Archiv für den Monat: Oktober 2013

Fachkräftemangel oder Fachkräfte in der Mangel

Schon oft habe ich in privaten Diskussionen die Ansicht vertreten, der sogenannte Fachkräftemangel kann nicht so groß sein, sonst würden marktwirtschaftlich die Löhne für diese Tätigkeit steigen und mehr Menschen diesen Beruf ergreifen. Hätten die Altenpfleger und Erzieher ein Jahresgehalt von 100000 Euro, wäre der Mangel schnell behoben 😉 Das passiert aber nicht. Statt dessen hört man eher von Putzkräften, die nebenbei noch eine bisschen Altenpflege machen, wenn gerade keine ausgebildete Kraft da ist. Es ist wohl eher so, dass man diesen Berufen so wenig zahlt, dass es zu wenige Menschen machen wollen und können, da die Mieten und Autos auch nicht billiger werden. Hat man dann zu wenige Kräfte, kommt der geringe Personalstand zusätzlich noch billiger. Die Bedauernswerten, die gerade beschäftigt sind, müssen eben mit der hohen Belastung in dieser „Ausnahmesituation“ leben und es kompensieren, die Empfänger der Leistungen wie Kinder und Pflegebedürftige leiden darunter. Hat man schon mal gehört, dass ein Pflegeplatz im Heim billiger wird, da zu wenig Pfleger da sind und die Pflege darunter leidet? Trotzdem wird immer vom „Arbeitsmarkt“ gesprochen, einem Markt, der so gar nicht existiert, schon gar nicht für Hartz IV Empfänger.

Ähnliches in der Informatik, meinem Metier. Da werden immer wieder Green- und Blue-Card Aktionen verkündet um angeblich dringend gebrauchte ausländische Softwareentwickler ins Land zu holen. Nur die Farbe der Card wechselt, damit nicht auffällt, dass es der selbe Unsinn ist wie vor Jahren und von der damaligen Regierung anderer Couleur. Diese IT’ler kommen aber nicht, weil sie gar nicht unbedingt nach Deutschland wollen und wohl auch gar nicht so gebraucht werden. Macht wohl auch nichts, da stets darauf verwiesen wird, dass Entwicklung in Deutschland kaum mehr stattfindet, da zu teuer. Zwei widersprüchliche Aussagen. Worum geht es dabei? Sollen die Gehirne der Entwickler für die nächste Gehaltsverhandlung gewaschen werden, da doch jetzt die Blue-Card Entwickler kommen?

Mit solchen Propaganda-Mechanismen setzt sich der folgende Telepolis Artikel sehr schön auseinander:

http://www.heise.de/tp/artikel/40/40189/1.html

Dieter Tremel

21. Oktober 2013

Am Wochenende war der erste Leichtathletik Wettbewerb, an dem Tochter Hanna teilgenommen hat, beim 12. Pfettrachtaler Lauf, einer Großveranstaltung der Sportvereines SC Pfettrach der Nachbargemeinde. Wir waren sehr gespannt, wie ihre Nerven die Wettkampf-Situation aushalten und ob sie die Motivation hat, die  ganze Runde ihres Wettbewerbes „400 m Bambini“ durchzuhalten.

Erster Platz und riesen Pokal

Erster Platz und riesen Pokal (Bild von Jürgen Englisch)

Zu unserer Überraschung übertraf sie alle Erwartungen, legte eine schnelles Tempo hin und hielt dies die ganze Runde durch. Sie hat klar mit einer Zeit von 1:41 mit Abstand von 19 Sekunden zum zweit-platzierten Mädchen gewonnen! Selbst bei den Jungen wäre sie noch auf dem dritten Platz gelandet.

Seitdem schwebt sie auf Wolke sieben, das war für ihr Selbstvertrauen ein ganz großer Schritt. Uns freut dieser Anschub sehr, hatten wir doch nach den Ferien von ihr vernommen, dass sie nicht mehr zum Training will. Das ist jetzt vorbei, sie ist hoch motiviert. Ist eben schon sehr viel, was auf so einen kleinen Schulanfänger in den ersten Wochen alles zukommt.

Bild von Hanna beim Lauf

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Sturmbilder von Mitch Dobrowner

Gerade gesehen über SPON: Wunderschöne Gewitter- und Wolkenbilder des Fotografen Mitch Dobrowner. Eine schöne Überschneidung zweier Interessengebiete von mir: Meteorologie und Fotografie.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/mitch-dobrowner-und-sturm-tornadojaeger-mit-teleobjektiv-a-928000.html

Photo-Eye Gallery

http://www.mitchdobrowner.com/

Ein Nobelpreis für die Finanzmärkte

Der Nobelpreis ist traditionell insbesondere in den Bereichen Frieden und Wirtschaft keine linksliberale Veranstaltung. Die hat sich heuer besonders auch beim Wirtschafts-Nobelpreis gezeigt, der ja gar nicht vom Stifter angedacht worden war, sondern von der Schwedischen Reichsbank beigesteuert wird: Es wurden Verfechter neo-liberaler Markttheorien aus den USA ausgezeichnet.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-10/nobelpreis-oekonomen

Nachtrag 16.10.2013: http://www.nachdenkseiten.de/?p=18929

Auffällig ist auch, dass fast immer nur Forscher aus den USA ausgezeichnet werden, ein Europäer oder gar Deutscher, der meist an einer amerikanischen Uni arbeitet, wird da schon gefeiert. Ist es wirklich so, dass in Europa, Asien, Russland oder China keine preiswürdigen Erkenntnisse erarbeitet werden?

Geheimnisvolle Subventionen in der Energiebranche

Jetzt nach der Wahl kommt es wieder: Stets gibt es einen Hinterbänkler oder Experten, der die Verbraucher darauf „vorbereitet“, dass die Strompreise stark steigen werden. Neben ernsthaften Warnern sind die meisten davon Gehirnwäscher, die die Empörungskurve dazu abmildern wollen. Immer wird dabei betont, dass es nur die erneuerbaren Energien sind, die dazu führen. Dass das nicht stimmt hat der sehenswerte Dokumentarfilm „Preistricks beim Strom“ gezeigt: Es sind nicht die erneuerbaren Energien, die den Strom verteuern, sondern nur die Gesetze dazu.

Das wird auch in dem EU-Bericht deutlich, den EU-Kommissar Oettinger jetzt korrigieren ließ:

http://sz.de/1.1793957

Hat Italien gewonnen?

Viele haben aufgeatmet: in Italien scheint die Ära Silvio Berlusconi wirklich vorbei zu sein, seine Parlamentarier haben ihm in der Vertrauensabstimmung die Gefolgschaft verweigert und Premier Enrico Letta weiterregieren lassen. Aber ist damit wirklich eine gute Politik erreicht?

Die große Super-Koalition hat bisher nicht soviel für das Land erreicht und sieht auch in Zukunft nicht nach Reformen aus. Das krude Wahlrecht in Italien wäre dafür ein Prüfstein. Das meint auch der Artikel in freitag.de:

http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/grosse-koalition-auf-ewig

Arme Tatort-Fans

Gestern während des Tatorts „Freunde bis in den Tod“ wünschte man sich wieder mal die zeit sinnvoller genutzt zu haben. Vielleicht gilt das ja ebenso wie das Posten darüber 😉

Wieder mal wünschte man sich die Pensionierung des Ludwighafener Duo Odenthal und Kopper, dabei können die Charakter und deren Schauspieler diesmal gar nichts dafür, da dieser Tatort so schematisch und uninspiriert angelegt war, wie noch selten erlebt. Da merkt man so richtig, dass ein Entscheider sagt: „Macht doch mal was über Jugend, Amoklauf und Internet“, und in Folge eine ganze Schar von Dienstleistern dieses lustlos und ohne Anspruch auf eine authentische Geschichte, ja ohne Geschichte überhaupt, darstellt, wie ein Bullshit-Bingo.

Keine der Verhaltensweisen im Film war irgendwie durch ein schlüssiges Motiv gedeckt, nicht bei einem der Charaktere.

Das war unterirdisch schlecht, noch unterhalb der Inga Lürsen-Qualen.

http://www.freitag.de/autoren/mdell/er-war-sauer-auf-dich

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tatort-freunde-bis-in-den-tod-seltsam-diese-kinder-12603952.html

Stage Piano statt Digitalpiano

Mein Sohn Franz spielt seit Jahren Klavier und bräuchte schon lange ein wertigeres Instrument. Nachdem jetzt auch Tochter Hanna in den Klavierunterricht geht kriegt er ein neues und Hanna „erbt“ seines.

In diesem Post geht es um die Auswahl eines Instrumentes und die Wahl für ein Stage Piano. Ich habe mich (online) intensiv damit beschäftigt und möchte die Resultate mitteilen. Vorab muss ich anführen, dass ich kein Musiker bin, nicht Klavier spiele und kaum Noten lesen kann, das ganze also eher aus der Perspektive des Zuhörers und Technik-Begeisterten sehe. Falls ich daher Unsinn erzähle, ist ein korrigierender Kommentar jederzeit willkommen.

Die folgenden Betrachtungen gelten zwar für meinen Sohn, es sind aber sicher viele in ähnlicher Situation, auf die sie übertragbar sind, deswegen seien sie hiermit online gestellt.

Voraussetzungen

  • Franz ist am musischen Gymnasium, er spielt gerne und auch recht gut. Ein klassischer Pianist wird er aber wohl nicht werden, so weit reicht es vom Übungseifer nicht, da sind die Weichen anders gestellt. Als Vater würde ich ihn aber doch auch gerne in einer Band auftreten sehen und hoffe, dass er durch das neue Instrument auch neue Motivation gewinnt.
  • Die Klavierähnlichkeit, Qualität der Klaviatur und Piano-Sounds stehen im Vordergrund, ein Keyboard mit weicher Tastatur und Betonung auf vielen Sounds soll es nicht sein.

Warum kein echtes (analoges) Klavier?

Hier sagen die Verkäufer und Pianisten selbstverständlich, dass ein echtes Klavier immer besser ist als eine Nachbildung, was sicher stimmt. Andererseits beziehen sich viele Aussagen auch auf ältere und weniger wertige Instrumente. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte, wie bei allen schwierigen Fragen. Dies wäre wohl einen eigenen Post wert, hier aber mal kurz 3 Links:

In unserem Fall sind es diese Argumente:

  • Franz hat ein Zimmer unterm Dach mit Wendeltreppe. Die baulichen Verhältnisse lassen ein echtes nicht zu.
  • Franz ist in der Oberstufe, vielleicht wird er auswärts studieren, wie soll Ihm ein Klavier dahin folgen?
  • Ein digitales kann man per Kopfhörer auch lautlos spielen.
  • Die Kosten: Ein echtes kostet mindestens das dreifache, eher mehr.

Warum ein Stage Piano?

Warum ein Stage Piano, nicht ein übliches Digitalpiano im Standgehäuse aus Holz mit eingebauten Lautsprechern?

  • Für einen jungen Menschen ist ein transportables Gerät wichtig, da ändert sich noch viel (siehe oben, z.B. Studium). Damit kann er er auch mal in der Schule, bei Freunden, bei Verwandten, in einer Band spielen.
  • Die Zielgruppe für edle Hölzer mit Klavierlack und Wohnzimmer-Hinguck-Faktor ist nicht die eines jungen Heranwachsenden. Bei Aufstellung im notorisch unaufgeräumten Jugendzimmer sind andere Kriterien wichtiger.
  • Wenn man nicht nur immer stillen Kämmerlein spielen, sondern auch auftreten will, ist ein Stage Piano ideal. Auch wenn die Geräte digital identisch wären, ist beim Live-Auftritt die klare Bedienung eine Stage Pianos mit vielen Knöpfen und Reglern unverzichtbar, da die Heimgeräte nur kleine Tastaturen mit vielen Menü-Ebenen haben.
  • Transportabilität und gute eingebaute Lautsprecher sind ein Widerspruch. Eingebaute Lautsprecher sind immer gleichzeitig zu schwer und zu klein. Bei Heimnutzung können externe Aktivboxen klanglich mehr leisten, als notwendigerweise kleine Lautsprecher im Gerät, die man doch immer mitschleppen muss, auch wenn PA-Equipment vor Ort ist. Und ein robustes Gehäuse braucht es auch.
  • In Kombination mit Computer und Audio-Interface hat man gleich ein Mini-Studio zum Produzieren von Musik, da ist das Geld für engagierte Musiker besser angelegt als in die lackierten Hölzer des Standpianos. Stage-Pianos, sind von den Midi-Fähigkeiten, von der Klangvielfalt und als Masterkeyboard für diese Anwendung besser geeignet. Transport ins Studio eines anderen, siehe oben.
  • Bei Auftritten von Kabarettisten im TV denke ich mir immer: Ein Flügel oder Upright-Piano ist immer eine Barriere zwischen Publikum und Künstler, deswegen müssen sich viele um 90° wenden, wenn sie beim Spielen die Zuhörer anschauen. Bei einem Stage-Piano hat man durch seine kleine Bauform auch die Möglichkeit, frontal zu den Zuhörern zu spielen.

Aus diesen Überlegungen heraus ist nach meiner Überzeugung für einen jungen Menschen ein Stage-Piano die richtige Wahl.

Nach meinen Recherchen sind wir beim Kawai MP6  angelangt, von Preis-Leistung her eine gute Entscheidung:

  • Der Hersteller ist für die Qualität seiner Klaviaturen bekannt.
  • Klavier, E-Piano und Orgel-Sounds sind sehr gut.
  • Robustes Gehäuse, gute Verarbeitung, gute Ausstattung.
  • Preis in der Mittelklasse.

Nach einem Probespiel und einem Placet von Franz soll es das werden.

Update 13.10.2013: Nach einem Besuch bei Piano Schweisser in Altdorf ist das Kawai MP6 nach wie vor ein Favorit. Franz gefielen aber auch die Yamaha-Klaviaturen, so dass wir bei einer Empfehlung für ein brandneues Yamaha Modell gelandet sind, das Yamaha CP4 Stage. Ist natürlich auch eine Klasse höher, ein absolutes Top-Instrument.  Zusammen mit den HS 7 Aktivboxen wären wir dann wieder in der Yamaha-Welt, so wie bei meiner Heimkino-Elektronik im Wohnzimmer. Mal schauen, wofür wir uns entscheiden und was der Geldbeutel hergibt.

Ergebnis der Recherche

Da ich die Recherchen in meinem Wiki zusammengefasst habe, hier ein Auszug daraus, zum schnellen Einstieg für andere Interessenten: Weiterlesen

Rätsel Lösen mit Geogebra

Nach der Aufgabenstellung in „Rätsel Lösen mit R“ und der alternativen Bearbeitung in „Rätsel Lösen mit Maxima“ möchte ich im dritten und letzten Teil der Reihe um die Aufgabe des Ziehens roter Socken das Programm Geogebra vorstellen, das gerade auch in der Ausbildung als Begleiter zum Mathematikuntericht hervorragende Dienste leisten kann.

Das besondere an Geogebra ist, dass man damit mathematische Zusammenhänge sehr leicht als interaktive Graphik darstellt, in der die freien Größen mit der Maus verändert werden können. Die davon abhängigen Größen werden unmittelbar neu berechnet und die Graphik sofort verändert. Dies macht Mathematik im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar. Und der Spieltrieb kommt dabei auch nicht zu kurz.

Auch in diesem Beitrag wird eine Lösung verraten, also nur weiter lesen, wenn man die Aufgabe nicht mehr selbst machen will. Weiterlesen