Archiv für den Monat: November 2013

Theaterdonner bis zum Koalitionsvertrag

Da muss man so lange verhandeln, um eine große Koalition zu machen, wo doch vorher schon recht klar war, dass es so ähnlich läuft. Dabei geht es schon um ein Kräftemessen und Vertreten der eigenen Interessen, das ist schon klar. Aber vielleicht geht es noch mehr um die Show, die man für die eigenen verschiedenen Partei-Flügel und die eigenen Wähler machen muss, damit die glauben, dass man alles versucht hat und wirklich nur die jeweils andere Seite Schuld an den ungeliebten Entscheidungen ist.

So kann die CDU ein bisschen Mindestlohn machen und die SPD dafür verantwortlich machen, die SPD macht ein bisschen Agenda 2010 weiter und schiebt es der CDU in die Schuhe.  Beide machen Rentengeschenke, die bei der überalterten Wählerschaft der sogenannten Volksparteien gut ankommen, und ganz prima sind, da zwar enorm teuer, sie aber nur von den Beitragszahlern ohne Haushaltsbelastung finanziert werden. Die junge Generation darf sich beim Auslöffeln der Suppe freuen, aber die wählen die beiden Parteien eh weniger. Die PKW-Maut macht man wegen Seehofer, wenn die Entlastung der Deutschen dann rechtlich nicht möglich ist, zahlen diese trotzdem auch und alle drei Parteien freuen sich über die neue Geldkasse und die böse EU ist schuld. Man darf gespannt sein, wie lange diese Win-Win-Situation der drei Partner anhält.

Für die SPD-Mitglieder ist die Sache besonders unerfreulich, da sie demnächst darüber abstimmen dürfen, oder besser gesagt müssen. Sie dürfen aber noch nicht wissen, wer die schönen Ministerposten bekommt, das würde nur zu Neid führen, es geht doch schließlich um die Inhalte, nicht wahr! Sie dürfen zwar dagegen sein, aber müssen trotzdem für die GroKo stimmen, da sonst jeder nach den kommenden Neuwahlen merken würde, dass die SPD eigentlich keine „Volkspartei“ mehr ist. Und wenn sie es dann abgesegnet haben, sind sie alle Komplizen ihrer Minister und können sich nicht mehr aufregen.

Christoph Süß hat dies in seiner wöchentlichen Glosse „Süßstoff“ wieder schön dargestellt:

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/orange/suesstoff/Suessstoff-Verteidigungs-Mysterium-102.html

Solarthermie in die Nische gedrückt

Seit über 10 Jahren benutze ich eine Solarthermie-Anlage auf dem Dach meines Einfamilienhauses zur Warmwasserbereitung. Von April bis September liefert diese das warme Wasser nahezu ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe. An sonnigen Tagen könnte ich mit der Kollektorfläche von 6qm auch drei Haushalte versorgen. Bis auf 2-3 Monate im Hochwinter liefert die Anlage gute Leistung.  Ich bin damit sehr zufrieden und würde so eine Anlage wieder installieren lassen.

Ganz billig war die Anlage allerdings nicht und bei der Angebotserstellung von manchen niederbayerischen Installateuren konnte man deutlich spüren, dass sie mich für einen Öko-Spinner gehalten haben und das Geschäft eher vermeiden wollen. Dieses Gewerk habe ich immer als sehr konservativ erlebt, am liebsten teure Kessel verkaufen und kilometerweise Rohre verlegen, alles andere wird als Störung empfunden. Den Betrieb, der die Anlage installiert hat, nehme ich davon aber aus, das war eine gute Erfahrung. Von der Preisbildung, den Margen und Rabatt-Gebaren im Sanitärfachhandel will ich hier nicht reden, das wäre einen eigenen Post wert.

So wundert mich auch nicht, dass Solarthermie als „schwierig“, „zu teuer“, „weniger lohnend“ als Solarstrom empfunden wird, und sogar wieder rückläufig ist. Wer die Fakten bedenkt, wird natürlich sehen, dass diese Einschätzung durch Subventionen und Fehlsteuerungen menschgemacht ist, aber keine fundamentalen Ursachen hat. Nichts ist einfacher, als ein schwarzes Blech aufs Dach zu setzen, in frostfreien Regionen wie Zypern sind die Thermosiphonanlagen so einfach, dass sie sogar ohne die stromfressende Pumpe funktionieren. Wenn man das „keep it simple“ beachtet und nicht unbedingt damit heizen will, was gerade im Winter in unseren Breiten nicht funktionieren wird, ist das ganze durchaus lohnend. Warum nicht einfach so eine preiswerte Anlage im Sommer nutzen und im Herbst entleeren, wie man es ja mit dem Garten-Wasserhahn auch macht? Auf einem Flachdach gar kein Problem. Im Gegensatz dazu wurde von der Wirtschaft versucht die Kollektoren und Schichten-Speicher zu High-Tech-Produkten mit hohen Preisen und Margen zu stylen. So steht auch auf der Website des Herstellers: „HINWEIS: Für den deutschen Markt steht das Warmwassersystem SECUterm nicht zur Verfügung.“

Auch hier wäre eine Gelegenheit für die Politik, diese Fehlentwicklung zu korrigieren und helfend einzugreifen. Wie weit es in dem Bereich fehlt, zeigt auch der folgende Artikel:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Solarthermie-unnoetig-teuer-2054166.html

Gimp 2.8.8 released

Gimp 2.8.8 ist da mit kleineren Verbesserungen und vielen Bugfixes. Für die meisten, die immer noch mit einer „fast legalen“ Photoshop-Kopie arbeiten, die bessere Alternative!

http://www.heise.de/open/meldung/Bildbearbeitung-Bessere-Metadaten-Unterstuetzung-fuer-Gimp-2-10-2041769.html

https://git.gnome.org/browse/gimp/plain/NEWS?h=gimp-2-8

PKW-Maut: So wertvoll wie ein kleines Steak, so nützlich wie ein Kropf

Die Begeisterung weiter Teile der Bevölkerung für die PKW-Maut habe ich zu keiner Sekunde verstanden. Mit dem Trostpflasterchen der angeblichen Kostenneutralität „für Deutsche“ lassen sich die meisten Menschen wohlwollend eine neue Gebühr aufdrücken und sind auch noch begeistert, gehts noch? Ob nach der nächsten und übernächsten Verteuerung der Vignette dann die Deutschen noch kostenbefreit und begeistert sind, wage ich zu bezweifeln.

Dabei ist eine Vignettenlösung immer höchst ungerecht: Der vielfahrende Handelsvertreter lacht nur darüber, die Familie mit dem Zweit-Kleinwagen, der hauptsächlich nur die Kinder im Ort spazieren fährt, spürt die Gebühr deutlich. Warum keine Lösung wie in Italien etc., die verbrauchsabhängig ist? Eine Grundpauschale ist unökologisch, unsozial und passt mit ihrer kontraproduktiven Regelungswirkung nicht in unsere Zeit! Welche tollen Blüten das treibt, kann man in Bregenz und Kufstein sehen.

Dass Innenminister Friedrich gerade eben die Idee hatte, die LKW-Maut-Kontrollbrücken für Fahndungszwecke zu benutzten, zeigt einen weiteren Aspekt: Das Vehikel PKW-Maut bringt ein Stück zusätzlicher Überwachung in unsere Welt.

Wie unlogisch der Erfolg von Horst Seehofer’s Idee ist, zeigt der folgende Artikel:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=19200

Glassfish nur scheintot?

Nach der Nachricht, dass die kommerzielle Variante von Glassfish eingestellt wird, sind die Aussichten auch für die Open Source Variante eher trübe, viele halten das für den Tod des Fischleins, mir scheint es auch wahrscheinlich.

Doch leben totgesagte länger?

https://blogs.oracle.com/brunoborges/entry/6_facts_about_glassfish_announcement

http://www.adam-bien.com/roller/abien/entry/what_oracle_could_do_for

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Oracle-GlassFish-Open-Source-Edition-ist-nicht-tot-2042432.html

Yamaha CP 4 Stage mit Blake Angelos

Wie schon in Stage Piano statt Digitalpiano beschrieben, soll mein Sohn Franz zu Weihnachten ein sehr schönes Yamaha CP4 Stage bekommen. Das preiswertere Kawai MP6 wäre zwar auch toll, aber er wünscht sich das neue Yamaha sehr.

Als Lautsprecher stehen inzwischen zwei recht vielseitige Roland CM30 fest.

Blake Angelos hat ein schönes Vorführ-Video gemacht:

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