Dieter Tremel

26. Mai 2016

In der ersten Woche der Pfingstferien haben wir uns einen richtig schönen Urlaub geleistet: Mit einem Hausboot auf der Mecklenburgschen Seenplatte zu fahren. Vor fast 15 Jahren hatte ich das schon einmal gemacht und wollte es schon immer mit der ganzen Familie nochmals wiederholen.

Von Rechlin an der Müritz bis Neustrelitz und zurück ging es, also relativ viel Fahrzeit für eine Woche, auch wegen des durchwachsenen Wetters. Da wir lieber Ankern, als in eine Marina zu gehen, waren wir nur in Neustrelitz im Stadthafen über Nacht, sonst mitten in der traumhaften Natur dort vor Anker an schönen Plätzen. Beim Abendessen haben wir dabei reichlich selbst gekochte italienische Pasta vernichtet. Die Vielzahl der Vogelrufe als Konzert aus dem meist ganz nahen Wald ist dabei unvergesslich.

Karte der GPS Tracks der Bootsfahrten

GPS Tracks der Schiffsfahrten

GPS Tracks der Schiffsfahrten

Bis auf das schlechte Wetter in den ersten Tagen, wo die Eisheiligen mal wieder voll zugeschlagen haben, war es rundum gelungen, die Wärme der letzten Tage hat uns wieder versöhnt. Hanna, Hans und ich waren sogar mal Schwimmen.

Diesen „entschleunigten“ Urlaub kann ich nur jedem empfehlen!

 

Rechtsruck in Israel?

Die Überschrift ist nicht von mir, sondern von der ARD Korrespondentin Susanne Glass, ARD-Studio Tel Aviv, die ihr Gehalt vom BR bekommt, der nicht gerade für Israel-Bashing bekannt ist.

Der Videoblog beleuchtet politische Verschiebungen in Israel rund um den Verteidigungsminister im Umfeld einer öffentlichen Debatte um die Hinrichtung eines palestinensischen Attentäters durch einen Soldaten, die gefilmt und veröffentlicht wurde. Ein Friedensprozess wird dadurch nochmals unwahrscheinlicher, wenn das überhaupt noch möglich ist.

http://www.tagesschau.de/videoblog/nahost_ganz_nah/regierungsumbildung-101.html

Trio Trommler Peter Behrens

Der Trio-Drummer Peter Behrens ist tot. Wer kennt ihn nicht mehr als der stoische Trommler von Trio mit Hundeblick und roten Hosenträgern. Für mich gehört er untrennbar zu Trio, auch wenn er leider viel zu wenig finanzielle Erfolge daraus gezogen hat.

Die Band Trio 1982

Die Band Trio mit Krawinkel, Behrens und Remmler (1982). Quelle wikipedia, Matthias Klein –Havelbaude, CC BY-SA 3.0

Als die Neue Deutsche Welle aufkam, war war ich junger Student, gerade nach dem Abitur, und bin seit jeher ein Anhänger dieser Musikrichtung. Viele gute Bands wie zum Beispiel auch die Fehlfarben fallen mir ein, viele Ohrwürmer wie „Ich möchte ein Eisbär sein“ gehören untrennbar zu dieser Zeit.

Auch Trio als Band war eine sehr kreative und fähige Gruppierung, auch wenn die meisten nur Ihren Hit „Da, Da, Da“ kennen. Ihr erstes Album „Trio“ mit dem minimalen Cover verbinde ich immer mit einer kleinen Anekdote:
Als Student habe ich damals viel Nachhilfe gegeben, auch einem Brauereistudenten, der zwar groß wie ein Bär war, aber recht kunstsinnig und bei Musik viel sachkundiger als ich. Der hat mit die Band empfohlen und erzählt, dass er die Telefonnummer auf dem Cover angerufen hat und sich jemand mit „Hier ist der Kalle von Trio“ gemeldet hat. Die Nummer war als authentisch, es war die echte Adresse der Band.

Trio 1981, Album Cover

Trio Album Cover, 1981. Quelle wikipedia, Rechte bei Stephan Remmler

Auch die Musik war ungewöhnlich und toll, ich erinnere mich noch gut an:

Update 22.05.2016: Dabei habe ich Ideal vergessen, „Deine blauen Augen“ oder „Monotonie“ gehört natürlich auch dazu.

Armes Europa

Armes Europa, was ist aus Dir geworden:

Und nun führt das Land, in dem einst mit der Französischen Revolution eine neue Epoche begann, die Aushöhlung der Demokratie vor:

Die radikale Beschränkung von Arbeitnehmerrechten, die eine „sozialistische“ Regierung vornehmen will, ist umstritten, jeden Tag finden Proteste von Nuit debout statt. Sie findet wahrscheinlich keine parlamentarische Mehrheit, auch nicht bei den eigenen Abgeordneten. Dann lässt man eben nicht abstimmen und  benutzt einen Verfahrenstrick „49.3“, drängt damit die Abweichler in ein Misstrauensvotum, mit dem sie über Ihr eigenes Ende abstimmen können. Gleichzeitig wirft man den „linken“ Abweichlern vor, mit den rechten gemeinsame Sache zu machen, wenn sie gegen den Trick arbeiten. Wen werden die Arbeitnehmer im französischen Volk wohl demnächst wählen, die „Sozialisten“ oder den Front National?

Das Vorgehen zeigt, dass Demokratie oft nur noch Anwendung findet, wenn das rauskommt, was die eigentlich Mächtigen vor haben. So ganz nebenbei wurde übrigens auch noch der weitreichende und viel kritisierte Ausnahmezustand abermals verlängert, der eigentlich am 26. Mai auslaufen sollte. Wie praktisch gegen die Demonstrationen. Armes Europa!

http://www.tagesschau.de/ausland/arbeitsmarktreform-frankreich-105.html

Glaubwürdigkeit der Medien

Zwei gute Beiträge im DLF zur Glaubwürdigkeit der Medien und zum Journalismusstil im ÖR-Rundfunk:

„Journalismus hat nicht mehr die Aufklärungsautorität wie vor 20 Jahren“

Vertrauen in die Medien auf der einen Seite, Zweifel an der Unabhängigkeit auf der anderen: Für Journalistikprofessor Michael Haller sind diese Ergebnisse einer Studie Ausdruck von Ratlosigkeit vieler Menschen. Dafür gebe es verschiedene Ursachen, sagte er im Deutschlandfunk.

Michael Haller im Gespräch mit Peter Kapern


sowie

Lauter politisch korrekte Volkspädagogen
Norbert Bolz im Gespräch mit Korbinian Frenzel

Hschnihip-pe-pe

Der Postillon erklärt TTIP. Köstlich! Zitat:

Wofür steht TTIP?
TTIP ist die Abkürzung für Transatlantic Trade and Investment Partnership. Übersetzt bedeutet das in etwa „Das Jade-Reh galoppiert an einem milden Frühlingsabend über eine Blumenwiese“.

http://www.der-postillon.com/2016/05/ratgeber-ttip.html

Schön gemacht von Postillon. Nach den jüngsten Veröffentlichungen glaube ich nicht mehr an eine Verabschiedung von TTIP vor der nächsten Bundestagswahl. Wäre schön, wenn es das wäre!

Rebecca Harms wider die Volksabstimmungen

Die grünen Europaabgeordnete Rebecca Harms hat sich ja im Ukraine-Konflikt schon mehrmals hervorgetan. Als jetzt die Niederländer gegen die Ratifizierung des Assoziierungsabkommens der Ukraine stimmten, forderte sie sogleich das Ende plebiszitärer Abstimmungen für die EU. Der folgende Kommentar diskutiert dies sehr gut.

Ich zitiere ihn hier, weil mir die Diskreditierung des Votums der Niederländer unangenehm aufgestoßen ist: Nach den meisten Nachrichten und Kommentaren (Beispiel) haben „die Niederländer die Sachfrage nicht richtig verstanden, gar nicht darüber abgestimmt, sondern über die EU gesamt, waren lauter Rechte um Wilders herum, haben nur einen Denkzettel erteilen wollen“. Der absolute Anteil der Stimmen an der Gesamtbevölkerung, nicht der Anteil an den abgegeben Stimmen, wird auch immer nur von denen herangezogen, denen das Ergebnis nicht passt. Für mich ist diese Bewertung eines legal zustande gekommenen, klaren Abstimmungsergebnisses immer zutiefst undemokratisch.

Kommentar im Humanistischen Pressedienst: Volksabstimmungen – das Ende der EU?

Update 19.04.2016: Auch Lutz Herden nimmt sich auf freitag.de des Themas an:
Taube Ohren, tote Augen