München unterwirft sich Microsoft

LiMux LogoSchon länger pfeiften es die Spatzen (und ich) von den Dächern: Münchens OB Reiter wird das Linux-Vorzeigeprojekt LiMux aus der Münchner Stadt-IT werfen und Microsoft wieder geben, was es einst verloren hat. Durch den Politikwechsel auf Rot-Schwarz und den Umzug der Microsoft-Zentrale von der Randgemeinde Unterschleißheim nach München waren die Weichen gestellt. Jetzt ist es offiziell.

Dabei wurden gegen Linux und LibreOffice keine wirklich fundierten Sachgründe angegeben, man versteckt sich hinter vagen Aussagen und Studien, die Firmen anfertigen, die Microsoft nahe stehen.

Der Wechsel ist von hoher Symbolkraft und daher für Microsoft Gold Wert, für München aber ein Armutszeugnis und der Beginn in eine lange Zeit der erneuten Abhängigkeit von Microsoft, und ausländischen Ressourcen. Die Lizenzkosten sowie der erneute Umstieg werden hohe Kosten für den Münchner Steuerzahler generieren

Ein weiterer, nie genannter Aspekt ist der Umzug-Zielort: Statt wie vorher verkehrsgünstig am Ring der A92, ist die Zentrale jetzt am Ende der A9, der Nürnberger Autobahn auf dem ehemaligen Langenscheidt-Gelände. Staus sind hier auch ohne Microsoft vorprogrammiert, welchen Sinn so etwas verkehrspolitisch und Stadtentwicklungs-technisch macht, erschließt sich mir nicht.

Quelle: München unterwirft sich Microsoft – Laptop und Lederhose passen doch nicht zusammen | NachDenkSeiten – Die kritische Website

Vergesst Anti-Viren-Software

Ein Entwickler von Mozilla Firefox hat eine Tirade gegen Antiviren-Software (AVS) abgefeuert und zur Deinstallation aufgerufen:

Ich meine, er hat recht, sein Blog ist lesenswert und kann meine Erfahrungen und Einschätzungen dazu beitragen:

Ab und zu administriere ich noch private PCs und kleinere Firmen-Netze, und gerade da ist der Befall mit Computerviren noch ein Problem, mit dem man immer wieder konfrontiert wird. In letzter Zeit sind das vor allem Email-Anhänge mit Trojanern, die dann die Festplatte verschlüsseln („Locky“) oder andere Schadwirkungen entwickeln. Der Schaden ist groß, wenn keine gute Sicherung (nicht unter meiner Ägide) existiert, bleibt oft nur, die Maschine neu zu installieren.

Die Frustration der Anwender ist groß, nicht ganz zu unrecht wird argumentiert, man hätte doch die Antiviren-Software XY, die müsste die Bedrohung doch schließlich erkennen. Das ist natürlich auch das bequemste Verhalten:

  • die Antiviren-Software (AVS) ist gekauft und arbeitet scheinbar umsonst. Die CPU-Last durch AVS auf schwachen Maschinen ist jedoch oft durchaus nennenswert, die Maschine wird langsamer und arbeitet mehr für das AVS als für den Anwender.
  • die Vorsichtsmaßnahme Sicherung macht Arbeit und ist oft nur unzulänglich vorhanden, wenn sie nicht durch einen Dienstleister erledigt und überwacht wird. Selbst smarte Freiberufler sichern bisweilen ihre zentrale Software mit Kundenstamm und Faktura nicht.
  • die beste Gegenmaßnahme, erst nachzudenken, bevor man einen suspekten Anhang öffnet, macht Mühe. Zugegeben: die Emails werden immer besser getextet, für jeden ist etwas dabei. Aber das ist auch die Herausforderung: Die beste AVS sitzt bei Email-Anhängen immer noch zwischen den Ohren des Anwenders, er muss seine Neugierde zügeln. Die Unart von Microsoft, die Extensions der Dateien in Windows in der Voreinstellung nicht zu zeigen, begünstigt die Täuschungsfähigkeit der Attachments. Die Gemeinde Altdorf nimmt deswegen jetzt keine Anhänge im Word, Excel und ZIP Format mehr an, nur noch PDF.

Das Erstaunen ist groß, wenn ich den Anwendern erkläre, dass ihre AVS hier oft gar nichts hilft: Die Schadsoftware wird immer wieder leicht verändert, so dass die AVS die Trojaner erst nach einigen Tagen erkennen können. Dies lässt sich auch leicht demonstrieren, ich habe dies schon Kunden gezweigt:

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Jules Verne Trophy: IDEC in unter 41 Tagen um die Welt – Der Schnitt: 26.85 Knoten | SegelReporter

Unglaublich, wie gut das geklappt hat! Die Videos sind ein Genuss für jeden mit Begeisterung für den Segelsport, auch wenn ich mir die Belastungen für die Crew nicht vorstellen möchte.

Die Crew des Maxi Trimarans IDEC SPORT hat die Jules Verne Trophy mit einem Fabelweltrekord um die Welt gewonnen. Skipper Francis Joyon benötigte 40 Tage und 23

Quelle: Jules Verne Trophy: IDEC in unter 41 Tagen um die Welt – Der Schnitt: 26.85 Knoten | SegelReporter

Regulierungsdauerfeuer gegen Fake News und Social Bots ohne empirische Grundlage | netzpolitik.org

Die Diskussion über Manipulationen der Meinungen durch Fake News ist meiner Meinung nach ein erneuter Versuch eine Zensur einzuführen oder zumindest unliebsame Nachrichten zu diskreditieren. Der zitierte Artikel stellt dar, dass es eigentlich keinen unmittelbaren Handlungsbedarf gibt.

Als würden Falschmeldungen und Meinungsroboter die Demokratie im Wahljahr 2017 umstürzen, überschlägt sich die Bundespolitik mit immer neuen Vorschlägen. Dabei könnte die Regulierung selbst mehr Schaden an Grundrechten anrichten als die Phänomene, die bekämpft werden sollen.

Quelle: Regulierungsdauerfeuer gegen Fake News und Social Bots ohne empirische Grundlage | netzpolitik.org

Inkscape Version 0.92 is Released! | Inkscape

Endlich mal wieder eine neue Version von Inkscape, dem freien Gegenstück zu Adobe Illustrator.

The Inkscape project announces a new version 0.92 of its popular vector drawing software. New features include mesh gradients, improved SVG2 and CSS3 support, new path effects, interactive smoothing for the pencil tool, a new Object dialog for directly managing all drawing elements, and much more. Infrastructural changes are also under way, including a switch to CMake from the venerable Autotools build system.

Quelle: Inkscape Version 0.92 is Released! | Inkscape

Sozialdemokratie in der Krise, Gastbeitrag Thomas Beschorner – SPIEGEL ONLINE

Mit dem Ende des Sozialismus ist nicht nur dem Kapitalismus der Gegenspieler abhandengekommen, auch die Sozialdemokratie hat verloren: Sie hat keine populäre Geschichte mehr zu erzählen. Das ist ein Problem für die Demokratie insgesamt.

Quelle: Sozialdemokratie in der Krise, Gastbeitrag Thomas Beschorner – SPIEGEL ONLINE

Mal wieder ein guter Spiegel-Artikel, der es verdient, hier zitiert zu werden, wenn auch ein Gastbeitrag.

Verantwortung liegt bei den Assad-Gegnern

So in etwa der Untertitel zu einem Interview auf heute.de. Ausgerechnet dort hätte ich kein solches Interview erwartet, dass den Syrienkrieg objektiver betrachtet, als die derzeitige kollektive Empörung über Russland.

http://www.heute.de/interview-mit-syrien-experte-guenter-meyer-sieht-verantwortung-fuer-syrien-krieg-beim-westen-46114990.html

Im Gegensatz dazu wird in den Medien jeden Tag ein neuer Schriftsteller und eine neue Expertin aus dem Hut gezaubert, zuvor nie gesehen, die sich weit ausgeschmückt über Kriegsgräuel ereifern, die natürlich nur von einer Seite, Assad und Russland, begangen wurden. Als hätte der Krieg und seine furchtbaren Folgen erst mit dem Eingreifen Russlands begonnen.

Der Gipfel war der „Bürgermeister von Ost-Allepo“ ein wunderbarer Titel. Er durfte sogar im Bundestag reden, damit sich Frau Merkel entsprechend empören konnte. Gibt es einen Bürgermeister von „Ost-München“? Welche Verwaltungsarbeit leistet ein „Bürgermeister“, in einer geteilten Stadt, die seit Jahren im Krieg heftigst umkämpft ist und in der kein Stein mehr auf dem anderen steht? Warum ist er in einer Zeit, in der Allepo mit Bussen evakuiert wird, in feinstem Zwirn in Paris, um auch mal schnell im Bundestag zu sprechen? Es ist evident, dass dies nur ein lupenreiner Vertreter der Assad-Gegner („Rebellen“) sein kann, der einen Job macht, der mit diesem eher lächerlichen Titel möglichst seriös legitimiert werden soll.

Meine Frage: Warum sollen wir immer nur die eine Seite hören? Hat die andere so wenig zu sagen, dass sie in unseren Nachrichtensendungen gar nicht vorkommt?

Update: Ergänzender Link: http://www.deutschlandfunk.de/krieg-in-syrien-russland-hat-das-machtspiel-gewonnen.694.de.html?dram:article_id=374219