem weg. Alles wird virtueller, auch unser Konsum.

Wer sind die Nichtwähler?

In einer aktuellen Studie hat die Bertelsmann-Stiftung belegt, dass Menschen mit niedrigem sozialem Status und kleinem Geldbeutel dazu neigen, ihr Wahlrecht nicht in Anspruch zu nehmen. Näheres im Kommentar der SZ dazu: http://sz.de/1.1841544

Welchen großen Einfluss das hat, lässt sich am Wahlergebnis ablesen. Welche Partei würde wohl ein Hartz IV Empfänger wählen? Die CDU als Wirtschaftspartei? Die FDP? Lassen wir das. Die SPD als Hartz IV Erfinder, weil sie für den Mindestlohn war und Ihn auch tatsächlich zu 10% in den GroKo-Vertrag eingebracht hat? Die Grünen, die hauptsächlich gut verdienende Angestellte und intellektuelle Milieus  vertreten? Die AfD, die dicke Bankkonten vor den Ausländern retten will? Allein die Linke tritt in Programm und Wahlaussage mehr für sozial schwache Menschen ein. Doch nicht alle davon denken links, oder haben die Schneid, eine solch „verruchte“ Partei zu wählen, Da ist nicht zu wählen schon weniger verwerflich. Zusätzlich zeigt man „denen da oben“ auch, dass man sie ignoriert, dass sie „einen mal können“.

So können sich CDU und SPD weiter als „Volksparteien“ bezeichnen, obwohl sie fast ständig Wähler verlieren und nur noch gewisse Teile des Volks vertreten. Ich habe mir mal bei meinen Versuchen mit R die Daten des Bundeswahlleiters geholt und sie in eine Grafik gebracht, die absolute und nicht relative Ergebnisse zeigt, und dabei die Nichtwähler wie eine Partei behandelt:

Zweitstimmen Grafik

Zweitstimmen Bundestagswahl Gesamtdeutschland mit Nichtwählern

Die Graphik zeigt wie stark die Nichtwähler zunehmen und 2009 sogar stärkste Kraft waren. Leider ist die Darstellung für mich ohne großen Bereinigungsaufwand erst seit der Wiedervereinigung zu machen, würde man Westdeutschland längerfristig betrachten, wäre der Effekt noch viel deutlicher zu sehen. Die beiden großen Parteien werden von einem ständig sinkenden Anteil der Wahlberechtigten gewählt. Sieht die SPD hier noch nach Volkspartei aus? Wäre unser Wahlsystem nicht historisch bedingt so betont auf die Bevorzugung stabiler Verhältnisse ausgelegt, würde dies auch in der Zusammensetzung der Parlamente stärker sichtbar.

Die jüngste Wahl 2013 bricht den Trend mit dem großen Sieg der CDU/CSU zwar, es ist aber in erster Linie eine Verschiebung innerhalb der Parteien, die Nichtwähler sind nur wenig zurückgegangen, nach wie vor auf sehr hohem Niveau. Trotzdem zeigt die Graphik, wie bemerkenswert die Wahl war, und wie viele Stimmen durch die 5%-Hürde verloren gegangen sind (obwohl die AfD nicht mit aufgeführt ist, sorry).

Was folgt daraus? Wenn sich der Trend so fortsetzt, und davon gehe ich ebenso wie die Studie aus, wird unsere Regierung in Ihrer Zusammensetzung von einem immer kleineren Kreis (von Eliten?) bestimmt, oder die große Zahl der Nichtwähler wird von einer neuen Partei, einem neuen Messias motiviert sie zu wählen, eventuell dabei sogar radikalisiert. Beide Varianten sind nicht wünschenswert.

Faststone Image Viewer

Eine Freeware-Empfehlung für alle, die gerne Bilder auf dem PC anschauen und mit Diaschau vorführen:

Der Faststone Image Viewer ist im November in der verbesserten Version 4.9 erschienen:

http://www.faststone.org/FSViewerDetail.htm

Das kleine aber im Funktionsumfang sehr mächtige und vielseitige Programm ist sozusagen das Schweizer Taschenmesser für JPEG und Kollegen. Ich nutze es nur zur Kontrolle und Vorführung der Abzüge in Vollbild und Diaschau (Tastenkürzel S) seit Jahren, aber es kann noch viel, viel mehr. Trotzdem startet es schnell und ist leicht zu bedienen.

Neben vielen Editier- und Print-Möglichkeiten für einzelne Bilder sind auch die Batch-Fähigkeiten für mehrere Bilder hervorzuheben:

  • Verkleinern in Temporäre Kopien für den EMail-Versand
  • Verkleinern in Kopien passend für digitale Bilderrahmen, mit einer Vielzahl von zusätzlichen Möglichkeiten
  • Umbenennungen und Zeitstempel-Anpassungen

Für Foto-Liebhaber und alle, die Bilder am PC anschauen eine unbedingte Empfehlung.

Was für ein Zirkus

Es ist mal wieder Zeit für eine Tatort-Kritik, auch wenn sie die gestrige Ulrich Tukur-Werbesendung „Schwindelfrei“ nicht verdient hat.

Auch Matthias Dell in seiner Kritik bringt es nicht so schön auf den Punkt wie die FAZ, wo ich jedes Wort mittragen würde:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tatort-folge-schwindelfrei-wo-die-wilden-moehren-wachsen-12696940.html

Friedemann Weise gewinnt das Passauer Scharfrichterbeil

Der Kölner Friedemann Weise hat in einer nicht unumstrittenen Entscheidung das große Beil gewonnen.

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiospitzen/scharfrichterbeil-132.html

Der Künstler, bei dem Respektlosigkeit Konzept ist, machte sich in seinem Auftritt über den Zweitplazierten lustig und mimte einen besoffenen, hohlen Kunstkritiker, was Teile des Publikums zu früherem Heimgehen veranlasste.

Mehr gibt es am Freitag 6.12.2013 (Sa Wdhl) in den radiospitzen.

Als Vorgeschmack einen der SPD-Wahlwerbespots auf dem Youtube Kanal des Gewinners: